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Süddeutsche: CSSF-Chef stärker in "Panama Papers" involviert
Wirtschaft 14.03.2017 Aus unserem online-Archiv
Dubiose Offshore-Firmen

Süddeutsche: CSSF-Chef stärker in "Panama Papers" involviert

Vor seinem Posten als CSSF-Chef war Claude Marx 17 Jahre lang Angestellter der HSBC.
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Süddeutsche: CSSF-Chef stärker in "Panama Papers" involviert

Vor seinem Posten als CSSF-Chef war Claude Marx 17 Jahre lang Angestellter der HSBC.
Foto:Guy Jallay
Wirtschaft 14.03.2017 Aus unserem online-Archiv
Dubiose Offshore-Firmen

Süddeutsche: CSSF-Chef stärker in "Panama Papers" involviert

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Die Rolle des jetzigen CSSF-Generaldirektors Claude Marx im Finanzskandal „Panama Papers“ war laut „Süddeutscher Zeitung“ tiefgreifender als bisher bekannt.

(vb) – Die Rolle des jetzigen CSSF-Generaldirektors Claude Marx im Finanzskandal „Panama Papers“ war laut „Süddeutscher Zeitung“ tiefgreifender als bisher bekannt. Als oberster Bankenaufseher soll Marx Geldinstitute aufdecken, die ihren Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen haben.

Claude Marx ist der erste CSSF-Generaldirektor, der aus der freien Wirtschaft auf diesen Posten gelangte. Vor seiner Vereidigung im Februar 2016 hatte er 17 Jahre bei der Luxemburger Tochter der britischen Großbank HSBC gearbeitet.

Wie die „Süddeutsche“ berichtet, hatte Marx in dieser Funktion eine aktive Rolle bei der Gründung von Offshore-Firmen durch die berüchtigte Kanzlei Mossack Fonseca. Aus dem E-Mail-Verkehr zwischen Claude Marx und Mossack Fonseca gehe hervor, dass Marx persönlich die Gründung von Offshore-Firmen in Auftrag gab und bei einigen Firmen als „Nominee Shareholder“, also als Scheinaktionär, im Kundenauftrag auftrat.

Die „Süddeutsche Zeitung“ bezieht sich zudem auf ein Interview, das Claude Marx dem „Luxemburger Wort“ im Mai 2016 gab. Dort sagte der CSSF-Chef: „Man kann Handlungen der Vergangenheit in Bezug auf die Steuerehrlichkeit der Kunden nicht mit den Gesetzen von heute oder der Zukunft beurteilen.“ In früheren Jahrzehnten mussten Banken nicht prüfen, ob ihre Kunden ehrlich ihre Steuern bezahlten – nicht in Luxemburg, nicht in Frankreich, Deutschland und Belgien, so Marx.

Gegenüber der „Süddeutschen“ gab Claude Marx an, er habe als HSBC-Angestellter nur seine beruflichen Aufgaben erledigt. Seine Beziehung zu Mossack Fonseca sei „ausschließlich beruflicher Natur und marktüblich“ gewesen.


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