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Erholung nach dem Corona-Krisenjahr lässt auf sich warten
Wirtschaft 2 Min. 05.05.2021

Erholung nach dem Corona-Krisenjahr lässt auf sich warten

Generaldirektor Carlo Thelen: "Das Kurzarbeitergeld muss so lange ausbezahlt werden, bis die Probleme gelöst sind."

Erholung nach dem Corona-Krisenjahr lässt auf sich warten

Generaldirektor Carlo Thelen: "Das Kurzarbeitergeld muss so lange ausbezahlt werden, bis die Probleme gelöst sind."
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 2 Min. 05.05.2021

Erholung nach dem Corona-Krisenjahr lässt auf sich warten

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Wegen der anhaltenden Corona-Krise fordert die Handelskammer die Regierung auf, ihre Finanzhilfen keinesfalls zu früh zurückzufahren.

Wirtschaft stützen, Investitionen fördern, Jobs schaffen: Wegen der anhaltenden Corona-Krise fordert die Handelskammer die Regierung auf, ihre Finanzhilfen keinesfalls zu früh zurückzufahren. „Die Corona-Hilfen müssen weiterhin an die Sektoren ausbezahlt werden, die es am nötigsten haben“, so Carlo Thelen, Generaldirektor der Handelskammer, am Mittwoch bei der Vorstellung des „Baromètre de l'économie au printemps 2021“. 

„Das Kurzarbeitergeld muss so lange ausbezahlt werden, bis die Probleme gelöst sind. Wenn man die Hilfen zu früh einstellt, riskiert man, dass die in der Pandemie in Not geratenen Betriebe in die Pleite getrieben werden. Daher ist es absolut wichtig, dass man die Hilfen nicht zurückfährt, bevor man überhaupt in einer Erholungsphase ist.“


Lex Delles, Tom Oberweis und Tom Wirion  (v.l.n.r.) bei der Vorstellung der Umfrage.
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Unsicherheiten lasten auf wirtschaftlicher Erholung

Laut Handelskammer kann von wirtschaftlicher Erholung derzeit noch nicht die Rede sein. „Die Unternehmen handeln angesichts der Krise, insbesondere indem sie Arbeitsplätze absichern, aber die noch nicht unter Kontrolle gebrachte Gesundheitssituation und die immer noch unsichere internationale Lage belasten ihre Aktivitäten und die kurzfristigen Aussichten“, stellt die Handelskammer fest. 

Für die Gesamtwirtschaft scheint der Höhepunkt der Krise überwunden zu sein. Doch selbst wenn sich ein Aufschwung abzeichnet, sei es noch zu früh, um von einer richtigen Erholung zu sprechen. „Ob Horeca, Transportwesen, Veranstaltungen oder Handel - für bestimmte Branchen ist eine Erholung noch lange nicht in Sicht“, mahnt Carlo Thelen. Daher bleiben die Corona-Hilfen „ein wichtiger Rettungsanker für den Erhalt der Unternehmen“. 

Aktuelle Daten des Wirtschaftsministeriums zeigen, dass bislang insgesamt 463 Millionen Euro für Kurzarbeit ausgezahlt und 254 Millionen Euro an nicht rückzahlbaren Hilfen verteilt wurden. Trotz dieser hohen Zahlen sei es wichtig zu relativieren: Die 717 Millionen Euro entsprechen im Staatsbudget „lediglich“ dem Gesamtbetrag, der für die Wohnungsbau-Beihilfen ausgegeben wird.

Laut Handelskammer sei es in den nächsten Monaten wichtig, die in der Pandemie angesammelten Ersparnisse in die Wirtschaft zu lenken. Im Jahr 2020 sparten die Luxemburger 1,2 Milliarden Euro mehr als 2019, während der Verbrauch in bestimmten Wirtschaftszweigen zurückging. „Dieses Ungleichgewicht muss mittelfristig behoben werden, und es müssen Maßnahmen zur Förderung des Konsums ergriffen werden, um die Wirtschaftstätigkeit anzukurbeln“, so die Handelskammer.

In Kompetenzen investieren

Auf dem Weg zur Erholung sei es auch wichtig, dass in die Kompetenzen investiert wird. Diese Investitionen sollten laut Handelskammer vom Staat gefördert werden, besonders in dieser schwierigen Phase. In diesem Zusammenhang stellt die Handelskammer fest, dass ein Drittel der Unternehmen die betreffenden öffentlichen Beihilfen überhaupt nicht kennt, und ein weiteres Drittel sie nicht nutzt, obwohl es davon Kenntnis hat. 


Serge Allegrezza.
Statec: „Bis zur vollständigen Erholung kann es noch dauern“
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Um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, sollte der Staat daher die Weiterbildung viel stärker finanziell unterstützen, zum Beispiel durch die Erhöhung des Kofinanzierungssatzes von 15 auf 25 Prozent. 

Die Unternehmen bleiben vorsichtig

Wie aus dem Barometer der Handelskammer hervorgeht, bleiben viele Unternehmer vorsichtig. 32 Prozent erwarten einen Anstieg der Aktivitäten in den nächsten sechs Monaten, während 18 Prozent von einem Rückgang ausgehen. Mehr als jedes zweite Unternehmen erwartet eine gewisse Stabilität, was die vorsichtige Haltung der Unternehmen bekräftigt.

Die Sektoren, die in den letzten sechs Monaten am stärksten von der Pandemie betroffen waren, sind auch am wenigsten zuversichtlich für die kommenden sechs Monate. Die Rentabilität folgt einer ähnlichen Entwicklung. „Nach einem starken Rückgang der Profitabilität seit Beginn der Krise erwarten fast ebenso viele Unternehmen in den nächsten sechs Monaten einen Anstieg (24 Prozent) wie einen Rückgang (22 Prozent) der Profitabilität.“ 


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