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EZB-Direktorin erwartet keine dauerhaft höhere Inflation
Wirtschaft 13.09.2021
Europäische Zentralbank

EZB-Direktorin erwartet keine dauerhaft höhere Inflation

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält trotz der aktuelle hohen Inflation den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent.
Europäische Zentralbank

EZB-Direktorin erwartet keine dauerhaft höhere Inflation

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält trotz der aktuelle hohen Inflation den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent.
Foto: AFP
Wirtschaft 13.09.2021
Europäische Zentralbank

EZB-Direktorin erwartet keine dauerhaft höhere Inflation

Isabel Schnabel geht davon aus, dass sich der aktuelle Preisniveau-Anstieg im kommenden Jahr abschwächt.

(dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet laut Direktorin Isabel Schnabel keinen dauerhaft erhöhten Preisniveau-Anstieg. „Aller Voraussicht nach wird sich die Inflation im kommenden Jahr wieder spürbar abschwächen“, sagte Schnabel am Montag anlässlich des Baden-Badener Unternehmergesprächs. Die aktuellen Inflationszahlen seien in Anbetracht der sehr niedrigen Inflation im Vorjahr mit Vorsicht zu interpretieren, erklärte Schnabel. Die Notenbank sei jedoch wachsam und bereit, falls nötig zu handeln.

Zuletzt waren Inflationssorgen in der deutschen Öffentlichkeit stärker thematisiert worden. Die EZB hatte hingegen ihre sehr lockere Geldpolitik am vergangenen Donnerstag weitgehend bestätigt. Im August war die Inflationsrate im Euroraum auf drei Prozent gestiegen. Sie liegt damit deutlich über dem Inflationsziel der EZB von zwei Prozent. Schnabel erwartet, dass die Inflation bis zum Jahresende weiter steigen wird.


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Die EZB werde jedoch nicht auf kurzfristige Schwankungen der Inflationsrate reagieren, so die deutsche Direktorin. Man erwarte, dass die Inflation ab Beginn des kommenden Jahres sich wieder deutlich abschwächen und im Laufe der Zeit wieder unter den Zielwert von zwei Prozent fallen werde. Derzeit würde die Inflation von statistischen Effekten getrieben. „Vereinfacht ausgedrückt, ist die Inflation heute vor allem deshalb so hoch, weil sie im Vorjahr so niedrig war“, sagte Schnabel. Sie verweist auf die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland und den Preisverfall an den Rohstoffmärkten im Zuge der Pandemie, die dazu geführt hätten, dass die Inflation im vergangenen Jahr im Euroraum über längere Zeit negativ war. 


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