Wählen Sie Ihre Nachrichten​

EZB bleibt auf Niedrigzinskurs
Wirtschaft 2 Min. 10.04.2019 Aus unserem online-Archiv

EZB bleibt auf Niedrigzinskurs

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) ragt aus dem Dunst über der Bankenmetropole Frankfurt heraus.

EZB bleibt auf Niedrigzinskurs

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) ragt aus dem Dunst über der Bankenmetropole Frankfurt heraus.
Foto: Boris Roessler/dpa
Wirtschaft 2 Min. 10.04.2019 Aus unserem online-Archiv

EZB bleibt auf Niedrigzinskurs

Die Zinsen im Euroraum bleiben auf Rekordtief. Ob sich zumindest an den Strafzinsen für Banken etwas ändert, lassen Europas Währungshüter vorerst offen.

(dpa) - Die Zinswende im Euroraum lässt weiter auf sich warten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent. Auch an den 0,4 Prozent Strafzinsen, die Banken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken, rüttelten die Währungshüter bei ihrer Sitzung am Mittwoch in Frankfurt vorerst nicht.


Wirtschaft, Kirchberg, BlackRock, Russ Koesterich, managing director, Investment Management UK,  photo Anouk Antony
„Wir glauben nicht an eine baldige Rezession“
BlackRock ist eine der größten Investmentgesellschaften und legt weltweit Geld an. Zu den Herausforderungen, die das mit sich bringt, sprach das Luxemburger Wort mit Russ Koesterich, Managing Director.

Bereits bei der Sitzung im März hatte der EZB-Rat die erste Zinserhöhung mindestens bis ins Jahr 2020 verschoben. Sparer müssen sich also noch länger als erwartet gedulden, ehe es wieder höhere Zinsen zum Beispiel auf Sparbücher und Tagesgeldkonten gibt. Wer einen Kredit aufnimmt, kann dagegen von günstigeren Konditionen profitieren.

Notenbank-Präsident Mario Draghi hatte vor zwei Wochen angedeutet, dass die EZB womöglich die Finanzbranche etwas entlasten könnte. Denn Geldverdienen fällt vielen Banken im Niedrigzinsumfeld schwer. Dazu kommt der Negativzins auf überschüssige Liquidität. Nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) zahlen Banken im Euroraum derzeit jährlich rund 7,5 Milliarden Euro an Strafzinsen.

Die EZB beobachte weiterhin, wie Banken gesunde Ertragsbedingungen aufrechterhalten können, hatte Draghi bei einer Konferenz gesagt. „Falls notwendig, müssen wir über mögliche Maßnahmen nachdenken, die die günstigen Auswirkungen negativer Zinssätze für die Wirtschaft aufrechterhalten und zugleich etwaige Nebenwirkungen mildern können.“ Beobachter halten eine Staffelung des Negativzinses oder Freibeträge für einen möglichen Weg.

Bereits beschlossen sind neue Geldspritzen für Banken - auch als Reaktion auf gestiegene Risiken für die Konjunktur. Wie mehrfach in den vergangenen Krisenjahren bietet die EZB Geschäftsbanken erneut längerfristige Kredite zu besonders günstigen Konditionen an - im Fachjargon TLTRO genannt. Diese sollen ab September 2019 bis März 2021 zur Verfügung gestellt werden und eine Laufzeit von jeweils zwei Jahren haben. Ziel ist, über diesen Weg die Kreditvergabe der Banken anzukurbeln und so Konjunktur und Inflation anzuschieben.


Gemeinde kauft Haus in der Rue Syr
Inflation in der Eurozone steigt leicht an
Die Teuerung in der Eurozone ist im Februar leicht gestiegen. Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte, lagen die Verbraucherpreise 1,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Im März war die jährliche Teuerungsrate im Euroraum auf 1,4 Prozent gesunken, im Februar lagen die Verbraucherpreise in den 19 Staaten mit der Gemeinschaftswährung nach Berechnungen des Statistikamtes Eurostat noch um 1,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben. Das könnte die Konjunktur bremsen.

Die EZB selbst rechnet im laufenden Jahr mit einer Teuerungsrate von 1,2 Prozent, 2020 dann mit 1,5 Prozent. Draghi bekräftigt immer wieder, die EZB habe ausreichend Instrumente, ihr Inflationsziel zu erreichen.

Frische Milliarden in Staats- und Unternehmensanleihen will die Notenbank vorerst aber nicht stecken. Allerdings werden die Gelder aus auslaufenden Papieren wieder investiert. Von März 2015 bis Ende 2018 hat die EZB Wertpapiere für rund 2,6 Billionen Euro erworben.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

BlackRock ist eine der größten Investmentgesellschaften und legt weltweit Geld an. Zu den Herausforderungen, die das mit sich bringt, sprach das Luxemburger Wort mit Russ Koesterich, Managing Director.
Wirtschaft, Kirchberg, BlackRock, Russ Koesterich, managing director, Investment Management UK,  photo Anouk Antony
Die Teuerung in der Eurozone ist im Februar leicht gestiegen. Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte, lagen die Verbraucherpreise 1,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor.
Gemeinde kauft Haus in der Rue Syr
Markus Müller, Globaler Leiter des Chief Investment Office der Deutschen Bank, besuchte kürzlich Luxemburg. Ein Gespräch mit Müller und dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank Luxembourg.
Deutsche Bank Kirchberg - Photo : Pierre Matgé
Am 1. Januar 1999 wurden die Wechselkurse der nationalen Währungen zum Euro unwiderruflich festgelegt. Die dritte und letzte Stufe der Währungsunion war erreicht.: Aus 40,3399 Franken wurde ein Euro. Ein Rückblick.
** FILE ** The Euro sculpture photographed with a zoom lens is seen in front of the European Central Bank in Frankfurt, central Germany, in this Nov. 30, 2005 file photo. The euro soared to a new high against the U.S. dollar on Tuesday July 10, 2007 , reaching US$1.3696 in afternoon trading in Europe before falling back slightly. (AP Photo/Michael Probst)