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So investieren Sie in Luxemburg in ETFs
Wirtschaft 5 Min. 26.11.2021
Das richtige Depot finden

So investieren Sie in Luxemburg in ETFs

Sie leben in Luxemburg und wollen in ETFs investieren? Gar nicht so einfach. Aber hier finden Sie einen Leitfaden.
Das richtige Depot finden

So investieren Sie in Luxemburg in ETFs

Sie leben in Luxemburg und wollen in ETFs investieren? Gar nicht so einfach. Aber hier finden Sie einen Leitfaden.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 5 Min. 26.11.2021
Das richtige Depot finden

So investieren Sie in Luxemburg in ETFs

Marlene BREY
Marlene BREY
Viele Testsieger für Depots und ETF-Sparpläne scheiden aus, wenn der Wohnsitz in Luxemburg liegt. Doch es gibt Alternativen.

Immer mehr Sparer wollen ihr Geld in ETFs anlegen. Am einfachsten geht das mit einem ETF-Sparplan. Denn während es auf dem Sparkonto längst keine Zinsen mehr gibt, können Anleger mit ETFs trotzdem renditestark investieren und sich langfristig ein Vermögen aufbauen. Ein weiterer Pluspunkt: Das geht schon mit kleinen Sparbeträgen. 25 oder 50 Euro reichen für den Anfang.

Das „Luxemburger Wort“ erklärt, was genau ETFs sind, was Sparer beachten sollten und wo Sie kostengünstige ETF-Sparpläne finden. Los geht´s!

Ein Trend geht um

Seit einigen Jahren erleben ETFs einen wahren Hype und werden immer beliebter. Dabei gibt es das Finanzprodukt eigentlich schon lange: Der erste Indexfonds für Privatanleger erschien 1975. 


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ETF steht für „Exchange Traded Fund“. Dahinter stecken Investmentfonds, die an der Börse gehandelt werden. Investmentfonds kann man sich als einen Korb vorstellen, in dem ganz viele Aktien liegen. Das hat Vorteile, weil beim Investieren eine Maßgabe ist, zu diversifizieren. Man soll sprichwörtlich eben nicht alle Eier in einen Korb legen. 

Statt nun viele verschiedene Aktien zu kaufen, zu beobachten und gegebenenfalls wieder zu verkaufen, kann man in Fonds investieren, um zu diversifizieren. 

Was liegt im Korb? 

Bei aktiv gemangten Fonds entscheidet ein Fondsmanager über die Mischung. Nicht so bei ETFs. Das Besondere ist, dass sie einen Index nachbilden, etwa den Deutschen Aktienindex für die 30 wichtigsten Aktiengesellschaften des Landes, den DAX, oder den S&P 500 mit den 500 großen Unternehmen aus den USA.

Steigt der Index, etwa der DAX, steigt auch der Indexfonds. ETF-Sparer profitieren also von der Marktperformance, ohne dass sie sich ein Portfolio aus eigenen Einzelaktien zusammenstellen müssten. Weil ein ETF nicht aktiv gemanagt wird, sind in der Regel auch die Gebühren niedriger als bei aktiven Fonds. 

Nicht zocken, einfach liegen lassen

Der Ansatz, den die meisten ETF-Sparer verfolgen, nennt sich „Buy and Hold“. Im Gegensatz zum aktiven Trading mit Einzelaktien, bei dem ständig gekauft und verkauft wird, soll sich beim ETF-Sparen auszahlen, dass der Aktienmarkt zwar schwankt, jedoch langfristig bisher immer gewachsen ist. 

Daher ist auch der Anlagezeitraum ein langfristiger. Sparer sollten das Geld zehn Jahre oder länger liegen lassen. Daher gilt auch, dass man nur Geld in ETFs stecken sollte, auf das man mittel- bis langfristig verzichten kann. Der Notgroschen muss also woanders liegen. 

Der ETF-Sparplan

Wie steigt man nun ins ETF-Sparen ein? Beliebt sind dazu ETF-Sparpläne. Ähnlich einem Dauerauftrag für das Sparkonto investiert man so jeden Monat einen festen Betrag in ausgewählte ETFs. 

