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Fallende Ölpreise: 330 Euro mehr im Portemonnaie
Wirtschaft 2 Min. 17.08.2016

Fallende Ölpreise: 330 Euro mehr im Portemonnaie

Der niedrige Ölpreis stärkt die Kaufkraft der Luxemburger.

Fallende Ölpreise: 330 Euro mehr im Portemonnaie

Der niedrige Ölpreis stärkt die Kaufkraft der Luxemburger.
Teddy Jaans
Wirtschaft 2 Min. 17.08.2016

Fallende Ölpreise: 330 Euro mehr im Portemonnaie

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Laut Statec entlastete der Ölpreis die Haushalte in Luxemburg um 140 Millionen Euro. Für die heimischen Unternehmen sind die Einsparungen noch höher.

(ndp) - Nach Berechnungen des Statec haben die Haushalte in Luxemburg durch niedrigere Energiepreise im Durchschnitt rund 90 Euro im Jahr 2013 gespart. 2015 lag der Betrag sogar bei 330 Euro. „Vergleicht man diese Ersparnis mit dem Gesamtverbrauch der privaten Haushalte, so entspricht die Entlastung rund 0,5 Prozent des verfügbaren Einkommens“, unterstreicht der Statec in seiner letzten „Regards“-Ausgabe (Peter Höck: Regards sur les gains de revenu liés à la baisse des prix du pétrole). Zusammen konnten die Verbraucher in Luxemburg etwa 140 Millionen Euro in den letzten drei Jahren sparen.

Das sind 50 Millionen mehr als etwa im Jahr 2009. Damals hatte der Rückgang der Ölpreise den Haushalten eine Kostenersparnis von 87,9 Millionen Euro eingebracht. „Der Unterschied liegt darin, dass der Preisverfall seit 2013 langsamer und dafür schon länger andauernd ist.“

Betrachtet man lediglich die Haushalte, die tatsächlich Heizöl verwenden, so geht der Statec davon aus, dass der Preisverfall in den Jahren 2013/2014 zu einer Ersparnis von ungefähr 110 Euro geführt hat, 2015 sogar zu 530 Euro. Bleibt der Heizölpreis in diesem Jahr unter 40 Cent pro Liter, so könnte man zusätzliche Einsparungen von 300 Euro gegenüber dem Vorjahr erzielen. „Für Haushalte mit einem Durchschnittskonsum von ungefähr 2 500 Liter pro Jahr könnte sich der angesammelte Gewinn in den vergangenen vier Jahren auf 1 050 Euro belaufen“, schreibt Peter Höck in seiner Studie.

Der Autor erinnert daran, dass die Anteile verschiedener Energieformen am Endverbrauch der privaten Haushalte in den letzten fünf Jahren nahezu konstant geblieben sind: 2 Prozent für flüssigen Brennstoff, 1,4 Prozent für Strom und 1,2 Prozent für Gas.

Unternehmen profitieren 
nur gering

Für die luxemburgischen Unternehmen ergab sich seit 2013 eine Einsparung von rund 250 Millionen Euro. Die ersten Gewinne erfolgten im Jahr 2013 mit einem Betrag von 17,1 Millionen Euro. Im folgenden Jahr ersparten sich die Unternehmen noch deutlich mehr Geld (113,2 Millionen). Dieser Anstieg ergibt sich aus den Einsparungen im Bereich Erdgas (29 Millionen Euro), Industriegas (22 Millionen) und Strom (20 Millionen Euro).

„Verglichen mit der im Jahr 2009 erzielten Summe von 218 Millionen Euro, ist die Ersparnis in den letzten drei Jahren nur um knapp 30 Millionen Euro gestiegen“, unterstreicht das Statistikamt.

Wenig Einfluss auf Profitabilität

Vor allem Transportunternehmen konnten ihre Kosten drücken. Rund die Hälfte der Einsparungen entfällt den Betrieben aus diesem Bereich. Der Finanzplatz, der einen hohen Anteil am gesamten Luxemburger Bruttoinlandsprodukt einnimmt, profitiert allerdings nur gering vom starken Ölpreissturz der letzten Jahre. „Die Schlussfolgerung lautet deswegen, dass die kräftig fallenden Energiepreise aus makroökonomischer Sicht wenig Einfluss auf die gesamte Profitabilität haben“, schreibt der Statec.

In den meisten Branchen liegt der Energieanteil an den Vorleistungen, also den bei der Produktion verbrauchten Güter und Dienstleistungen, unter 10 Prozent; der Durchschnitt bei lediglich zwei oder drei Prozent. Der Versorgungs- und Transportsektor bilden eine Ausnahme.

Während sich der Finanzplatz im Jahr 2014 durch eine Wertschöpfung von mehr als 25 Prozent auszeichnet, liegt der Anteil der Energiekosten in diesem Bereich lediglich bei drei Prozent. „Auf der anderen Seite erwirtschaftet der gesamte Transportbereich nur drei Prozent der Wertschöpfung“, so der Statec.


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