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Eurohub Sud kommt in Form
Wirtschaft 2 Min. 20.09.2018

Eurohub Sud kommt in Form

 Die leuchtend grüne Brücke verläuft parallel zur Autobahn A13 vom Eurohub Sud zum Intermodal-Terminal

Eurohub Sud kommt in Form

Die leuchtend grüne Brücke verläuft parallel zur Autobahn A13 vom Eurohub Sud zum Intermodal-Terminal
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 2 Min. 20.09.2018

Eurohub Sud kommt in Form

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Die Firmen WDP und Arthur Welter planen neue Bauvorhaben in der Logistik. Wirtschaftsminister Etienne Schneider nutzte diese Ankündigungen und die Einweihung des neuen Viaduktes am Donnerstag für eine Bilanz.

„Seit 2013 wurden im Großherzogtum fast 250.000 Quadratmeter Logistikfläche geschaffen. Die betroffenen Firmen haben dabei 250 Millionen Euro investiert“, so Etienne Schneider am Donnerstagnachmittag auf dem Gelände des Eurohub Sud zwischen den Südgemeinden Bettemburg und Düdelingen.


Centre logistique Eurohub Sud,cérémonie de démarrage des travaux liés à la réalisation du viaduc.Foto:Gerry Huberty
CFL Multimodal mit Eurohub verbunden: 185 Meter Brücke in Grün
Auf der einen Seite kommen die Containerzüge an, auf der anderen Seite liegen die großen Logistikhallen. Beide trennen den Rangierbahnhof von Bettemburg. Aber nicht mehr lange.

Der Wirtschaftsminister war zur Einweihung des neuen Viadukts gekommen. Die auffällige grüne Brücke verbindet nahe des Autobahnkreuzes von A3 und A13 den Logistikpark mit dem 2017 von CFL Multimodal in Betrieb genommenen Intermodal-Terminal jenseits des Bettemburger Rangierbahnhofs.

Wirtschaftsminister im Wahlkampfmodus

Knapp einen Monat vor dem 14. Oktober ist der Minister im Wahlkampfmodus. 250.000 Quadratmeter Logistikfläche seien umgerechnet 35 Fußballfelder – dies innerhalb der letzten Regierungsperiode, hieß es. Allein 150.000 Quadratmeter sowie 800 Arbeitsplätze sind laut Etienne Schneider auf dem Areal des Eurohub Sud entstanden oder bereits geplant, wobei die Mehrwertlogistik eine besondere Rolle spielt, wie er stets betont. Mit Transportieren und Einlagern allein ist es in der Branche nicht getan. Es werden zunehmend komplexere Aufgaben in der Lieferkette übernommen – im Falle des Eurohub Sud unter anderem für die Reifenindustrie oder den Lebensmitteleinzelhandel.


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Nach gut dreijähriger Bauzeit wird CFL Multimodal im Juni das Intermodal-Terminal Bettemburg-Düdelingen in Betrieb nehmen. Das "Luxemburger Wort" hatte bereits vorab Gelegenheit sich dort umzuschauen.

Am Donnerstag hat nun parallel zur Einweihung des Viaduktes die auf Warehouses spezialisierte Firma WDP den Bau ihres dritten Gebäudes mit 25.000 Quadratmetern Fläche im Bereich des Eurohub Sud angekündigt. Außerdem wird das im Bau befindliche zweite Gebäude bald fertiggestellt und von den Mietern bezogen: dem Einzelhandelskonzern Auchan und dem Robotikunternehmen Innovation First. Im ersten Gebäude, das zu 55 Prozent WDP und zu 45 Prozent dem luxemburgischen Staat gehört, ist aktuell vor allem das europäische Logistikzentrum des Kunststoffherstellers Ampacet untergebracht.

Gruppe Arthur Welter investiert 20 Millionen Euro

Dann kündigte am Donnerstag noch das Leudelinger Speditionsunternehmen Arthur Welter ein Bauvorhaben im Logistikpark Eurohub Sud an. Das 1962 gegründete Familienunternehmen ist auf internationalen Straßengüterverkehr, sicheren Luftfrachttransport, Befrachtung, Lagerung, Sammelgut, nationale Distribution und Zollformalitäten spezialisiert.

Der Eurohub Sud wird künftig eine neue Firma der Gruppe, die „Arthur Welter Logistics“, beherbergen, so die zuständige Generaldirektorin, Marianne Welter. Zum Jahresende sollen die Bauarbeiten beginnen. Das Investitionsvolumen liegt bei 20 Millionen Euro. Das neue Gebäude soll bis Ende 2019 oder Anfang 2020 fertig sein, rund 25.000 Quadratmeter groß werden und neben Büros auch eine Halle für die Zwischenlagerung von Waren und die Auftragsvorbereitung umfassen.

Wirtschaftsminister Etienne Schneider konnte am Mittwoch mit zwei neuen Bauprojekten für den Eurohub Sud aufwarten.
Wirtschaftsminister Etienne Schneider konnte am Mittwoch mit zwei neuen Bauprojekten für den Eurohub Sud aufwarten.
Foto: Gerry Huberty

Minister Etienne Schneider zeigte sich ob solcher Ankündigungen rundum zufrieden und fasste im Hinblick auf die vergangen fünf Jahre die Anstrengungen der Regierung im Bereich der Logistik selbstbewusst zusammen: „Mission erfüllt“.

Laut Statec seien 13.000 Personen in der Logistikbranche tätig, so der Minister – ein Wert, der seit Jahren kursiert, auch schon vor 2013 und nicht zuletzt in den Jahresbilanzen des Observatoire de la compétitivité auftaucht. „Das ist aber eigentlich nicht richtig, weil nur jene Beschäftigten gezählt würden, die zu 100 Prozent der Logistikbranche zuzurechnen sind. Viele werden dadurch nicht mitgezählt. Die Zahl müsste eigentlich viel höher ausfallen“, so der Minister.

Ob die Mission wirklich bereits erfüllt ist, oder ob in einer von starker internationaler Konkurrenz und Preisdruck geprägten Branche nicht doch weitere Anstrengungen erforderlich sind, wird sich zeigen. Die Logistikdrehscheibe zwischen Bettemburg und Düdelingen macht jedenfalls eindeutige Fortschritte.


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4.5.2015 Luxembourg, Dudelange-Bettembourg, Ampacet , nouveau bâtiment photo Anouk Antony