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EU will „grünen“ Wasserstoff stark fördern
Wirtschaft 08.07.2020

EU will „grünen“ Wasserstoff stark fördern

Schleswig-Holstein, Bosbüll: Blick auf eine neue Wasserstoff-Produktionsanlage des größten deutschen Wasserstoffmobilitätsprojekts eFarm.

EU will „grünen“ Wasserstoff stark fördern

Schleswig-Holstein, Bosbüll: Blick auf eine neue Wasserstoff-Produktionsanlage des größten deutschen Wasserstoffmobilitätsprojekts eFarm.
Carsten Rehder/dpa
Wirtschaft 08.07.2020

EU will „grünen“ Wasserstoff stark fördern

Bis 2030 sollen in Europa jährlich zehn Millionen Tonnen Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden.

(dpa) - Die Nutzung klimafreundlichen Wasserstoffs soll in der Europäischen Union binnen zehn Jahren stark ausgebaut werden, um die Energiewende voranzutreiben. Die EU-Kommission legte dazu am Mittwoch ihre Strategie vor. So sollen mit öffentlicher Unterstützung bis 2024 die jährlichen Produktionskapazitäten auf eine Million Tonnen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien wachsen - sechsmal so viel wie heute. Bis 2030 sollen es zehn Millionen Tonnen sein.


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Dies sei wichtig, um das Ziel eines klimaneutralen Europa bis zum Jahr 2050 zu erreichen, erklärte Kommissionsvize Frans Timmermans: „Mit der Entwicklung und dem Einsatz einer sauberen Wasserstoff-Wertschöpfungskette wird Europa weltweit führend werden und seine Führungsrolle bei sauberen Technologien bewahren.“

Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Energieversorgung. Denn bei der Nutzung entstehen keine Treibhausgase. Allerdings muss zur Herstellung zunächst mit großem Energieaufwand Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten werden. Klimaschonend ist dies nur, wenn dazu wiederum Strom ohne oder mit nur minimalen Treibhausgas-Emissionen während der Erzeugung verwendet wird, also zum Beispiel aus Sonne oder Wind.


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Die Strategie soll Investitionen in diesen „grünen“ Wasserstoff voranbringen und dafür öffentliche und private Gelder mobilisieren. Dazu soll auch das Hunderte Milliarden Euro schwere Corona-Wiederaufbau-Programm genutzt werden, über das die EU-Staaten derzeit verhandeln.


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