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"Eine Obergrenze für Maklerprovisionen ist nicht sinnvoll"
Wirtschaft 2 Min. 03.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Immobilienmarkt in Luxemburg

"Eine Obergrenze für Maklerprovisionen ist nicht sinnvoll"

Makler würden zum Sündenbock gemacht, so die CIGDL. Dabei sitze die öffentliche Hand auf über 50 Prozent des Baulandes.
Immobilienmarkt in Luxemburg

"Eine Obergrenze für Maklerprovisionen ist nicht sinnvoll"

Makler würden zum Sündenbock gemacht, so die CIGDL. Dabei sitze die öffentliche Hand auf über 50 Prozent des Baulandes.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 2 Min. 03.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Immobilienmarkt in Luxemburg

"Eine Obergrenze für Maklerprovisionen ist nicht sinnvoll"

Die Chambre immobilière kritisiert, der Wirtschaftsminister mache Makler zum Sündenbock und fordert politische Lösungen für die Wohnungsnot.

(mab) - Die Chambre immobilière (CIGDL) kritisiert das Vorhaben des Wirtschaftsministeriums, angesichts der weiter steigenden Immobilienpreise in Luxemburg die Maklerprovisionen zu deckeln. Die CIGDL veröffentlichte am Donnerstag eine entsprechende Stellungnahme.

Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) hatte am Samstag bei RTL Radio Lëtzebuerg angekündigt, dass die derzeitigen Vermittlungsgebühren bei Immobilientransaktionen reduziert werden sollen. Eine entsprechende großherzogliche Verordnung befinde sich in Vorbereitung. Die Preisbindung bei Maklerprovisionen ist seit 2004 abgeschafft.


Franz Fayot sagt Maklergebühren den Kampf an
Der Wirtschaftsminister will die Vermittlungsprovision bei Immobilienverkäufen deckeln. Dies soll den überhitzten Markt abkühlen.

Die CIGDL kritisiert derweil die Aussage des Ministers, die Provisionen seien eine Quelle für die „Preisexplosion“ im Bereich des Immobilienmarktes. Dazu gebe es keine Studie.

2012 sei der Sektor Gegenstand einer Untersuchung der Direktion für Wettbewerb gewesen, welche unter der Aufsicht des Ministers stehe. Diese Untersuchung sei „mit einer Einstellung des Verfahrens“ geendet. Ergebnis: Der Wettbewerb zwischen Immobilienmaklern sei ein ausreichender Garant für die Einhaltung der Wettbewerbsregeln.

Das Land befindet sich in einer Krise des erschwinglichen Wohnraums. Die Menschen, die darunter leiden, wurden in den letzten 50 Jahren von der Politik völlig vernachlässigt, da es sich häufig um Nichtwähler handelt.

Chambre immobilière

Etwa 1.000 Niederlassungsgenehmigungen für neue Makler werden jedes Jahr vom Mittelstandsminister ausgestellt, wiederholt die CIGDL. Die Konkurrenz unter den Maklern führe zwar in Ausnahmefällen tatsächlich dazu, dass diese sich bei Angeboten an die Eigentümer gegenseitig überbieten würden.


Immobilien, Immobilienmarkt, Bausteine (Foto: Shutterstock)
„Falsche Preise machen den Immobilienmarkt kaputt“
In Luxemburg gibt es immer mehr Agenturen und Makler, die um ein knappes Gut konkurrieren: Häuser und Wohnungen.

Nichtsdestotrotz sei der Marktpreis das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. „Eine Reduzierung oder gar eine gesetzliche Obergrenze für die Provision ist nicht sinnvoll“, so die CIGDL.

Verantwortung der Politik, nicht der Makler

Die CIGDL kritisiert stattdessen die Politik. Das Land befände sich in einer Krise des erschwinglichen Wohnraums. Die Menschen, die darunter leiden, seien „in den letzten 50 Jahren völlig vernachlässigt (worden), da es sich häufig um Nichtwähler handelt.“

Die CIGDL verweist auf eine Studie des LISER, die aufzeigt, dass die öffentliche Hand über 50 Prozent des Baulandes verfügt. Der Staat realisiere aber nur knapp fünf Prozent der neuen Wohnungen. Würde das Wohnungsbauministerium mit dem Privatsektor zusammenarbeiten und die „Blockadehaltung“ aufgeben, könnte die Verfügbarkeit von Wohnraum aller Art rasch verbessert werden „und so dazu beitragen, die Spirale steigender Wohnungspreise einzudämmen“, so die CIGDL.


„Grundstücksreserven gehören nur einer kleinen Gruppe“
Mit einer Studie zu verfügbarem Bauland löste Antoine Paccoud im Sommer eine große Debatte aus. Nun legt der Liser-Forscher nach.

„Hören Sie auf, Polemik zu betreiben und beginnen Sie mit der Umsetzung einer Wohnungspolitik“, heißt es in der Mitteilung. Derzeit würde stattdessen „Sündenbockpolitik“ betrieben.

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