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Umfrage zeigt neuen Optimismus am Finanzplatz Luxemburg
Wirtschaft 4 Min. 15.11.2021 Aus unserem online-Archiv
Luxembourg for Finance

Umfrage zeigt neuen Optimismus am Finanzplatz Luxemburg

Ein zentrales Problem am Finanzplatz bleibt der Mangel an qualifiziertem Personal.
Luxembourg for Finance

Umfrage zeigt neuen Optimismus am Finanzplatz Luxemburg

Ein zentrales Problem am Finanzplatz bleibt der Mangel an qualifiziertem Personal.
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 4 Min. 15.11.2021 Aus unserem online-Archiv
Luxembourg for Finance

Umfrage zeigt neuen Optimismus am Finanzplatz Luxemburg

Marlene BREY
Marlene BREY
400 Führungskräfte wurden befragt. Das Ergebnis: Mehr als 60 Prozent blicken zuversichtlicher in die Zukunft als vor zwölf Monaten.

Die Top-Führungskräfte am Finanzplatz Luxemburg blicken optimistisch auf das allgemeine Geschäftsklima. Das zeigt eine Umfrage unter 400 Führungskräften, die Luxembourg for Finance im Oktober durchgeführt hat. Die Ergebnisse werden am Montag veröffentlicht, dem „Luxemburger Wort“ liegen sie bereits vor. 


Digitales Leben,Illustration,Digitale Unterschrift,Token,Luxtrust. Foto:Gerry Huberty
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Mehr als 60 Prozent der Führungskräfte am hiesigen Finanzplatz blicken demnach optimistischer in die Zukunft als noch vor zwölf Monaten. Mehr als die Hälfte erwartet, dass ihr Unternehmen die globalen Investitionen im kommenden Jahr gegenüber dem laufenden Jahr erhöhen wird. Das sind 33 Prozentpunkte mehr als in der Befragung vor zwölf Monaten. Vorbei ist die Krise damit natürlich noch nicht.

Spekulationsblasen und Inflation

So sind die Finanzverantwortlichen angesichts der bestehenden makroökonomischen Risiken vorsichtig. Vermögensblasen, Inflation, die beträchtliche Anhäufung von Staatsschulden, der rasche Anstieg der Energiepreise und die steig zunehmenden Immobilienpreise sind Anlass zur Sorge unter den Experten.


SCHEDAM, NETHERLANDS - 2020/06/22: A man on a bike looks at the advertisement for unique apartments for sale 
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Als ein Hauptproblem werden in der Umfrage von Luxembourg for Finance (LFF) die zunehmenden protektionistischen Tendenzen auf nationaler Ebene gesehen. Fast 80 Prozent der Befragten nennen eine daraus resultierende Fragmentierung des EU-Binnenmarktes als eine ihrer größten Sorgen. 

Die Experten betonen die Notwendigkeit, den Trend zum Alleingang unter den Staaten zu überwinden. Stattdessen sollten sich ihrer Ansicht nach die Akteure in der EU gemeinsam auf das übergeordnete Ziel konzentrieren. Dies sei, dem Verlust an globaler Wettbewerbsfähigkeit der Finanzakteure in der EU entgegenzuwirken, heißt es in der Studie. 

„Angesichts zunehmender makroökonomischer Herausforderungen und nationalistischer Stimmen gegen den Binnenmarkt ist es entscheidend, dass die Finanzdienstleistungen in der gesamten EU gut funktionieren“, kommentiert Nicolas Mackel, CEO von LFF, die Ergebnisse. Nur so sei „die Erholung von den Folgen der Pandemie nachhaltig und effektiv zu finanzieren“


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Der zunehmende Optimismus in Bezug auf das allgemeine Klima für Finanzdienstleistungen sei ermutigend, da dem Finanzsektor eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau der Weltwirtschaft zukomme, so Mackel. Die Bedeutung gilt natürlich auch für Luxemburg: Laut den Daten der Banque centrale du Luxembourg (BCL) waren zum 30. September 26.147 Personen in den luxemburgischen Kreditinstituten beschäftigt. Das entspricht einem Rückgang von 146 Stellen gegenüber dem Vorquartal. Im Jahresvergleich ist diese Zahl dagegen stabil geblieben. 


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Insgesamt hat sich die Branche laut den Ergebnissen von LFF von den anfänglichen Turbulenzen während der Covid-19-Pandemie gut erholt: 49 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich keine Sorgen mehr über den Einfluss der Pandemie auf die Finanzdienstleistungen machen. Außerdem befürchtet die Mehrheit der Befragten (58 Prozent) keine weiteren langfristigen Auswirkungen des Brexits. Das zeige, so LFF, dass sich die Branche gut an die neue Situation angepasst habe.

Fachkräftemangel

Ein zentrales Problem am Markt ist der Zugang zu qualifiziertem Personal. In der Befragung von LFF gaben 51 Prozent an, „nicht zuversichtlich“ zu sein, dass ihre Unternehmen in der Lage sind, dieses Problem zu lösen. Bei der vorherigen Befragung im April 2021 hatten sich 44 Prozent entsprechend geäußert.


Wirtschaft, ADEM, Arbeitsamt, Jugendarbeitslosigkeit, Arbeit, Job, ADEM Esch Alzette, ( gestelltes Bild mit Einverständnis des Jugendlichen zu jedem Thema in Zusammenhang der ADEM ) Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort Esch Alzette, ( gestelltes Bild mit Einverständnis des Jugendlichen zu jedem Thema in Zusammenhang der ADEM ) Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
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Beim Schutz sensibler Systeme und Kundendaten sind die Unternehmen am Finanzplatz nach Einschätzung der Mehrheit der befragten Führungskräfte offenbar gut aufgestellt. 79 Prozent zeigten sich zuversichtlich, dass ihr Unternehmen in der Lage ist, die Herausforderungen der Cybersicherheit zu bewältigen. 

Die großflächige Umstellung auf die Arbeit aus dem Homeoffice verlief am Finanzplatz offenbar ebenfalls weitgehend reibungslos. So zeigten sich 88 Prozent der Befragten sicher, dass ihr Unternehmen auch in den kommenden zwölf Monaten in der Lage sein wird, alle damit verbundenen Herausforderungen zu bewältigen. Beim Thema Sustainable Finance sind 71 Prozent der Befragten zuversichtlich, dass ihr Unternehmen in der Lage ist, ESG-Aspekte in die Kundenberatung einzubeziehen. 

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