Wählen Sie Ihre Nachrichten​

EU-Wettbewerbshüter wollen Siemens-Alstom-Fusion untersagen
Wirtschaft 05.02.2019

EU-Wettbewerbshüter wollen Siemens-Alstom-Fusion untersagen

EU-Wettbewerbshüter wollen Siemens-Alstom-Fusion untersagen

Foto: Marijan Murat/dpa
Wirtschaft 05.02.2019

EU-Wettbewerbshüter wollen Siemens-Alstom-Fusion untersagen

Der ICE-Bauer Siemens und der französische TGV-Hersteller Alstom wollten ihre Zugsparten zusammenlegen, um zu einem globalen Megakonzern zu werden. Daraus wird nun wohl nichts.

(dpa) - Die EU-Wettbewerbshüter wollen die geplante Bahn-Fusion von Siemens und dem französischen Konkurrenten Alstom am Mittwoch untersagen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus informierten Kreisen. Das Großprojekt eines „Airbus für die Schiene“ ist damit gescheitert.

Der ICE-Hersteller Siemens und der TGV-Bauer Alstom wollten ursprünglich ihre Bahnsparten zusammenlegen, um zu Europas größtem Produzenten aufzusteigen und vor allem im internationalen Wettbewerb - etwa mit China - zu bestehen. Die EU-Kommission hatte jedoch erhebliche Bedenken, dass sich der Zusammenschluss negativ auf den Binnenwettbewerb in Europa und letztlich auch auf die Verbraucher auswirken würde.


Die neuen CFL-Züge gehören zu Alstoms Sortiment an Coradia-Modulzügen, die derzeit in neun europäischen Ländern sowie in Kanada eingesetzt werden.
CFL schafft 34 neue Fahrzeuge für 350 Millionen Euro an
Die CFL hat am Dienstag einen Vertrag über den Erwerb ihres zukünftigen Rollmaterials unterzeichnet.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sah das Vorhaben bereits in den vergangenen Wochen äußerst kritisch. Sie verlangte von Siemens und Alstom unter anderem weitreichende Veräußerungen bei der Signaltechnik sowie langjährige Lizenzierungen von Technik für Hochgeschwindigkeitszüge.

Ende Januar legten die beiden Unternehmen noch einmal in einem ungewöhnlichen Schritt Zugeständnisse nach. Da wurde jedoch bereits gemutmaßt, dass diese möglicherweise nicht ausreichen könnten.

Die deutsche Bundesregierung und auch die französische Regierung hatten sich sehr für den Deal starkgemacht. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte etwa gefordert, es müsse europäische „Champions“ in der Industrie geben, um mit China und den USA konkurrieren zu können. Ähnlich hatte sich Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire geäußert. Altmaier brachte auch Änderungen am EU-Wettbewerbsrecht ins Spiel.


Picture taken on March 30, 2017 shows the logo of Alstom, the manufacturer of French high-speed trains, on the company's plant in Salzgitter, central Germany.
Alstom and German industrial giant Siemens said on September 27, 2017 they are to merge their rail activities in a politically tricky deal to create "a new European champion" big enough to take on world leader CRRC of China. / AFP PHOTO / dpa / Hauke-Christian Dittrich / Germany OUT
Vernunftehe im Zuggeschäft: Siemens und Alstom gehen zusammen
Siemens koppelt seinen ICE mit dem TGV von Alstom zusammen. Die Fusion stößt in Frankreich nicht nur auf Gegenliebe. Doch der harte Wettbewerb zwingt die Hersteller zum Handeln.

Details der Entscheidung sollte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Mittwoch mitteilen. Am Dienstag hatte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker noch verkündet, die Kommission werde bei Wettbewerbsentscheidungen „niemals Politik spielen“ oder Sonderbehandlungen gewähren.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema