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Ehemaliger RTL-Chef Gust Graas ist tot
Wirtschaft 6 2 Min. 19.02.2020

Ehemaliger RTL-Chef Gust Graas ist tot

Graas hatte 1983 RTL Télévision gegründet.

Ehemaliger RTL-Chef Gust Graas ist tot

Graas hatte 1983 RTL Télévision gegründet.
Foto: Jean Weyrich / LW-Archiv
Wirtschaft 6 2 Min. 19.02.2020

Ehemaliger RTL-Chef Gust Graas ist tot

Der Maler und frühere Medienmanager ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Das teilte RTL am Mittwochabend mit.

(jt/gs) - Der luxemburgische Geschäftsmann und Maler Gust Graas ist tot. Das teilte RTL am Mittwochabend in der Sendung "De Journal" mit. Graas wurde 95 Jahre alt.

Gust Graas kam 1924 in Esch/Alzette zur Welt. Er besuchte das Lyzeum in Echternach sowie das Lycée de garçons in Luxemburg-Stadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zwangsrekrutiert, desertierte aber und hielt sich bis Kriegsende im Untergrund versteckt. 1951 gründete er die CSJ, die Jugendsektion der CSV. 

Vater von "Hei Elei, Kuck Elei"

Ein Jahr später trat der promovierte Jurist in die Compagnie Luxembourgeoise de Télédiffusion (CLT) ein, einem Vorläufer der heutigen RTL Group, wo er als Personalchef und später als Generalsekretär fungierte.

Ab 1955 widmete sich Graas der Entwicklung des Fernsehens in Luxemburg, von ihm stammte auch die Idee der wöchentlich ausgestrahlten TV-Sendung „Hei Elei, Kuck Elei“ (1969-1991), dem Vorgänger des aktuellen RTL Télé Lëtzebuerg. Zwischen 1975 und 1988 leitete er die CLT als Generaldirektor. 1983 war Graas maßgeblich an der Gründung des ersten privaten deutschen Fernsehsenders RTL Télévision beteiligt. 

Anfang der 1960er Jahre half Graas, die Fluggesellschaft Luxair aus der Taufe zu heben und stand danach 20 Jahre lang an der Spitze ihres Verwaltungsrats. 

Regierungschef und Medienminister Xavier Bettel drückte der Familie sein Beileid aus und würdigte Gust Graas als einen Menschen, "der unser Land und unsere Gesellschaft aktiv mitgeprägt hat".

"Doppel-Leben" als Maler

Graas machte sich aber auch als Maler und Bildhauer einen Namen. 1970 wurde er mit dem Prix Grand-Duc Adolphe ausgezeichnet. Seine Werke wurden unter anderem in London, Berlin und Madrid gezeigt. Bereits während seines Studiums der Rechtswissenschaften in Paris kam der Luxemburger mit der Kunstwelt in Berührung. "Ich hatte zuvor noch nie einen Fuß in ein Museum gesetzt. Dann lernte ich die Maler der Ecole de Paris kennen, die Impressionisten, die Kubisten und die abstrakte Malerei. Ein echter Schock, eine Offenbarung", erzählte der Luxemburger 2010 bei einer Ausstellung seiner Werke in der Crédit Suisse Luxembourg. 


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Seinen Geburtstag hat er schon mal vorgefeiert – und knapp sechs Millionen Zuschauer waren dabei, als Kollegen in der Fernseh-Show „Topp, die Wette gilt“ den Altmeister des Bildschirms hochleben ließen. Doch der eigentliche Geburtstag ist erst heute.

Wie der spanische Surrealist Joan Miró (1893-1983) verlor Graas sein Herz nicht nur an die Kunst, sondern auch an die Insel Mallorca. Dort kaufte er sich in den 1980er Jahren einen Bauernhof in den Bergen, wo viele seiner Malereien entstanden. Über sein "Doppel-Leben" als Geschäftsmann und Maler meinte Graas einmal: "Wenn man Unternehmer ist, muss man schöpferisch tätig sein und innovativ sein, um voranzukommen. Die Inspiration, auch wenn sie auf verschiedenen Ebenen wirkt, ist die gleiche."

Den trauernden Hinterbliebenen entbietet das "Luxemburger Wort" sein Beileid.

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