Wählen Sie Ihre Nachrichten​

EU muss sich gegen vollständigen Gas-Lieferstopp wappnen
Wirtschaft 06.07.2022
Europäischer Notfallplan

EU muss sich gegen vollständigen Gas-Lieferstopp wappnen

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen drängt darauf, die Abhängigkeit von Russland weiter zu reduzieren.
Europäischer Notfallplan

EU muss sich gegen vollständigen Gas-Lieferstopp wappnen

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen drängt darauf, die Abhängigkeit von Russland weiter zu reduzieren.
Foto: AFP
Wirtschaft 06.07.2022
Europäischer Notfallplan

EU muss sich gegen vollständigen Gas-Lieferstopp wappnen

Die EU muss sich nach Einschätzung von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen darauf vorbereiten, dass Russland den Gashahn zudreht.

(dpa) – Die EU muss sich nach Einschätzung von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für den Fall eines vollständigen Ausfalls von Gaslieferungen aus Russland wappnen. „Wir müssen uns auf weitere Unterbrechungen der Gasversorgung aus Russland vorbereiten, sogar auf eine vollständige Beendigung“, sagte die deutsche Spitzenpolitikerin am Mittwoch im Europaparlament. 


ARCHIV - 29.06.2022, Brandenburg, Schwedt/Oder: Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, spricht auf der Demonstration des Bürgerbündnisses «Zukunft Schwedt». Mit Blick auf die Gaskrise und steigende Energiepreise wächst in den Städten die Sorge, dass Stadtwerke ernsthaft in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten - und damit die Versorgungssicherheit gefährdet wäre. (zu dpa "Habeck und Städtebund sorgen sich in Gaskrise um Stadtwerke") Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Deutschland rüstet sich für möglichen Gasstopp
Was passiert, wenn Putin Deutschland den Gashahn zudreht? Notfalls will die Regierung erlauben, dass die höheren Preise weitergegeben werden.

Es sei klar, dass Russlands Präsident Wladimir Putin Energie als Waffe nutze. Bereits heute seien zwölf Mitgliedstaaten direkt von einem partiellen oder vollständigen Ausfall der Gasversorgung aus Russland betroffen.

Europäischer Notfallplan

Als Reaktion auf die Entwicklungen wird die EU-Kommission nach Angaben von der Leyens Mitte dieses Monats einen europäischen Notfallplan vorlegen. „Die Mitgliedstaaten verfügen bereits über nationale Notfallpläne. Das ist gut, aber wir brauchen europäische Koordinierung und gemeinsames Handeln“, sagte sie. So müsse sichergestellt werden, dass im Falle einer vollständigen Lieferunterbrechung aus Russland noch vorhandene Gasströme dorthin fließen, wo sie am dringendsten benötigt würden.

„Wir müssen für europäische Solidarität sorgen. Und wir müssen den Binnenmarkt und die Lieferketten der Industrie schützen“, erklärte von der Leyen. Es gelte dabei, die bittere Lehre nicht zu vergessen, die man zu Beginn der Corona-Pandemie gelernt habe. Egoismus, Protektionismus, geschlossene Grenzen und Exportverbote hätten da nur zu Uneinigkeit und Fragmentierung geführt.


Der Ukraine-Krieg beschleunigte den Bau der neuen Pipeline zusätzlich (Symbolbild).
So befreit sich der Balkan von Gazprom
Eine neue Erdgas-Pipeline verbindet künftig Griechenland und Bulgarien.

Die Bemühungen, neue zuverlässige Gaslieferanten zu finden, kommen nach Angaben von der Leyens voran. Seit März seien die nicht aus Russland kommenden Flüssigerdgas-Exporte nach Europa gegenüber 2021 um 75 Prozent gestiegen. Die Exporte von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA nach Europa hätten sich dabei fast verdreifacht. Gleichzeitig sei der durchschnittliche monatliche Import von russischem Pipelinegas gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent gesunken. „Wir machen also Fortschritte“, sagte von der Leyen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema