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EZB hält an Zinstief fest
Wirtschaft 12.12.2019

EZB hält an Zinstief fest

Christine Lagarde verfolgt weiter die von Mario Draghi initiierte Politik.

EZB hält an Zinstief fest

Christine Lagarde verfolgt weiter die von Mario Draghi initiierte Politik.
Foto: AFP
Wirtschaft 12.12.2019

EZB hält an Zinstief fest

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält auch unter der neuen Präsidentin Christine Lagarde an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest.

(dpa) - Der EZB-Rat beließ am Donnerstag den Leitzins im Euroraum unverändert auf dem Rekordtief von null Prozent, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte. Banken müssen weiter Negativzinsen von 0,5 Prozent zahlen, wenn sie Gelder bei der Zentralbank parken. Zudem steckt die EZB seit November monatlich 20 Milliarden Euro in den Erwerb von Anleihen.

Vorhersehbar

Die seit 1. November amtierende Französin hatte schon vor ihrem Amtsantritt deutlich gemacht, dass sie eine sehr lockere Geldpolitik auf absehbare Zeit für nötig hält. Allerdings will sie mögliche negative Folgen und Nebeneffekte des EZB-Kurses genauer in den Blick nehmen. Die Sorgen der Menschen müssten beachtet werden. Außerdem wolle sie die Entscheidungen der Notenbank künftig besser erklären. Auch der Kampf gegen den Klimawandel soll eine größere Rolle spielen.

Sparern macht das Zinstief zu schaffen. Zinsen auf Sparbuch und Tagesgeldkonten sind quasi abgeschafft. Wer viel Geld bei der Bank bunkert, dem drohen gar Negativzinsen. Kreditnehmer profitieren dagegen von den Niedrigzinsen.

Nicht ohne Risiko


Als Christine Lagarde verkleidet protestierten etwa 200 Menschen vor dem EZB-Gebäude.
Erste Frau an EZB-Spitze - Proteste in Frankfurt
Nach dem Amtsantritt von EZB-Präsidentin Christine Lagarde protestieren Klimaaktivisten und Globalisierungskritiker in Frankfurt.

Hauptziel der Währungshüter sind stabile Preise im Euroraum. Mittelfristig strebt die EZB für den Währungsraum mit seinen 19 Ländern eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Das ist weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten dann Investitionen aufschieben - in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird.

Mit der Billiggeldschwemme, die unter Lagardes Vorgänger Mario Draghi beschlossen worden war, versuchen die Währungshüter, die Wirtschaft anzukurbeln und die Teuerung anzuschieben. Dennoch hat die EZB ihr Inflationsziel seit langem nicht mehr erreicht. Lagarde hat angekündigt, die Strategie der Notenbank bald zu überprüfen. Dabei geht es unter anderem darum, ob das mittelfristige Inflationsziel noch zeitgemäß ist.

Kritik


Das Gift niedriger Zinsen
Die Inflation ist gering, liegt aber über den extrem niedrigen Sparzinsen. Der reale Wertverlust trifft vor allem die kleinen Sparer.

Draghi hatte kurz vor Ende seiner achtjährigen Amtszeit die Geldpolitik weiter gelockert und das Zinstief zementiert. Vor allem die jüngste Neuauflage der Wertpapierkäufe hatte für massive Kritik von Ratsmitgliedern gesorgt. Gleich mehrere nationale Notenbankchefs hatten sich öffentlich distanziert.

Mit der Flut frischen Geldes will die EZB Konjunktur und Inflation zusätzlich auf die Sprünge helfen. Der Kauf von Staatsanleihen hilft Regierungen, sich günstiger neues Geld zu besorgen. Zugleich soll der zuletzt verschärfte Strafzins Banken dazu bewegen, mehr Kredite zu vergeben, statt Geld bei der EZB zu parken.


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FILE PHOTO: The headquarters of the European Central Bank (ECB) are illuminated with a giant euro sign at the start of the "Luminale, light and building" event in Frankfurt, Germany, March 12, 2016.   EUTERS/Kai Pfaffenbach/File Photo
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