Eine Bank weniger

Dekabank in Luxemburg baut ab

Die Dekabank in Luxemburg will sich in den kommenden Jahren neu strukturieren.
Foto: Marc Wilwert

(M.G.) - Die deutsche Deka-Gruppe plant einige ihrer Tätigkeiten in Luxemburg aufzugeben. Aus Effizienz- und Kostengründen sollen Aktivitäten, die ebenfalls in Frankfurt angeboten werden, im Großherzogtum gestrichen werden. Dazu gehören vor allem klassische Bankgeschäftsfelder sowie das Direktkundengeschäft. Ein möglicher Stellenabbau in Folge dieser Umstrukturierung wird nicht ausgeschlossen.

Auf Nachfrage des Luxemburger Wort erklärt Stefan Poss, Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation der Deka, dass man zur Zeit dabei sei eine strategische Analyse des Unternehmens durchzuführen. Diese Analyse soll bis Mitte 2018 abgeschlossen sein. Erst dann werde ein konkretes Konzept ausgearbeitet. Ziel sei es Doppelarbeiten und -strukturen in der Deka-Gruppe zu beseitigen, heißt es seitens der Bank. 

Umwandlung in einer Niederlassung

Die Deka-Gruppe ist seit 1971 in Luxemburg aktiv. Von Beginn an hatte die Bank den Status einer SA. Im Rahmen der Neuausrichtung des Unternehmens in Luxemburg soll die Dekabank in Luxemburg von einer eigenständigen Gesellschaft in eine Niederlassung umgewandelt werden. Damit würde das Unternehmen seine Banklizenz verlieren. "Stattdessen wird ein EU-Pass für das Einlagen- und Depotgeschäft bei der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)* und der Europäischen Zentralbank (EZB) beantragt", schreibt die Bank in einer Stellungnahme. Dieser Schritt erfolge allerdings frühestens 2019, so Stefan Poss.

Der Schwerpunkt der Aktivitäten in Luxemburg wird vorraussichtlich in den Bereichen der Fonds und der Vermögensverwaltung liegen. Das Unternehmen plane sogar "die Auflage von Spezialfonds zur 'Verpackung' alternativer Investments, die fondsgebundene Vermögensverwaltung sowie die Beschaffung und Verwahrung von Fremdfonds" auszubauen. 

Ende 2016 beschäftigte die Bank 389 Mitarbeiter in Luxemburg. Zum Thema eines möglichen Stellenabbaus sei bisher allerdings noch nichts beschlossen, erklärt Poss weiter.

*Die BaFin vereinigt die Aufsicht über Banken und Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel unter einem Dach.