Dabei gibt es mehrere Vorteile. Ein wichtiger ist, dass Aktienkurse schwanken. Da man mit einem Sparplan regelmäßig investiert, werden die Kursschwankungen abgefedert: Mal kauft man etwas günstiger ein, mal etwas teurer. Langfristig soll man so einen guten Deal machen, ist die Überlegung. Ein ETF-Sparplan eignet sich gut zum langfristigen Vermögensaufbau, zum Beispiel zur Altersvorsorge oder einfach als renditestarke Geldanlage

Eine Anleitung zum ETF-Sparen in Luxemburg

So viel zur Theorie. Nun zur Praxis und damit zu den Problemen. Denn um in ETFs investieren zu können, braucht man zunächst ein geeignetes Depot. Das ist eine Art Konto für Aktien. 

Auf diversen Seiten im Internet werden die besten verglichen. Das Problem: Wer in Luxemburg lebt, hat zu vielen Depots, die online als Testsieger gelten, keinen Zugang. Denn bei den Testsiegern handelt es sich um ausländische Banken.

Beispiel: Das Wertpapierdepot der ING ist in Deutschland kostenlos, auch ETF-Sparpläne gibt es dort gebührenfrei. Auch der Onlinebroker Trade Republic – eine App, die man auf dem Smartphone bedienen kann – bietet kostenlose ETF-Sparpläne an. Aber diese beiden Angebote und viele weitere scheiden für Sparer in Luxemburg aus. Der Grund: Viele Depots akzeptieren keine Steuerausländer. So bezeichnet man Person, die weder einen Wohnsitz noch den gewöhnlichen Aufenthalt im Land unterhalten. 

Problemkind: Luxemburger Banken

Sacha Heck kennt das Problem. Der Luxemburger interessiert sich seit Langem für die Geldanlage und hat den Blog smart-investor.lu gegründet. 2017 schaute er sich zum ersten Mal das Angebot an Depots an, zunächst bei den Luxemburger Banken. 


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„In den Ländern um uns herum – Deutschland, Frankreich, Belgien – gibt es günstige Angebote für Depots, hier ist das eine Leerstelle“, sagt er. Noch  heute kann das Angebot von Luxemburger Banken nicht mit dem im Ausland mithalten. 

Bei der Spuerkeess etwa ist die Eröffnung eines Wertpapierdepots kostenlos, allerdings fallen Depotgebühren an – außer man entscheidet sich für hauseigene Produkte. ETF-Sparpläne bietet die Spuerkeess keine. Auch bei der Banque Raiffeisen fallen Gebühren für ein Depot an, diese variieren stark von den Leistungen, die der Kunde beansprucht. ETF-Sparpläne existieren auch hier nicht im Angebot. BIL, BGL und ING bieten ebenfalls keine ETF-Sparpläne an.

„Luxembourg, your international ETF hub“ – damit wirbt die ALFI, der Verband der Luxemburger Fondsindustrie. Das Problem ist nur: Kleinanleger haben nichts davon. 

Die Lösung: ein Depot im Ausland eröffnen 

In der Community von smart-investor.lu empfehlen sich die Mitglieder daher, ein Depot im Ausland zu eröffnen. „Ich habe mich für einen deutschen Anbieter entschieden, weil die Preise da verglichen mit Luxemburg sehr viel niedrig sind“, erklärt Heck. 


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Sparer sollten in einem ersten Schritt, das Land auswählen, in dessen Sprache sie sich am wohlsten fühlen. Liegt nahe, oder? Nun beginnt die Suche nach einer Bank, die Steuerausländer aus Luxemburg akzeptiert.

Deutsche Anbieter, die Kunden aus Luxemburg akzeptieren, sind unter anderen: Comdirect, Consor, DKB und Scalable. Bei Scalable handelt es sich um einen kostenlosen Online-Broker, also eine App auf dem Handy. Wer eine Alternative zu Trade Republic sucht - die App ist in Luxemburg nicht verfügbar - wird hier fündig.


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Für Belgien ist die Keytradebank wohl die bekannteste und beliebteste. Es gibt natürlich weitere Banken, die Kunden aus Luxemburg akzeptieren, wie etwa Binck Bank. 

In Frankreich ist DeGiro als Broker mit preiswerten Angeboten bekannt, weitere beliebte Depots finden Kunden dort bei ING Direct oder Cortal Consors. 

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