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Europas Automarkt bricht ein
Wirtschaft 17.10.2018

Europas Automarkt bricht ein

Unter den deutschen Autobauern verzeichnete der VW-Konzern mit einem Minus von 48 Prozent besonders starke Einbußen.

Europas Automarkt bricht ein

Unter den deutschen Autobauern verzeichnete der VW-Konzern mit einem Minus von 48 Prozent besonders starke Einbußen.
Foto: dpa
Wirtschaft 17.10.2018

Europas Automarkt bricht ein

Die Zahl der Neuzulassungen in den EU-Ländern ist im September um 23,5 Prozent gesunken - in Luxemburg sogar um über 34 Prozent, teilte der Branchenverband Acea in Brüssel mit.

(dpa/aa) - Der europäische Automarkt hat im September in Folge der neuen EU-Abgasregeln einen starken Einbruch verzeichnet. Die Zahl der Neuzulassungen in den EU-Ländern sei im Jahresvergleich um 23,5 Prozent auf 1,09 Millionen Personenwagen gesunken, teilte der Branchenverband Acea am Mittwoch in Brüssel mit.

Besonders stark ging die Nachfrage im September in einigen osteuropäischen Ländern wie Rumänien (-73,4%) zurück. Aber auch in großen Märkten wie Spanien (-17%) und Frankreich (-12,8%) sank sie klar zweistellig. In Luxemburg (-34,6%), Belgien (-33.6%) und in Deutschland (-30,5%)  lag der Rückgang über dem Durchschnitt.

Unter den deutschen Autobauern verzeichnete der VW-Konzern mit einem Minus von 48 Prozent besonders starke Einbußen. Bei der Marke Volkswagen war der Rückgang dabei konzernintern überdurchschnittlich stark. Bei der Marke Porsche sackte die Zahl der Zulassungen gar um mehr als zwei Drittel ab.

BMW büßte dagegen mit einem Minus von konzernweit 8,6 Prozent nur vergleichsweise moderat ein, und bei Daimler ging es um 11,8 Prozent bergab. Für den vom französischen Hersteller PSA übernommenen Autobauer Opel wies der Branchenverband zusammen mit Vauxhall ein Minus von 11,2 Prozent aus.

In den ersten neun Monaten des Jahres nahmen die Neuzulassungen dank kräftiger Zuwächse in den Vormonaten hingegen um 2,5 Prozent auf 11,95 Millionen zu. In Frankreich lag der Zuwachs in diesem Zeitraum sogar bei 6,5 Prozent, in Luxemburg bei 3,7, in Belgien bei 4,7 und in Deutschland bei 2,4 Prozent.


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In Europa gilt nun das neue Abgas- und Prüfverfahren WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure). Seit dem 1. September dürfen nur noch Autos neu zugelassen werden, die diesen Prüfstandard bereits durchlaufen haben. Die EU-weit einheitlichen Untersuchungen sind gründlicher und länger als im bisherigen Verfahren NEFZ.

Das WLTP-Verfahren unterscheidet sich in vielen Punkten von seinem Vorgänger. So dauert der Labortest zehn Minuten länger und kommt nur noch auf 13 Prozent Stillzeit. Die gesamte Zykluslänge simuliert mit 23,25 Kilometern eine mehr als doppelt so lange Strecke wie der NEFZ. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 131 statt bisher 120 Kilometern pro Stunde.


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