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Erfolgreiches Geschäftsjahr 2015: Cargolux schafft Gewinnsprung
Wirtschaft 3 Min. 24.03.2016

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2015: Cargolux schafft Gewinnsprung

Verwaltungsratspräsident Paul Helminger und CEO Dirk Reich zeigten sich am Mittwoch sehr zufrieden mit dem 
vergangenen Geschäftsjahr.

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2015: Cargolux schafft Gewinnsprung

Verwaltungsratspräsident Paul Helminger und CEO Dirk Reich zeigten sich am Mittwoch sehr zufrieden mit dem 
vergangenen Geschäftsjahr.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 3 Min. 24.03.2016

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2015: Cargolux schafft Gewinnsprung

Roland ARENS
Roland ARENS
Die Airline hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem satten Nettogewinn abgeschlossen. Minister François Bausch ist überrascht über Aussagen von Cargolux-Chef Dirk Reich zu Nachtstarts am Findel.

(aa/rar) - Die Frachtfluggesellschaft Cargolux hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem Nettogewinn von knapp 50 Millionen Dollar abgeschlossen.

„Dieser Gewinn erfreut mich umso mehr, als er hauptsächlich durch das operationelle Ergebnis gespeist wird und somit zeigt, wie tüchtig wir im vergangenen Jahr gearbeitet haben“, so Verwaltungsratspräsident Paul Helminger bei der Präsentation der Jahresbilanz 2015. Zudem habe sich aber auch der Hafenstreik in Los Angeles ausgewirkt und für ein ganz außerordentlich starkes erstes Quartal gesorgt, ergänzte CEO Dirk Reich.

Operatives Ergebnis als Gewinntreiber

Genau 49,48 Millionen Dollar nach Steuern hat die Cargolux 2015 verdient. Das sind fast 47 Millionen mehr als im Jahr zuvor (2,85 Millionen Dollar). Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg im gleichen Zeitraum von 100,71 Millionen auf 141,45 Millionen Dollar.

Die Airline erzielte Rekordwerte bei der Tonnage (889652 Tonnen, +7,4 Prozent) und den geflogenen Stunden ihrer Flugzeuge (114792 Blockstunden, +8,8 Prozent gegnüber dem Rekordjahr 2014). Der weltweite Marktanteil liegt mit 3,8 Prozent nur unwesentlich über dem Vorjahreswert (3,7%).

Marktanteile von Europa nach China verdoppelt

Schaut man sich das Top-10-Ranking der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung IATA für Frachtfluggesellschaften an, so hat sich die Cargolux nach Tonnenkilometern (FTK) im europäischen Vergleich gut geschlagen und beim Wachstum die Konkurrenten sogar hinter sich gelassen. Auf internationaler Ebene ziehen jedoch vor allem die Golf-Airlines wie Emirates und insbesondere Qatar davon.

„China ist der wichtigste Markt für Cargolux“, sagte CEO Dirk Reich. „In dem Marktsegment zwischen Europa und China haben wir unseren Marktanteil in den letzten drei Jahren verdoppelt. Und das ist eine der wichtigsten Frachtstrecken auf der ganzen Welt.“ Eine wichtige Rolle spiele die Drehscheibe in der Provinz Henan, so Reich. Bis Ende 2015 flog die Cargolux demnach über 65000 Tonnen Fracht von und nach Zhengzhou. Die neu gegründete Tochtergesellschaft Cargolux China soll bekanntlich den Betrieb offiziell 2017 aufnehmen und innerhalb drei Jahren eine Flotte von fünf 747-Maschinen betreiben.

Zahl der Mitarbeiter soll auf 2000 steigen

Viel wichtiger als Zhengzhou ist Luxemburg. Von den 890000 Tonnen sind 657000 durch Luxemburg gekommen. Entweder raus, rein oder im Transit – d. h. 74 Prozent unseres Volumens weltweit berühren den Hub in Luxemburg. Und im letzten Jahr hat Cargolux mit diesen 657000 Tonnen 88 Prozent der Tonnage bewegt, die durch Luxemburg ging. Vor zehn Jahren waren das noch 60 Prozent“, so Reich.

Die Zahl der Cargolux-Mitarbeiter stieg 2015 um 107 auf durchschnittlich rund 1850 an. In diesem Jahr sollen es laut Dirk Reich rund 2000 werden. Eine besondere Bedeutung komme dabei dem Kompromiss zu, den man zum Jahresende gemeinsam mit den Tarifpartnern für einen neuen Kollektivvertrag gefunden habe.

Reicht erwägt Nachtflüge mit leiseren Flugzeugen

Reich ging am Mittwoch auch auf die in den nächsten Jahren geplante Erneuerung der Startbahn und das Thema Nachtflüge in Luxemburg ein. Da die Arbeiten am Runway nachts erfolgen sollen, rechne man wegen damit verbundener Einschränkungen mit einen zweistelligen Millionenbetrag an Zusatzkosten. „Unser Wunsch ist, das diese Zusatzkosten kompensiert werden“, so der Cargolux-CEO.

Die zweite Herausforderung seien Starts in der Nacht. Man habe Milliarden in neue und leise Flugzeuge investiert. Gleichzeitig bestehe ein hoher Margendruck. „Wir suchen jedes Jahr neue Möglichkeiten, um die Kosten zu senken. Und der Tag wird kommen, wo wir versuchen müssen, auch nachts zumindest mit den neuen leisen Flugzeugen zu starten, oder wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig“, sagte Dirk Reich. „Wir sind der einzige große Frachtcarrier, der an einem Hub arbeitet, wo wir nachts nicht fliegen dürfen.“

Infrastrukturminister zeigt sich überrascht

In einem Tweet zeigte sich Infrastrukturminister François Bausch am Donnerstagmorgen überrascht über das Ansinnen des Cargolux-CEO. Der kenne sehr wohl die Position des Ministers und der Regierung in dieser Sache.



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