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EU-Fondsregulierung: Luxemburg attackiert, Irland schweigt
Die CSSF riskiert, einen Teil ihrer Kompetenzen abgeben zu müssen.

EU-Fondsregulierung: Luxemburg attackiert, Irland schweigt

Foto: Lex Kleren
Die CSSF riskiert, einen Teil ihrer Kompetenzen abgeben zu müssen.
Wirtschaft 09.10.2017

EU-Fondsregulierung: Luxemburg attackiert, Irland schweigt

Laurent SCHMIT
In der wichtigen Wirtschaftszeitung „Financial Times” nimmt die Luxemburger Finanzaufsicht deutlich Stellung gegen die Pläne, die Kontrolle über Fonds auf EU-Ebene zu zentralisieren. Doch die CSSF steht alleine da.

(las) - Die EU-Kommission will die Kompetenzen der EU-Behörde Esma erweitern, die Luxemburger Finanzaufsicht hält davon nichts: „Es gibt keine unmittelbare Rechtfertigung, um das aktuelle System zu verändern”, sagte ein Sprecher der wichtigen Wirtschaftszeitung „Financial Times” (FT).

Aktuell werden die Investmentfonds von der jeweiligen nationalen Aufsichtsbehörde kontrolliert, wo sie etabliert sind. Luxemburg ist dabei der wichtigste Fondsstandort in der EU. Dieses dezentrale System habe sich bewährt, denn während der Finanzkrise sei die Fondsindustrie besonders widerstandsfähig gewesen, argumentiert die CSSF. Die nationalen Behörden würden die EU-Vorgaben genau umsetzen.

Gerade im Vorfeld des Brexit will die EU-Kommission hingegen die Fondsaufsicht stärker zentralisieren. Finanzminister Pierre Gramegna spricht von einer „Attacke gegen Luxemburg".

Nach Luxemburg ist Irland der zweitgrößte Standort für Investmentfonds in der EU. Doch in Dublin schweigt man: Weder die irische Zentralbank noch die irische Regulierungsbehörde wollte die Brüsseler Vorschläge gegenüber der FT kommentieren. Die französische Aufsichtsbehörde AMF begrüßt die Pläne der EU-Kommission dagegen, sagte dessen Generalsekretär Benoît de Juvigny der FT.


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