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Ein Bunker für Luxusgüter
Wirtschaft 15 1 2 Min. 17.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Freeport offiziell eröffnet

Ein Bunker für Luxusgüter

Wirtschaft 15 1 2 Min. 17.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Freeport offiziell eröffnet

Ein Bunker für Luxusgüter

Die Freihandelszone Freeport ist seit Mittwoch offiziell eröffnet. Hier werden künftig Kunstgegenstände, Luxusautos und kostbare Weine gelagert. Wir haben einen Blick ins Hochsicherheitsgebäude geworfen.

(T.L.) - Der Freeport Luxembourg, der sich in der Nähe des Cargo-Centers auf Findel befindet, ist am Mittwoch offiziell eröffnet worden. Auf 11.000 Quadratmetern werden hier Kunstgegenstände, kostbare Weine und Luxusautos unter hohen Sicherheitsbedingungen gelagert. In der Freihandelszone wird keine Mehrwertsteuer erhoben. Besteuert werden die Waren erst, wenn sie das Lager verlassen. 16.400 Kubikmeter Beton wurden für den Bau benötigt.

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Insgesamt stehen 60 Räume bereit, vier davon werden für Wertgegenstände wie Gold und Diamanten, bereitgestellt. Die Türen sind aus dickem Stahl, die Gänge werden mit Kameras überwacht. Luxusautos können in einer Garage abgestellt werden.

Platz für bis zu 700.000 Weinflaschen

Allein die vier Weinkeller bieten Platz für bis zu 700.000 Flaschen. Alle vier wurden von dem Lagerspezialisten Natural Le Coultre reserviert. Weiß- sowie Rotweine können je nach gewünschter Temperatur und Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Zudem sind im Freeport zwei Datenzentren von Telecom Luxemburg untergebracht.

Wer seine Luxusgüter präsentieren oder ein Event organisieren möchte, kann einen der acht Showrooms mieten oder den großen Saal über 700 Quadratmeter, in dem sich am Mittwochnachmittag die offizielle Eröffnung abspielte. Zu den 500 Gästen gehörten Großherzog Henri, Vize-Premierminister Etienne Schneider, Finanzminister Pierre Gramegna und Kulturministerin Maggy Nagel (siehe Bildergalerie). Der Saal wurde von der Amerikanerin Johanna Grawunder und dem protugiesischen Künstler Vhils gestaltet.

Die Waren kommen innerhalb von weniger als zwei Minuten vom Rollfeld zu den sechs LKW-Laderampen des Freeports. Die daran anschließende Halle wird von Zollbeamten bewacht. Ein riesiger Scanner ermöglicht es, jeden Gegenstand zu untersuchen, der eintrifft.

Luxemburgische Gesetze gelten auch im Freeport

Der Schweizer Hauptinvestor Yves Bouvier glaubt an den Erfolg des Projekts, das zwischen 65 und 70 Millionen Euro kostet. 75 Prozent der Flächen sind bereits reserviert. "Es handelt sich nicht um ein No man's land, wie ich es hier und dort habe lesen können", sagt David Arendt, geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied des Freeports. "Wir befinden uns auf luxemburgischem Grund und es werden alle luxemburgischen Gesetze angewandt, auch jenes, das den Kampf gegen die Geldwäsche betrifft. Es handelt sich nicht um einen Ort, an dem man illegale Aktivitäten organisieren kann!" Der Freeport werde vom Zoll streng überwacht.

Yves Bouvier, der selbst Designergegenstände sammelt, hat bereits weitere Projekte im Kopf. Bei "Le Freeport" handelt es sich seit Kurzem um eine eingetragene Marke, unter der seine beiden Einrichtungen in Luxemburg und Singapur laufen. In China dürfte bald ein weiterer Freeport in einer Größe von 700.00 Quadratmetern entstehen. Bouvier eröffnet zudem in den nächsten Jahren in Paris das Zentrum für bildende und visuelle Kunst R4.


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