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Europäische Zentralbank: Leitzins im Euro-Raum bleibt bei Null Prozent
Wirtschaft 07.09.2017 Aus unserem online-Archiv

Europäische Zentralbank: Leitzins im Euro-Raum bleibt bei Null Prozent

Der EZB-Rat bekräftigte am Donnerstag in Frankfurt die bisherige expansive Ausrichtung.

Europäische Zentralbank: Leitzins im Euro-Raum bleibt bei Null Prozent

Der EZB-Rat bekräftigte am Donnerstag in Frankfurt die bisherige expansive Ausrichtung.
Foto: AFP
Wirtschaft 07.09.2017 Aus unserem online-Archiv

Europäische Zentralbank: Leitzins im Euro-Raum bleibt bei Null Prozent

Die Europäische Zentralbank (EZB) verändert ihren geldpolitischen Kurs vorerst nicht - trotz zunehmender Forderungen nach einem Einstieg in den Ausstieg aus der Geldflut. Der EZB-Rat bekräftigte am Donnerstag in Frankfurt die bisherige expansive Ausrichtung.

(dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) verändert ihren geldpolitischen Kurs vorerst nicht - trotz zunehmender Forderungen nach einem Einstieg in den Ausstieg aus der Geldflut. Der EZB-Rat bekräftigte am Donnerstag in Frankfurt die bisherige expansive Ausrichtung.

Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent. Parken Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank, kostet das die Institute weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen. Zudem steckt die EZB noch bis mindestens Ende Dezember 2017 Monat für Monat 60 Milliarden Euro in den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen. Das gigantische Kaufprogramm läuft seit März 2015, bisher veranschlagtes Volumen: 2,28 Billionen Euro. Die Notenbank ließ sich entgegen der Erwartung von Volkswirten sogar weiterhin die Möglichkeit offen, das Volumen ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe auszuweiten.

Die Europäische Zentralbank will im Oktober über das weitere Vorgehen bei ihren milliardenschweren Anleihenkäufen informieren. „Wahrscheinlich wird der Großteil der Entscheidungen im Oktober getroffen“, sagte Notenbank-Präsident Mario Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag in Frankfurt. Das höchste Entscheidungsgremium der Notenbank kommt am 26. Oktober zu seiner nächsten geldpolitischen Sitzung zusammen.

Mit viel billigem Geld versucht die EZB seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und die Teuerung anzuheizen. Angestrebt wird Preisstabilität bei einer Inflationsrate knapp unter 2,0 Prozent - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben - das würde die Konjunktur abwürgen.

Weil die Zeiten einer Inflationsrate nahe Null vorerst vorbei sind und die Konjunktur im Euroraum wieder besser läuft, wuchs in den vergangenen Monaten der Druck auf die Währungshüter, ihren Anti-Krisen-Kurs zu beenden.

Beobachter hofften, dass EZB-Präsident Mario Draghi am Nachmittag zumindest Andeutungen zu einem Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik machen würde. Nach der Juli-Sitzung des EZB-Rates hatte Draghi angekündigt, das Gremium werde ab Herbst über mögliche Kursänderungen diskutieren - auf Grundlage der neuesten Prognosen zur Entwicklung von Konjunktur und Inflation im Euroraum.


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