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EU-Kommission will Schuldenregeln ein weiteres Jahr aussetzen
Wirtschaft 23.05.2022
Ukraine-Krieg

EU-Kommission will Schuldenregeln ein weiteres Jahr aussetzen

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni wollen die Schuldenregeln noch nicht wieder straffen.
Ukraine-Krieg

EU-Kommission will Schuldenregeln ein weiteres Jahr aussetzen

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni wollen die Schuldenregeln noch nicht wieder straffen.
Foto: AFP
Wirtschaft 23.05.2022
Ukraine-Krieg

EU-Kommission will Schuldenregeln ein weiteres Jahr aussetzen

Die strengen Schuldenvorgaben in der Europäischen Union sollen angesichts der Ukraine-Krise um ein weiteres Jahr ausgesetzt bleiben.

(dpa) - Die strengen Schuldenvorgaben in der Europäischen Union sollen angesichts der Ukraine-Krise um ein weiteres Jahr ausgesetzt bleiben. Am Montag schlug die EU-Kommission vor, den sogenannten Stabilitäts- und Wachstumspakt erst ab 2024 wieder vollständig in Kraft zu setzen. Grund seien hohe Unsicherheit wegen des Kriegs in der Ukraine, hohe Energiepreise und Engpässe bei den Lieferketten, teilte die Brüsseler Behörde mit. 

Gleichzeitig sollten die Länder ihre Ausgaben kontrollieren. „Die Fiskalpolitik sollte von der Universalunterstützung während der Pandemie zu gezielteren Maßnahmen übergehen“, sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Die Schulden- und Defizitregeln wurden wegen der Corona-Krise ausgesetzt und sollten eigentlich ab 2023 wieder gelten. Die EU-Kommission will nun nach dem Sommer konkrete Vorschläge für eine Reform des Pakts vorlegen, die dann im Laufe des nächsten Jahres in Kraft treten könnte.

Viele Euro-Länder überschreiten die Grenzwerte

Der Stabilitäts- und Wachstumspakt sieht vor, dass EU-Länder nicht mehr als 60 Prozent der Wirtschaftsleistung an Schulden aufnehmen. Haushaltsdefizite sollen bei drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gedeckelt werden. Viele Länder überschreiten diese Grenzwerte, vor allem, weil sie während der Corona-Pandemie hohe Schulden aufnehmen mussten, um die Wirtschaft zu stützen.

Zuletzt hatte die EU-Kommission die Entwicklung der staatlichen Haushalte positiv bewertet. Die durchschnittliche Schuldenquote werde dieses Jahr auf 87 Prozent sinken im Vergleich zu 90 Prozent im vergangenen Jahr, hieß es in der Frühlingsprognose der Behörde. Die durchschnittlichen Defizite sollen voraussichtlich von 4,7 Prozent auf 3,6 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken. Ihre Wachstumsprognose musste die EU-Kommission allerdings wegen des Kriegs in der Ukraine drastisch anpassen, von 4 auf 2,7 Prozent für dieses Jahr.


A man walks past a 'Bank of Greece' as a graffiti reads on the wall 'IMF, 'International Legal Terrorists"  in Athens on April 23, 2010.Greece appealed for a debt rescue from the EU and IMF on Friday and said that help should arrive within days, in a dramatic turn for the eurozone at risk from Greek contagion.  Prime Minister George Papandreou told his nation in a televised speech that the aid was a "national need" which would "offer us a safe port to allow our boat to float again."<br />AFP PHOTO / LOUISA GOULIAMAKI
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Der Vorschlag wird nun den EU-Ländern vorgelegt. Er soll am Dienstag Thema bei einem Treffen der Finanz- und Wirtschaftsminister in Brüssel sein, eine Entscheidung wird jedoch noch nicht erwartet.



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