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Facebook will Betroffene über Datenweitergabe informieren
Wirtschaft 06.04.2018

Facebook will Betroffene über Datenweitergabe informieren

Zuletzt war bekannt geworden, dass das Ausmaß der Datenaffäre deutlich größer ist, als zuvor angenommen.

Facebook will Betroffene über Datenweitergabe informieren

Zuletzt war bekannt geworden, dass das Ausmaß der Datenaffäre deutlich größer ist, als zuvor angenommen.
AFP
Wirtschaft 06.04.2018

Facebook will Betroffene über Datenweitergabe informieren

„Wir werden es jedem mitteilen, dessen Daten von Cambridge Analytica betroffen sein könnten“, sagte Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ am Donnerstagabend.

(dpa) - Facebook will seine Nutzer weltweit ab Montag über die mögliche Weitergabe ihrer Daten an Dritte informieren. „Wir werden es jedem mitteilen, dessen Daten von Cambridge Analytica betroffen sein könnten“, sagte Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ am Donnerstagabend.

Die Information soll ganz oben im Newsfeed von Facebook auftauchen. Auch alle Apps, mit denen Nutzer auf Facebook verbunden sind, sollen dort in einer eigenen Mitteilung zu sehen sein. Es soll eine einfache Möglichkeit geben, diese Apps zu löschen, verkündete Sandberg.

Mitte März wurde bekannt, dass die britische Analyse-Firma Cambridge Analytica unrechtmäßig an Informationen von Millionen Facebook-Usern gekommen war - ohne deren Wissen. Am Donnerstag teilte Facebook mit, dass bis zu 87 Millionen Nutzer weltweit betroffen sein könnten. Zuvor war man von 50 Millionen Betroffenen ausgegangen.

Unklarheiten

Laut Sheryl Sandberg ist noch immer unklar, welche Informationen der Nutzer genau bei der umstrittenen Firma Cambridge Analytica gelandet sind und was damit passiert ist. „Bis zum heutigen Tage wissen wir nicht, welche Daten Cambridge Analytica hat“, sagte sie der „Financial Times“.

Zuletzt war bekannt geworden, dass das Ausmaß der Datenaffäre deutlich größer ist, als zuvor angenommen. So könnten Information von bis zu 87 Millionen Nutzern auf unrechtmäßige Weise an die britsche Datenanalyse-Firma gelangt sein, die US-Präsident Donald Trump zum Sieg verholfen haben soll. In den USA sind womöglich bis zu 70,6 Millionen User betroffen, in Deutschland bis zu 310 000. Nach Angaben der EU-Kommission wurden in der Europäischen Union die Daten von bis zu 2,7 Millionen Menschen aus den Facebook-Systemen gezogen. Cambridge Analytica erklärte, man habe Daten zu 30 Millionen Nutzern erhalten.

Sandberg kündigte an, dass Facebook den Fall genau untersuchen werde. Zuerst sei aber die britische Regierung mit ihren Ermittlungen am Zuge. „Sie haben Vorrang, weshalb wir zum Stehen gekommen sind.“ Wie schon Konzernchef Mark Zuckerberg, räumte auch sie Fehler in der Affäre ein und sagte, Facebook habe zu langsam reagiert.

Zuckerberg, der sich bereits in mehreren Interviews reumütig zeigte, stehen die ganz großen Befragungen noch bevor. In der kommenden Woche muss er gleich zweimal vor US-Gremien Rede und Antwort stehen: Am Dienstag vor dem Justizausschuss des US-Senats, am Mittwoch vor dem Handelsauschuss des Repräsentantenhauses.


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