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EZB-Chef Draghi plädiert für weitere Euro-Reformen
Wirtschaft 26.11.2018 Aus unserem online-Archiv

EZB-Chef Draghi plädiert für weitere Euro-Reformen

Mario Draghi spricht sich für eine engere Zusammenarbeit im Euro-Raum aus.

EZB-Chef Draghi plädiert für weitere Euro-Reformen

Mario Draghi spricht sich für eine engere Zusammenarbeit im Euro-Raum aus.
Arne Dedert/dpa
Wirtschaft 26.11.2018 Aus unserem online-Archiv

EZB-Chef Draghi plädiert für weitere Euro-Reformen

Der Italiener nennt als Beispiele die Vollendung der Bankenunion und eine engere Kapitalmarktunion. Doch vor allem in Deutschland gibt es Bedenken.

(dpa) - Angesichts des schleppenden Fortgangs bei Reformen der Eurozone hat EZB-Präsident Mario Draghi ein rasches Vorankommen angemahnt. „Mehr Fortschritt kann und sollte gemacht werden“, sagte Draghi am Montag im Europaparlament in Brüssel. Es habe sich in den vergangenen Jahren schon einiges getan, etwa bei Finanzmarktregulierung und -überwachung. Aber etwa die Vollendung der Bankenunion und eine engere Kapitalmarktunion seien „essenziell“.


The EURO logo is pictured at the European Central Bank, ECB in Frankfurt/Main, central Germany, on July 3, 2014.  The bank is to move into the new building end of 2014. AFP PHOTO / DANIEL ROLAND
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Zum Schutz vor künftigen Finanzkrisen ringen die EU-Staaten seit Monaten um weitere Reformen. Besonders Frankreichs Präsident Emmanuel Macron macht sich dafür stark. In einer ganzen Reihe von Ländern gibt es jedoch Vorbehalte, mehr Risiken in der Eurozone und in der gesamten EU auf viele Schultern zu verteilen, solange sie in einzelnen Staaten noch nicht ausreichend reduziert worden sind.

Vorbehalte wegen fauler Kredite

Die EU-Kommission hatte etwa bereits vor einigen Jahren zur Vollendung der sogenannten Bankenunion ein gemeinsames Sicherungssystem für Sparguthaben vorgeschlagen. In Deutschland und anderen Ländern mit niedrigen Anteilen ausfallgefährdeter Kredite in den Bankbilanzen gibt es dagegen jedoch Vorbehalte. Bei Banken in Griechenland, Zypern, Portugal und Italien lagern etwa noch zahlreiche faule Kredite. Geldinstitute in Deutschland fürchten, für Krisen dort haften zu müssen.

Die Euro-Finanzminister und anschließend die EU-Staats- und Regierungschefs wollen im Dezember grundsätzliche Entscheidungen zu Euro-Reformen treffen. Im Gespräch ist dabei auch eine Stärkung des Euro-Rettungsschirms ESM.


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