Wählen Sie Ihre Nachrichten​

EZB: Leitzins bleibt bei null Prozent
Wirtschaft 21.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Trotz wachsender Konjunktursorgen

EZB: Leitzins bleibt bei null Prozent

EZB-Präsident Mario Draghi.
Trotz wachsender Konjunktursorgen

EZB: Leitzins bleibt bei null Prozent

EZB-Präsident Mario Draghi.
Foto: AFP
Wirtschaft 21.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Trotz wachsender Konjunktursorgen

EZB: Leitzins bleibt bei null Prozent

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Die Währungshüter beließen den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Das beschloss der EZB-Rat nach Angaben der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt.

(dpa) - Trotz wachsender Konjunktursorgen nach dem Brexit-Votum bleibt die Europäische Zentralbank (EZB) vorerst in Lauerstellung. Die Währungshüter beließen den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Das beschloss der EZB-Rat nach Angaben der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt. Der Strafzins, den Banken und Sparkassen zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, liegt weiterhin bei 0,4 Prozent.

Volkswirte erwarten, dass die EZB im September angesichts der wachsenden Unsicherheit nach dem Nein der Briten zur Europäischen Union ihre milliardenschwere Geldflut ausweiten könnten.

Die Währungshüter hatten erst im März ihren Kurs gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche drastisch verschärft. Erstmals wurde der Zins, zu dem Banken frisches Zentralbankgeld bekommen, auf Null gesenkt. In Staatsanleihen und andere Wertpapiere steckt die EZB noch mehr Geld: 80 Milliarden Euro monatlich. Seit Juni kauft die Notenbank auch Unternehmensanleihen. Die EZB bekräftigte, dass das Kaufprogramm bis mindestens März 2017 und notfalls darüber hinaus aufrechterhalten wird.

Die Geldflut soll die Kreditvergabe ankurbeln und so Wachstum und Inflation anschieben. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Konjunkturrisiko. Darum strebt die EZB mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Im Juni lag die Inflation im Euroraum gerade einmal bei 0,1 Prozent.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Europas Währungshüter halten die Geldschleusen weit geöffnet. Vor allem in Deutschland ist der Kurs umstritten. Doch aus Sicht der Notenbank gibt es gute Gründe für die anhaltende Geldflut.
(FILES) This file photo taken on October 26, 2017 shows the building of the European Central Bank (ECB) in Frankfurt am Main, western Germany.
Positive new economic forecasts for the eurozone will not be enough to coax the European Central Bank from its mantra of confidence tempered with patience on December 13, 2017, analysts expect, with president Mario Draghi set to avoid talk of further reducing its massive support to the economy. / AFP PHOTO / Daniel ROLAND
Öffnet die Europäische Zentralbank die Geldschleusen noch weiter oder schließt sie diese allmählich? Klarheit über den Kurs der Notenbank dürfte es erst Ende des Jahres geben.
Mario Draghi: "Keiner will ein abruptes Ende der Anleihekäufe."
Leitzins bleibt unverändert
Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Das beschloss der EZB-Rat nach Angaben der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt.
Die meisten Volkswirte rechnen damit, dass sich EZB-Präsident Mario Draghi weiterhin alle Optionen offenhalten wird.
Preisrückgang trotz Geldschwemme
Die EZB hat die Zinsen quasi abgeschafft und flutet die Märkte mit Geld. Trotzdem sinken die Preise. Ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Währungshüter noch mehr Geld in den Markt pumpen?
Die EZB hält die Geldschleusen weit geöffnet.