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EZB verlängert milliardenschweres Anleihenkaufprogramm
Wirtschaft 08.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Entscheid in Frankfurt

EZB verlängert milliardenschweres Anleihenkaufprogramm

Der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Zentralbankgeld besorgen können, bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent.
Entscheid in Frankfurt

EZB verlängert milliardenschweres Anleihenkaufprogramm

Der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Zentralbankgeld besorgen können, bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent.
Foto: AFP
Wirtschaft 08.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Entscheid in Frankfurt

EZB verlängert milliardenschweres Anleihenkaufprogramm

Die EZB verlängert den milliardenschweren Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren noch bis Ende Dezember 2017.

(dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) verlängert ihr gewaltiges Kaufprogramm für Staatsanleihen und andere Wertpapiere bis mindestens Ende des Jahres 2017. Die Notenbank will allerdings ab April monatlich nur noch 60 Milliarden Euro statt 80 Milliarden Euro in den Markt pumpen, wie die EZB am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Leitzins bleibt auf Rekordtief

Der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Zentralbankgeld besorgen können, bleibt dagegen unverändert auf dem Rekordtief von null Prozent. Parken Banken überschüssiges Geld bei der EZB, müssen sie dafür weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

Die Niederlage von Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi bei dem Verfassungsreferendum am Wochenende hatte unter Ökonomen letzte Zweifel über den Kurs der Notenbank beseitigt. Die Anleihenkäufe helfen nach Ansicht vieler Volkswirte vor allem hoch verschuldeten Staaten wie Italien, ihre Zinslast erträglich zu halten.

Viele Ökonomen hatten wegen der anhaltend niedrigen Inflation ohnehin mit einer Ausweitung des Anti-Krisen-Kurses gerechnet. Zwar stieg die Teuerungsrate im Euroraum im November auf 0,6 Prozent. Sie ist damit aber noch weit entfernt von dem, was die EZB für ein stabiles Preisniveau hält: Sie strebt mittelfristig für den gemeinsamen Währungsraum eine Inflation von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke.

Das viele billige Geld soll im Idealfall die Konjunktur ankurbeln und auch die Teuerung anheizen. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Konjunkturrisiko. Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben in der Erwartung, dass es bald noch billiger wird. Das könnte die Konjunktur abwürgen.

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