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Fedil: Damit die dritte Revolution gelingt
Wirtschaft 24.01.2019 Aus unserem online-Archiv

Fedil: Damit die dritte Revolution gelingt

Passend zur Fedil: Ein Mensch, an einem Roboterarm hängend, gibt den Takt vor.

Fedil: Damit die dritte Revolution gelingt

Passend zur Fedil: Ein Mensch, an einem Roboterarm hängend, gibt den Takt vor.
Foto: Lex Kleren
Wirtschaft 24.01.2019 Aus unserem online-Archiv

Fedil: Damit die dritte Revolution gelingt

Pierre LEYERS
Pierre LEYERS
Beim Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung Fedil verglich Präsident Nicolas Buck Luxemburg mit einem Unternehmen, während der französische Volkswirt Nicolas Bouzou die zahlreich vertretenen Arbeitgeber aufforderte, ihre Mitarbeiter ernst zu nehmen.

Persönlich sei er vor allem von einem Aspekt des Koalitionsabkommens enttäuscht, sagte Fedil-Präsident Nicolas Buck bei seiner Ansprache. Das Regierungsprogramm stelle eine Anhäufung angestammter Rechte und Vergünstigungen für die Beschäftigten dar. Von den Unternehmen sei kaum die Rede. Unternehmen aber hätten wenig Rechte, dafür aber viele Pflichten, etwa die Pflicht, profitabel zu sein, um Löhne bezahlen zu können.

Grosses Interesse: Etwa 1000 Gäste waren der Einladung der Fedil zum Jahresempfang gefolgt.
Grosses Interesse: Etwa 1000 Gäste waren der Einladung der Fedil zum Jahresempfang gefolgt.
Foto: Lex Kleren

Gastredner Nicolas Bouzou, der sich gerne mit einer Prise Selbstironie als liberal bezeichnet, sprach den versammelten Unternehmenslenkern aus dem Herzen, was sie ihm mit häufigem Applaus dankten. Er untersuchte, was Europa unternehmen müsse, um bei der dritten industriellen Revolution nicht von den USA und China abgehängt zu werden. Europa sei zwar bei sozialen Errungenschaften führend. In vielen wissenschaftlichen Bereichen aber hinke es hinterher.

Daten, das neue Öl

Diese dritte Revolution sieht Bouzou als eine Kombination aus Informatik, Robotik und künstlicher Intelligenz. Genährt wird diese neue Entwicklung durch Daten. Durch die Verarbeitung riesiger Datenmengen entstehen neue Erkenntnisse. Er könne daher nicht verstehen, warum sich Europa eine strikte Datenschutz-Verordnung gegeben habe, die die Innovation im Bereich des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz abwürge, sagte Bouzou.

Gastredner Nicolas Bouzou ist in Frankreich ein umstrittener Star.
Gastredner Nicolas Bouzou ist in Frankreich ein umstrittener Star.
Foto: Lex Kleren

Derzeit sorgen seine provokanten Thesen in Frankreich für viel Aufmerksamkeit. Er gilt als Kritiker des modernen Managements. Endlose Versammlungen, Sportkurse, immer wieder neue Verhaltensregeln, für Bouzou ist das moderne Unternehmen zu einem Spektakel des Absurden geworden.

Bettel: Interesse an Luxemburg gestiegen

Frisch zurück aus dem Kurort Davos, wo er am Weltwirtschaftsgipfel teilnahm, berichtete Premier Xavier Bettel anschließend von dem aufgewerteten Image, das Luxemburg seiner Meinung nach genieße. Dieses Jahr sei er zum fünften Mal in Davos gewesen, und noch nie sei er auf so viel Interesse seitens großer Unternehmen an Luxemburg gestoßen. Bei dem Jahrestreffen selbst habe sich alles um zwei Themen gedreht: Das Verhältnis zwischen USA und China, sowie der Brexit.