Wählen Sie Ihre Nachrichten​

EU-Rechnungshof: 5G-Ausbau in Europa deutlich zu langsam
Wirtschaft 24.01.2022
Gefahr chinesischer Anbieter

EU-Rechnungshof: 5G-Ausbau in Europa deutlich zu langsam

Es geht nicht nur um Tempo: Die EU-Kommission hat empfohlen, risikobehaftete Anbieter wie Huawei aus Kernbereichen der Netze rauszuhalten.
Gefahr chinesischer Anbieter

EU-Rechnungshof: 5G-Ausbau in Europa deutlich zu langsam

Es geht nicht nur um Tempo: Die EU-Kommission hat empfohlen, risikobehaftete Anbieter wie Huawei aus Kernbereichen der Netze rauszuhalten.
Foto: AFP
Wirtschaft 24.01.2022
Gefahr chinesischer Anbieter

EU-Rechnungshof: 5G-Ausbau in Europa deutlich zu langsam

Bis 2030 soll der neue Mobilfunkstandard 5G in Europa flächendeckend verfügbar sein. Doch etliche Länder hängen deutlich hinterher.

(dpa) - Der Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G kommt in vielen EU-Staaten einem Bericht des Europäischen Rechnungshofs zufolge nur langsam voran. „Insgesamt ergab die Prüfung des Hofes, dass sich der Ausbau der 5G-Netze durch die Mitgliedstaaten (...) erheblich verzögert“, heißt es in der am Montag veröffentlichten Untersuchung. Zudem müsse mehr unternommen werden, um Sicherheitsfragen in Zusammenhang mit der 5G-Einführung zu klären.


Télécran, Post 5G Antenne, Ein Techniker richtet eine 5G Antenne ein, Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
5G-Netz: Luxemburg in Echtzeit
Die Mobilfunkanbieter im Land bauen derzeit im Großherzogtum das Netzwerk der 5. Generation auf. Das mobile Internet wird um ein Vielfaches schneller.

Der EU-Kommission zufolge sollen bis 2025 alle städtischen Gebiete sowie alle Hauptverkehrswege mit 5G abgedeckt sein. 2030 soll die 5G-Versorgung flächendeckend sein. Schon jetzt hängen viele Länder hinterher. Bei 16 Ländern besteht nach Angaben der EU-Kommission bestenfalls eine mittlere Wahrscheinlichkeit und schlimmstenfalls eine geringe Wahrscheinlichkeit, das Ziel für 2025 zu erreichen.

Der Rechnungshof verweist auf das enorme Potenzial von 5G für Wirtschaft und Gesellschaft. Der Mobilfunkstandard sei eine Voraussetzung für Innovationen etwa im Verkehr oder in vernetzten Gebäuden. 

Gefahr durch chinesische Anbieter

Zugleich gebe es Gefahren - vor allem mit Blick auf Anbieter aus Drittstaaten wie die chinesische Firma Huawei. Diese seien etwa beim Datenschutz teils weit von EU-Standards entfernt.


(FILES) This file photo taken on May 25, 2020, shop for Chinese telecom giant Huawei features a red sticker reading "5G" in Beijing on May 25, 2020. - China's Huawei is not totally banned from France's next-generation 5G wireless market, but French operators using them will only get limited licences, the head of the national cybersecurity agency told Les Echos newspaper on July 6, 2020. (Photo by NICOLAS ASFOURI / AFP)
Großbritannien: Huawei beim 5G-Ausbau ausgeschlossen
Die britische Regierung hat es sich anders überlegt: Huawei soll nun doch vom Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes in Großbritannien ausgeschlossen werden.

Die EU-Kommission habe zwar im Januar 2020 das Instrumentarium für 5G-Sicherheit vorgelegt. Dies sei jedoch für eine Reihe von Netzbetreibern, die ihre Anbieter bereits gewählt gehabt hätten, zu spät gekommen. Für den Fall, dass EU-Staaten chinesische Anbieter nun wegen eines zu großen Risikos ohne Übergangszeit aus ihren Netzen verbannen müssten, seien hohe Kosten zu befürchten.

Dem Rechnungshof zufolge gehen die EU-Länder sehr verschieden mit chinesischen Anbietern um. In Ungarn gebe es beispielsweise keine Beschränkungen. In Deutschland gibt es seit 2021 hingegen ein Gesetz, das es dem Innenministerium erlaubt, den Einsatz sicherheitsrelevanter Teile zu verbieten, wenn der Hersteller von der Regierung eines anderen Landes kontrolliert wird oder bereits an gefährlichen Aktivitäten beteiligt war. Vor allem die USA werfen Huawei enge Verbindungen zur chinesischen Regierung vor und haben das Unternehmen mit Sanktionen belegt. Huawei weist die Vorwürfe zurück. Die EU-Kommission hatte 2020 empfohlen, aus ihrer Sicht risikobehaftete Anbieter wie Huawei aus Kernbereichen der Netze rauszuhalten.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema