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EU-Japan-Abkommen: „Ein Vorbild für alle Handelsabkommen“
EU-Japan-Gipfel: Am 17. Juli 2018 hatten der Kommissionschef Jean-Claude Juncker (rechts), Ratspräsident Donald Tusk (links) und der japanische Premierminster Shinzo Abe das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen unterzeichnet.

EU-Japan-Abkommen: „Ein Vorbild für alle Handelsabkommen“

Foto: AFP
EU-Japan-Gipfel: Am 17. Juli 2018 hatten der Kommissionschef Jean-Claude Juncker (rechts), Ratspräsident Donald Tusk (links) und der japanische Premierminster Shinzo Abe das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen unterzeichnet.
Wirtschaft 2 Min. 10.12.2018

EU-Japan-Abkommen: „Ein Vorbild für alle Handelsabkommen“

Mara BILO
Mara BILO
Kurz vor der Abstimmung im EU-Parlament unterstreicht Christophe Hansen (CSV) die Bedeutung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen EU und Japan.

Der große Tag rückt näher: Noch diese Woche wird über das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und Japan im Europaparlament abgestimmt. Der Schlüsselpunkt eines langen Prozesses, durch den das Abkommen im nächsten Jahr in Kraft treten kann, wie der Europaabgeordnete Christophe Hansen (CSV) nachdrücklich betont. Der luxemburgische Politiker war am Montag im Großherzogtum zu Besuch, um das Handelsabkommen kurz vor der Abstimmung noch einmal zu erklären und die für die Menschen positiven Begleiterscheinungen deutlich zu machen. Als Mitglied des Ausschusses für internationalen Handel im EU-Parlament hat er für die europäische Volkspartei (EPP) die Entwicklungen des Abkommens näher verfolgt.


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Nach Angaben des EU-Parlamentes ist die mit Japan geplante Partnerschaft das „wichtigste bilaterale Handelsabkommen, das die EU je abgeschlossen hat, zumal in dem Handelsraum fast ein Drittel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwirtschaftet wird, auf ihn fast 40 Prozent des Welthandels entfallen und in ihm mehr als 600 Millionen Menschen leben“.

Hansen erklärt, das Abkommen sei von „großer politischer Bedeutung“: „Es ist ein Vorbild für alle zukünftigen Handelsabkommen“ und bezieht sich dabei spezifisch auf den im Abkommen ausgehandelten Abschnitt über Handel und nachhaltige Entwicklung. „Es ist besonders wichtig, dass unsere europäischen Standards über nachhaltige Entwicklung im endgültigen Text ein breites Echo gefunden haben“, so der Europaabgeordnete. „Durch dieses Abkommen exportieren wir unsere Umwelt-, Gesundheits- und Sozialnormen in die Welt. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Japaner die innerhalb der Union geltenden Standards akzeptiert haben.“ Ein Beispiel dafür sieht Hansen darin, dass beide Partner mit diesem Abkommen weiterhin verpflichtet sind, sich an die Klimaziele des Übereinkommens von Paris und an die Richtlinien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILA) zu halten.

Christophe Hansen (CSV)
Christophe Hansen (CSV)
Foto: Pierre Matgé

Die Verhandlungen für das Wirtschaftsabkommen zwischen der EU und Japan haben etwa fünf Jahre gedauert – vom 25. März 2013 bis zum 8. Dezember 2017. Am 17. Juli 2018 hatten der Kommissionschef Jean-Claude Juncker, Ratspräsident Donald Tusk und der japanische Premierminster Shinzo Abe das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen unterzeichnet. Parallel dazu verhandelt die EU derzeit mit Japan über eine sogenannte strategische Partnerschaft, um die Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnern auszubauen – über die Wirtschaftsbeziehungen hinaus.


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