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Fahrdienstleistungen: Webtaxi will Uber die Stirn bieten
Wirtschaft 3 Min. 13.02.2017

Fahrdienstleistungen: Webtaxi will Uber die Stirn bieten

Die Webtaxis von Voyages Emile Weber und Benelux Taxis sind bereits seit knapp fünf Jahren in Luxemburg unterwegs.

Fahrdienstleistungen: Webtaxi will Uber die Stirn bieten

Die Webtaxis von Voyages Emile Weber und Benelux Taxis sind bereits seit knapp fünf Jahren in Luxemburg unterwegs.
Foto: Andreas Adam
Wirtschaft 3 Min. 13.02.2017

Fahrdienstleistungen: Webtaxi will Uber die Stirn bieten

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Die Taxibranche könne sich angesichts der Aktivitäten von Uber deutlich mehr ins Zeug legen und innovative Dienste anbieten, so Minister François Bausch im Dezember. Am Montag präsentierte nun Webtaxi seine neue Strategie.

(aa) - Die luxemburgische Taxibranche könne sich angesichts der Aktivitäten von Uber deutlich mehr ins Zeug legen und innovative Dienste anbieten. Das sagte François Bausch, Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, im Dezember 2016 dem Luxemburger Wort.

„Da wird bei weitem noch nicht getan was möglich ist, auch wenn es bereits Taxiapps gibt. Gut wären z. B. unterschiedliche Tarife nach Automodell oder Tageszeit“, so der Minister.

Hintergrund dieser deutlichen Ansage Bauschs war ein Besuch von Pierre-Dimitri Gore-Coty in Luxemburg. Der Uber-Chef für den Raum Europa, Asien und den Mittleren Osten pries im Dezember die Vorzüge der eigenen Dienste an.

Der amerikanische Fahrdienstleister würde gerne im Großherzogtum aktiv werden. Allerdings wurden dem im Großherzogtum mit Bedacht rechtliche Riegel vorgeschoben. Wie in anderen Ländern zeigen sich auch in Luxemburg Regierung und Taxigewerbe besorgt – sei es nun um soziale Standards oder eigene Pfründe.

„Was wir hier in Luxemburg ganz sicher nicht möchten, sind Schwarzarbeit und Scheinselbstständigkeit ohne soziale Absicherung“, so Minister Bausch im Dezember 2016.
„Was wir hier in Luxemburg ganz sicher nicht möchten, sind Schwarzarbeit und Scheinselbstständigkeit ohne soziale Absicherung“, so Minister Bausch im Dezember 2016.
Foto: Pierre Matgé

Die Verhandlungen zwischen Uber und der Regierung verliefen bislang eher schwierig. Minister Bausch betont stets, man sei keineswegs grundsätzlich gegen innovative Dienste. „Was wir hier in Luxemburg aber ganz sicher nicht möchten, sind Schwarzarbeit und Scheinselbstständigkeit ohne soziale Absicherung.“

Gleichzeitig gab der Minister damals zu bedenken, dass Uber durch kompromissloses Vorgehen bei Verhandlungen eine gute Ausgangsbasis für die Marktdurchdringungen verspielen könnte, da deren Konzept an sich relativ leicht zu kopieren sei.

Am Montag präsentierte nun der luxemburgische Anbieter Webtaxi, dessen Taxi-Flotte bereits seit knapp fünf Jahren in Luxemburg unterwegs ist, seine neue Strategie - dies im Beisein des Nachhaltigkeits- und Infrastrukturministers. Teil der Strategie sind neue Dienstleistungen und neue Tarife.

Ab sofort werden vier verschiedene Fahrzeugflotten und Leistungen angeboten.
Ab sofort werden vier verschiedene Fahrzeugflotten und Leistungen angeboten.
Foto: Andreas Adam

Die wichtigste Änderung für die Webtaxi-Kunden ist die Einführung eines neuen Berechnungssystems, das die Verkehrssituation berücksichtigt. Dadurch sollen u.a. Abend- und Nachtfahrten billiger werden.

Gegenüber den eigenen, bisherigen Tarifen will man künftig um bis zu 25 Prozent billiger fahren, gegenüber der Konkurrenz sogar um bis zu 40 Prozent. Welche Fahrten davon in welchem Maß betroffen sein werden, wird sich zeigen.

Neue App in fünf Sprachen

Zusätzlich wird es eine neue App in fünf Sprachen geben - darunter auch in Luxemburgisch. Damit kann der Fahrgast in Echtzeit das nächste freie Taxi finden.

Für Reisende, die per Flugzeug oder Bahn in Luxemburg ankommen, sieht das System ein Feld für die Eingabe der Flug- oder Zugnummer und der Wartezeit des Taxis vor, sodass dies z. B. bei Verspätungen angepasst werden kann.

Weiterhin wird es die Möglichkeit gegeben, eine Taxifahrt für andere zu organisieren und zu bezahlen, z. B. Eltern für ihre Kinder, die am Wochenende ausgehen und irgendwann nach Hause möchten.

Fahrgäste haben die Möglichkeit, nach erfolgter Fahrt eine Rückmeldung zu geben, ob sie zufrieden waren. Außerdem kann der Fahrer bewertet werden. Man nehme diese Kritik ernst und lege Wert darauf sich ständig zu verbessern, hieß es.

Eine Marke - vier Dienstleistungen

Die Dienstleister der Marken Webtaxi, ProCab, Benelux Taxis und Intertaxis schließen sich im Bereich der externen Kommunikation zusammen und firmieren nun gemeinsam unter der Dachmarke Webtaxi.

Ab sofort werden vier verschiedene Fahrzeugflotten und Leistungen angeboten:

1. Webtaxi Eco mit Hybrid- und Elektrofahrzeugen (ehemals Webtaxi)

2. Webtaxi Limo mit Limousinen

3. Webtaxi Van mit Fahrzeugen für sieben Fahrgäste

4. Webtaxi Pro - eine Dienstleistung für Geschäftskunden, die bislang als ProCab bekannt war

Wegen der drohenden Konkurrenz durch internationale Anbieter wie Uber hat Webtaxi in eine modernere Taxizentrale investiert. Diese wurde als offene Plattform gestaltet, auf der alle Taxianbieter ihren Service anbieten können.

Wie es am Montag hieß, könne jeder selbständige Taxiunternehmer sich diesem Service gegen eine Provision von zehn Prozent auf die Einnahmen anschließen.

Landesweite Abdeckung geplant

Während Webtaxi bisher nur in Luxemburg-Stadt angeboten wurde, steht der Taxiservice ab sofort ebenfalls in den Kantonen Mersch, Capellen, Grevenmacher, Remich und Esch/Alzette zur Verfügung.

Kunden könnten nun innerhalb des gesamten Bereichs dieser Kantone fahren, ohne auf ein Taxis aus der Hauptstadt zurückgreifen zu müssen. Demnächst sollen auch die übrigen Kantone hinzukommen.

Webtaxi Pro ist eine Dienstleistung für Geschäftskunden, die bisher als ProCab bekannt war.
Webtaxi Pro ist eine Dienstleistung für Geschäftskunden, die bisher als ProCab bekannt war.
Foto: Andreas Adam

„Ich war und bin überzeugt, dass das vor dem Sommer 2016 votierte und zum ersten September in Kraft getretene Taxigesetz alle Möglichkeiten bietet, um Phantasie und Dynamik in den Markt hineinzubringen und das gleiche zu tun, was andere bereits im Ausland tun“, so Minister Bausch am Montag. 

Nun habe eine Gesellschaft den Mut bewiesen, das zu tun, was die Kunden schon lange erwarten, so Bausch. Besonders erfreut zeigte sich der Minister darüber, dass die Plattform auch anderen zur Verfügung steht und dass die Preise erkennbar sinken sollen.

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