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EY wächst deutlich in Luxemburg
Wirtschaft 2 Min. 14.10.2019

EY wächst deutlich in Luxemburg

Im abgelaufenem Geschäftsjahr konnte EY seinen Umsatz deutlich steigern.

EY wächst deutlich in Luxemburg

Im abgelaufenem Geschäftsjahr konnte EY seinen Umsatz deutlich steigern.
Foto: Chris Karaba / Luxemburger Wort
Wirtschaft 2 Min. 14.10.2019

EY wächst deutlich in Luxemburg

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY legt in allen Geschäftsbereichen zu. Besonders die Beratungssparte profitiert von Entwicklungen in der Regulierung und den Unsicherheiten rund um den Brexit.

Den luxemburgischen Wirtschaftsprüfern und Beratungsgesellschaften geht es weiterhin gut. Das aktuellste Beispiel ist der Jahresbericht von EY, der am Montag veröffentlicht wurde.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete, wuchs der Umsatz des Unternehmens in Luxemburg um 8,3 Prozent. Insgesamt erwirtschaftete EY in diesem Zeitraum 236 Millionen Euro. Innerhalb der letzten drei Jahre steigerte die Firma ihre Umsätze damit um ein Drittel.

EY meldet, dass alle Unternehmensbereiche wachsen; Spitzenreiter war aber wieder die Beratungssparte mit einem Anstieg von annähernd elf Prozent. 

Starkes Wachstum in der Beratung 

Dabei profitiert das Unternehmen von mehreren Faktoren: Während viele Unternehmen aus dem Finanzbereich über stärkere Regulierungsauflagen und die mit dem Brexit verbundene Unsicherheit stöhnen, zieht das für Berater ein Auftragsplus nach sich. 

Daneben setzt sich der Trend hin zu „Managed Services“ fort. Damit ist gemeint, dass Firmen bestimmte Unternehmensfunktionen wie das Personalmanagement oder die Rechnungslegung ganz oder teilweise an die Berater auslagern. Dadurch wollen die Firmen Kosten sparen und flexibler werden. 

Um solche Dienstleistungen anbieten zu können, setzt EY verstärkt auf Digitalisierung. Eine eigene Abteilung, die sogenannte „Digital Factory“ in Luxemburg entwickelt neue digitale Lösungen, damit solche Aufgaben automatisiert ablaufen können. 

Investition in Digitalisierung 

Weltweit hat das Unternehmen verkündet, über die nächsten beiden Jahre eine Milliarde Euro in die Entwicklung neuer Technologien stecken zu wollen. 

 Digitale Werkzeuge spielen auch eine immer größere Rolle in anderen Geschäftsbereichen des Unternehmens. In der Wirtschaftsprüfung und der Compliance sorgen Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz und natürlicher Sprachverarbeitung dafür, dass tausende Dokumente in kurzer Zeit überprüft und analysiert werden können. Nach Unternehmensangaben hat die sogenannte „Document Intelligence“ das Potenzial, die Bearbeitungszeit um 90 Prozent zu reduzieren. 


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Insgesamt erzielte auch der Bereich der Wirtschaftsprüfung mit 8,8 Prozent ein sattes Umsatzwachstum. Mit insgesamt 139 Millionen Euro entfällt der Löwenanteil des Geschäfts von EY auf den Bereich der Prüfung. Nach dem Konkurrenten PriceWaterhouseCoopers ist das Unternehmen damit die zweitgrößte Prüfungsgesellschaft im Großherzogtum. 

Der Umsatz der Steuerabteilung des Unternehmens wuchs in Luxemburg um 6,5 Prozent auf 68,4 Millionen Euro. Auch hier profitierte das Unternehmen von Beratungsaufträgen bei der Umsetzung neuer Regeln, wie das „BEPS“-Projekt der OECD zur Verhinderung von Steuervermeidung. 

Steigende Mitarbeiterzahlen 

Trotz der Fortschritte in der Automatisierung wächst EY weiter auch personell. Das Unternehmen gibt bekannt, dass im September 2019 für den Standort Luxemburg 320 neue Mitarbeiter eingestellt worden seien. „Mit diesen Neueinstellungen konnten wir in diesem Jahr ein starkes Netto-Wachstum unserer Mitarbeiter verzeichnen, deren Zahl auf über 1.500 Personen aus 70 Ländern gestiegen ist“, sagt Alain Kinsch, geschäftsführender Partner von EY Luxemburg. 


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Für das kommende Jahr möchte das Unternehmen bis zu 500 neue Mitarbeiter einstellen. Dabei sucht EY neben Beratern und Wirtschaftsprüfern auch Experten aus den Bereichen Datenwissenschaft und Digitaltechnik sowie Ingenieure. 

Auch auf globaler Ebene lief das Geschäft gut für EY. Anfang September hatte die Firma ein Rekordjahr mit einem weltweiten Umsatz von 36,4 Milliarden US-Dollar und einem Wachstum von acht Prozent verkündet. 


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