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Expo2020: Mitten im Nichts wächst der Luxemburger Pavillon
Wirtschaft 7 1 5 Min. 29.01.2020

Expo2020: Mitten im Nichts wächst der Luxemburger Pavillon

„Made in Luxembourg“: Erbgroßherzog Guillaume (r.), Wirtschaftsminister Etienne Schneider (l.) und Finanzminister Pierre Gramegna in Dubai.

Expo2020: Mitten im Nichts wächst der Luxemburger Pavillon

„Made in Luxembourg“: Erbgroßherzog Guillaume (r.), Wirtschaftsminister Etienne Schneider (l.) und Finanzminister Pierre Gramegna in Dubai.
Foto: Pierre Matgé
Wirtschaft 7 1 5 Min. 29.01.2020

Expo2020: Mitten im Nichts wächst der Luxemburger Pavillon

Mara BILO
Mara BILO
Der Bau des Luxemburger Pavillons kommt gut voran - die Luxemburger Delegation, die derzeit auf Wirtschaftsmission in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist, hat sich ein Bild gemacht.

Es ist ein ungewöhnlicher Blick: Mitten im Nichts, so wirkt es, entsteht derzeit ein Megaprojekt – die Weltausstellung 2020. So weit das Auge reicht, finden sich auf dem künftigen Expo-Areal Baustellen, Gerüste und Kräne. Das Gelände befindet sich etwa 35 Minuten entfernt von der Stadt Dubai. Auf dem Weg dorthin: kahle Sandfelder über Dutzende von Kilometern.


Mission économique aux Émirats arabes unis du 26 au 30 janvier 2020  - Salon Arab health de Dubaï (27-30.01.2020) - Centre de conventions international et parc des expositions de Dubaï - Maksim Krasnoperov - ExAtlet S.A Foto: Pierre Matgé/Luxemburger Wort
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Die Weltausstellung, die im Oktober in Dubai beginnt, ist die erste, die in der Measa-Region (Naher und Mittlerer Osten, Afrika und Südasien) organisiert wird. Die Bauarbeiten laufen derzeit auf Hochtouren: Mehr als 40 000 Arbeiter sind zu Spitzenzeiten damit beschäftigt, nationale Pavillons, Straßen und Infrastrukturen aufzubauen. Wie lange ein Arbeitstag dauert, ist offiziell nicht zu erfahren, denn: Auf dem Gelände der Weltausstellung herrschen strikte Regeln. Mit Ausnahme des nationalen Pavillons sind weder Fotos noch Videos gestattet; auch ist es verboten, mit Mitarbeitern zu diskutieren und Fragen zu stellen.

Immer öfter werden allerdings die Arbeiten kurzzeitig durch Delegationen aus dem Ausland unterbrochen, die sich ein Bild der Fortschritte der Bauarbeiten machen wollen. So auch die Teilnehmer der Wirtschaftsmission, die seit Anfang der Woche in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sind: Erbgroßherzog Guillaume, Wirtschaftsminister Etienne Schneider und Finanzminister Pierre Gramegna begutachteten am Mittwoch den nationalen Pavillon, der „schon zu 50 Prozent steht“, erklärt die Kommissarin für die Expo 2020, Maggy Nagel.

Die Kommissarin für die Expo 2020, Maggy Nagel, und der Architekt Shahram Agaajani im Interview:

Mehr als 90 000 Arbeitsstunden

Die insgesamt 51 Arbeiter aus Pakistan, Bangladesch und Indien, die schon 91 920 Arbeitsstunden in den Bau des nationalen Pavillons gesteckt haben – das verkündet ein Plakat vor der Baustelle –, arbeiten seit dem Sommer 2019 am Luxemburger Pavillon; am 20. Juli 2020 soll alles fertig. „Wir haben einen der fortgeschrittensten Pavillons“, freut sich GG Kirchner, der den Aufbau des Gebäudes in Dubai für das Architektur-Büro Metaform begleitet.

Die Kosten für den nationalen Pavillon, 32 Millionen Euro, werden von der Regierung und von Unternehmen getragen. Rund 2,5 Millionen haben die Handelskammer, die Post und die Satellitengesellschaft SES beigesteuert – neben anderen Firmen wie ArcelorMittal, Cargolux und RAK. „Wir beteiligen uns grundsätzlich an Weltausstellungen“, erklärt der Direktor der Handelskammer, Carlo Thelen. „Es ist die Gelegenheit, um für Luxemburg zu werben. Und die Erfahrung zeigt, dass die Teilnahme an solchen Weltausstellungen sich auszahlt: Nach dem Event in Shanghai im Jahr 2010 haben sich viele chinesische Banken für den Standort Luxemburg interessiert.“

Um den reibungslosen Betrieb des Pavillons während der sechs Monate geöffneten Weltausstellung zu gewährleisten, wurden am Mittwoch in Dubai auch eine Reihe Kooperationsabkommen unterschrieben – unter anderem zwischen der „Ecole d’hôtellerie et de tourisme du Luxembourg“ (EHTL), die das kulinarische Konzept des Restaurants entworfen hat, und der „Emirates Academy of Hospitality Management“ (EAHM).


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„Die EAHM wird den Aufenthalt unserer Schüler, die bei der Weltausstellung in Dubai arbeiten werden, organisieren“, erklärt EHTL-Direktor Michel Lanners. „Es ist uns sehr wichtig, einen lokalen Partner zu haben, der es den Studierenden möglich macht, ihre Kursen während ihres Aufenthalts zu folgen.“ Ein weiteres Kooperationsabkommen wurde zwischen der EHTL und dem Porzellanhersteller RAK unterzeichnet – das, „um unseren Schülern die Möglichkeit zu geben, die Fabrik des Unternehmens in Ras al-Khaimah zu besichtigen“, so Lanners.

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Drei Fragen an ...

Loïc Bertoli leitet das Handelsbüro „Luxembourg Trade and Investment Office“ (LTIO) in Abu Dhabi. Neben dieser Tätigkeit ist er stellvertretender Kommissar für die Expo 2020. Er unterstützt Kommissarin Maggy Nagel bei der Organisation des nationalen Pavillons für die Weltausstellung, die zwischen Oktober 2020 und April 2021 in Dubai stattfinden wird.

1. Loïc Bertoli, Sie beschäftigen sich seit Monaten mit der Organisation des nationalen Pavillons bei der Weltausstellung in Dubai. Worin genau besteht Ihre Arbeit?

Es handelt sich dabei um ein komplexes Projekt – wir begleiten die Errichtung des Pavillons und organisieren alle Aspekte, die mit dem Funktionieren des Gebäudes zu tun haben. Wir haben uns unter anderem um die Zulassungen zum Bau und Betrieb des Pavillons gekümmert. Nun gilt es, alle Schritte und Verfahren mit den lokalen Behörden bezüglich unseres Pavillons durchzuführen und unser Kontaktnetz in den VAE zu erweitern, um unseren Pavillon während der Expo zu einem Erfolg zu machen. Wohl gemerkt: Luxemburg ist weltweit die erste Nation, die 2017 den Vertrag zur Teilnahme an der Weltausstellung mit den Organisatoren abgeschlossen hat.

Loïc Bertoli arbeitet an der Organisation des nationalen Pavillons bei der Weltausstellung.
Loïc Bertoli arbeitet an der Organisation des nationalen Pavillons bei der Weltausstellung.
Foto: Pierre Matgé

2. Das scheint ja auf ein gutes Verhältnis mit den Veranstaltern zu weisen?

Absolut. Die Tatsache, dass wir die Ersten waren, die den Schritt gemacht haben, wurde von den Organisatoren der Ausstellung sehr geschätzt. Dazu kommt, dass die Größe sowie das Konzept und Design unseres Pavillons sehr ambitioniert sind; das kommt in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sehr gut an.

3. Werden sich denn neue Geschäftsmöglichkeiten durch die Teilnahme Luxemburgs an der Weltausstellung ergeben?

Für die mehr als 25 Millionen Besucher, die in Dubai erwartet werden, ist ein nationaler Pavillon die Möglichkeit, Luxemburg zu entdecken. Wir zeigen, wie Luxemburg aussieht und aussehen wird – der Pavillon ist ein Schaufenster für unsere Wissenschaft, Forschung, Innovationen, Kultur, Landschaften und sogar unsere Küche. Darüber hinaus hat die Handelskammer ein ehrgeiziges Wirtschaftsprogramm erarbeitet, um den Besuchern Luxemburgs Wirtschaft und das Potenzial des Großherzogtums als Tor zu Europa vorzustellen. Ziel ist, Unternehmen aus den VAE von Luxemburg zu überzeugen. Ein dritter, nicht unwichtiger Aspekt, ist der Tourismus – wir wollen Luxemburg als Reiseziel verkaufen. In den VAE ist eine Mehrheit der Bevölkerung ausländischer Herkunft – es gibt beispielsweise mehr als drei Millionen indische Staatsangehörige. Eine für touristische Anbieter begehrte Kundschaft, denn wie Besucher aus China beschränken sie sich bei ihren Reisen nach Europa nicht nur auf eine Stadt oder ein Land, sondern versuchen meist, mehrere Reiseziele zu kombinieren. Da kann Luxemburg noch punkten.


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