Wählen Sie Ihre Nachrichten​

EU-Parlament bestätigt Lagarde als EZB-Chefin
Wirtschaft 2 Min. 17.09.2019

EU-Parlament bestätigt Lagarde als EZB-Chefin

Das EU-Parlament tagt derzeit in Straßburg.

EU-Parlament bestätigt Lagarde als EZB-Chefin

Das EU-Parlament tagt derzeit in Straßburg.
Foto: AFP
Wirtschaft 2 Min. 17.09.2019

EU-Parlament bestätigt Lagarde als EZB-Chefin

Christine Lagarde soll Anfang November den bisherigen Amtsinhaber Mario Draghi an der Spitze der EZB ablösen.

(dpa) - Das EU-Parlament hat sich mit großer Mehrheit für die bisherige IWF-Chefin Christine Lagarde an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgesprochen. Lagarde erhielt am Dienstag 394 von 649 abgegebenen Stimmen bei einem geheimen Votum des Europaparlaments in Straßburg. 206 Abgeordnete sprachen sich gegen die Französin aus, 49 enthielten sich. Lagarde hatte den Abgeordneten bereits Anfang September in Brüssel Rede und Antwort gestanden. Die Abstimmung im Parlament hatte vor allem symbolischen Charakter.

Auf Christine Lagarde wartet ein großes Arbeitspensum.
Auf Christine Lagarde wartet ein großes Arbeitspensum.
Jan Woitas/zb/dpa

Lagarde, die seit 2011 den Internationalen Währungsfonds (IWF) geleitet hatte, soll am 1. November den bisherigen Amtsinhaber, den Italiener Mario Draghi, ablösen. Die Kandidatur Lagardes werde nun auf die Tagesordnung des Gipfeltreffens des Europäischen Rates im Oktober gesetzt, teilte das Europaparlament mit. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten die 63-Jährige im Juli nominiert. Die Amtszeit eines EZB-Chefs beträgt acht Jahre.

Zum Einstieg wartet keine Entspannung auf die Französin. Kurz vor Ende seiner Amtszeit zog Draghi Ende vergangener Woche noch einmal alle Register und beschloss ein Maßnahmenpaket gegen Konjunkturschwäche mit höheren Strafzinsen für Banken, frischen Milliarden für Anleihenkäufe und einem vorerst zementierten Zinstief. Eine erste Zinserhöhung verschob der EZB-Rat auf unbestimmte Zeit.


ARCHIV - 24.01.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), verlässt im Anschluss an die Pressekonferenz in der EZB-Zentrale das Podium. Europas Währungshüter haben das Zinstief auf Jahre zementiert. Statt die Wende zurück zur geldpolitischen Normalität einzuläuten, könnte der Ende Oktober scheidende EZB-Präsident Mario Draghi nachlegen. Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
EZB verschärft Strafzins für Bankeinlagen
Die Europäische Zentralbank hebt den Strafzins für Bankeinlagen auf 0,5 Prozent.

Die Zentralbank mit Sitz in Frankfurt entscheidet über die Geldpolitik für die Eurozone und bestimmt unter anderem den Leitzinssatz, der auch für Sparer und Kreditnehmer wichtig ist. Hauptziel der EZB ist Preisstabilität.

Bisher mussten Geschäftsbanken 0,4 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Liquidität bei der Notenbank parken - eine Milliardenbelastung für die Finanzbranche im Euroraum. Dieser negative Einlagensatz wird nun auf minus 0,5 Prozent verschärft.

Mit dem Strafzins wollen die Währungshüter die Institute dazu bringen, mehr Gelder in Form von Krediten an Unternehmen und Verbraucher auszureichen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das soll auch den Preisauftrieb verstärken. Um die Banken etwas zu entlasten, führt die EZB einen Staffelzins für bestimmte Freibeträge ein.


(FILES) In this file photo taken on January 20, 2016 International Monetary Fund (IMF) Managing Director Christine Lagarde looks on during a session at the World Economic Forum (WEF) annual meeting in Davos. - IMF chief Christine Lagarde may be the first woman to be nominated head of the European Central Bank to replace Mario Draghi. (Photo by FABRICE COFFRINI / AFP)
Euro-Finanzminister nominieren Lagarde offiziell für EZB-Spitze
Christine Lagarde ist am Dienstag einen Schritt näher an den Spitzenposten der Europäischen Zentralbank gerückt.

Lagarde hatte bereits bei ihrer Anhörung vor EU-Politikern in Brüssel deutlich gemacht, dass sie eine sehr lockere Geldpolitik für absehbare Zeit für nötig hält. Sie sagte aber auch: „Wir müssen die negativen Folgen und Nebeneffekte im Blick behalten.“ Die Sorgen der Menschen müssten beachtet werden. Außerdem wolle sie die Entscheidungen der Notenbank künftig besser erklären. Nachfolgerin Lagardes beim IWF soll die Bulgarin Kristalina Georgiewa werden.    


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Leitzins im Euroraum bleibt auf Rekordtief
Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent. Das entschied der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt, wie die Notenbank mitteilte.
26.04.2018, Hessen, Frankfurt am Main: Eine Stele ist vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) platziert. Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
EZB: Leitzins bleibt weiter auf Rekordtief
Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt sich mit dem Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik weiterhin Zeit. Zunächst halten die Währungshüter unverändert Kurs - ungeachtet drängender Forderungen nach einem Ende der Geldflut.
FILE PHOTO: The headquarters of the European Central Bank (ECB) are illuminated with a giant euro sign at the start of the "Luminale, light and building" event in Frankfurt, Germany, March 12, 2016.   EUTERS/Kai Pfaffenbach/File Photo