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Ex-Audi-Chef wird der Prozess gemacht
Wirtschaft 08.06.2020 Aus unserem online-Archiv

Ex-Audi-Chef wird der Prozess gemacht

ARCHIV - 18.05.2017, Baden-Württemberg, Neckarsulm: Der damalige Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, sitzt bei der Hauptversammlung der Audi AG auf dem Podium. Das Landgericht München hat die Anklage gegen den früheren Audi-Chef wegen Betrugs in der Dieselaffäre zugelassen. Der Prozess gegen Stadler und drei Mitangeklagte soll am 30. September beginnen, wie das Gericht mitteilte. (Zu dpa "Prozess gegen Ex-Audi-Chef Stadler ab September") Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ex-Audi-Chef wird der Prozess gemacht

ARCHIV - 18.05.2017, Baden-Württemberg, Neckarsulm: Der damalige Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, sitzt bei der Hauptversammlung der Audi AG auf dem Podium. Das Landgericht München hat die Anklage gegen den früheren Audi-Chef wegen Betrugs in der Dieselaffäre zugelassen. Der Prozess gegen Stadler und drei Mitangeklagte soll am 30. September beginnen, wie das Gericht mitteilte. (Zu dpa "Prozess gegen Ex-Audi-Chef Stadler ab September") Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Marijan Murat/dpa
Wirtschaft 08.06.2020 Aus unserem online-Archiv

Ex-Audi-Chef wird der Prozess gemacht

Vier Jahre nach Aufdeckung des Dieselskandals im VW-Konzern hat das Landgericht München die Anklage gegen den langjährigen Audi-Chef Stadler zugelassen.

 (dpa) - Der frühere Audi-Vorstandschef Rupert Stadler muss vor Gericht. Das Landgericht München hat die Anklage wegen Betrugs in der Dieselaffäre zugelassen. Der Prozess gegen Stadler und drei Mitangeklagte soll am 30. September beginnen, wie das Gericht am Montag mitteilte.


ARCHIV - 12.03.2019, Niedersachsen, Wolfsburg: Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, spricht bei der Jahrespressekonferenz der Volkswagen AG. VW-Konzernchef Diess gibt die Führung der Kernmarke an den bisherigen Co-Geschäftsführer Ralf Brandstätter ab. (zu dpa «VW-Konzernchef Diess gibt Führung der Kernmarke ab») Foto: Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen „Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung“ vor. Stadler habe spätestens Ende September 2015 von den Abgas-Manipulationen bei Audi-Dieselmotoren gewusst, aber den Verkauf der Autos trotzdem nicht verhindert, lautet der Vorwurf gegen ihn. Für den Prozess hat das Gericht 176 Verhandlungstage bis Ende Dezember 2022 eingeplant.


(FILES) In this file photo taken on February 28, 2020 The logo of German car maker Volkswagen (VW) is pictured at the company's headquarters in Wolfsburg on February 28, 2020. - A British court ruled in favour of tens of thousands of motorists on April 6, 2020 who were suing Volkswagen for compensation over the "dieselgate" emissions cheating scandal. (Photo by Ronny Hartmann / AFP)
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Stadler war von 2007 bis 2018 zwölf Jahre lang Audi-Chef gewesen. Wegen Verdunkelungsgefahr war er im Juni 2018 noch als Vorstandschef verhaftet worden und hatte vier Monate lang in Augsburg in Untersuchungshaft gesessen. Eine Mitwisserschaft oder gar Beteiligung an Diesel-Manipulationen hat er bislang bestritten.

Drei Milliarden Kosten


ARCHIV - 05.02.2015, Baden-Württemberg, Stuttgart: Die Daimler-Konzernzentrale, aufgenommen in der Morgendämmerung. (zu dpa: «Daimler-Vorstand ruft Führungskräfte zu strengem Sparkurs auf») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Die drei zusammen mit Stadler angeklagten Manager und Ingenieure sollen große Audi-Dieselmotoren mit einer verbotenen Abschaltfunktion entwickelt haben. Damit stießen die Motoren auf dem Prüfstand weniger Abgas aus als im alltäglichen Betrieb auf der Straße. Diese Motoren seien dann in 250 712 Audis, 71 577 Fahrzeuge von VW und 112 131 Fahrzeuge von Porsche eingebaut worden. Die Autos wurden in Europa und den USA verkauft. Der Skandal hat Audi seit 2015 mehr als 3 Milliarden Euro gekostet.

Gegen Stadler und die drei Audi-Motorenentwickler hatte die Staatsanwaltschaft München schon vor einem Jahr, im Juli 2019, Anklage erhoben. Die Anklageschrift ist rund 400 Seiten lang, dazu kommen noch 7000 Seiten im Anhang - das Ergebnis jahrelanger Ermittlungen der Staatsanwälte. 


(FILES) In this file photo taken on March 16, 2019 Nissan cars are pictured, parked in a lot at its' Sunderland plant in north east England on March 16, 2019. - Car giant Nissan announced a halt in production on March 17, 2020 at its Sunderland factory because of falling demand amid the coronavirus outbreak. (Photo by ANDY BUCHANAN / AFP)
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Gegen den ehemaligen VW-Konzernchef Martin Winterkorn hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig schon im April 2019 Anklage wegen Betrugs und strafbarer Werbung erhoben. Er soll nicht erst im September 2015, sondern bereits Mitte 2015 von der illegalen Motorsteuerung gewusst haben. Aber das Landgericht Braunschweig hat die Anklage gegen Winterkorn bis heute nicht zugelassen und Zweifel an wesentlichen Vorwürfen geäußert.    

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