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Dritter Flieger könnte vorläufig in Italien stationiert werden
Wirtschaft 13.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Kollektivvertragsverhandlungen bei Cargolux

Dritter Flieger könnte vorläufig in Italien stationiert werden

Entscheidende Fragen bleiben offen.
Kollektivvertragsverhandlungen bei Cargolux

Dritter Flieger könnte vorläufig in Italien stationiert werden

Entscheidende Fragen bleiben offen.
Guy Jallay
Wirtschaft 13.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Kollektivvertragsverhandlungen bei Cargolux

Dritter Flieger könnte vorläufig in Italien stationiert werden

Nach intensiven Verhandlungsrunden scheinen sich das Management der Cargolux und die Personalvertreter einen Schritt näher.

(lb) Im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen, die am Donnerstag bis in die Nacht andauerten und am Freitag weitergeführt wurden, begrüßte Cargolux die Gespräche mit den Gewerkschaften. Alle Parteien hätten sich zu Kompromissen und zur Aufstellung von Arbeitsgruppen bereit erklärt, hieß es in einer Pressemitteilung der Firma. Die Luftfrachtgesellschaft ziehe es außerdem in Erwägung, die Anzahl der Flugzeuge bei Cargolux Italia auf vier zu begrenzen, was einen Transfer von zwei Maschinen anstatt der angekündigten drei Flieger bedeuten würde.

Für die Gewerkschaften wäre dies dennoch keine Lösung. “Wir sind weiterhin absolut gegen einen Ausbau der Filiale in Italien”, so Aloyse Kapweiler vom LCGB. Dennoch sei man bereit, der Firma entgegen zu kommen. Aus Logistikgründen könnte man es der Firma erlauben, eine dritte Maschine provisorisch ab dem 1. April in Mailand zu stationieren. “Dies wäre allerdings vorübergehend. Spätestens dann wenn der Kollektivvertrag unterschrieben ist, müsste dieses Flugzeug wieder in die luxemburgische Flotte aufgenommen werden”, fordert Kapweiler. 

Keine Arbeitszeitverlängerung

Bevor der LCGB dieser Alternative jedoch definitiv einwilligen will, müsse die Firma sich schriftlich dazu verpflichten kein Outsourcing zu betreiben. Nur dann sei die Gewerkschaft bereit Arbeitsgruppen zu bilden.

Die Arbeitsgruppen sollen demnach andere entscheidende Fragen klären, die weiterhin offen bleiben. Cargolux fordert beispielsweise, dass die Anzahl der duty days, jene Tage an denen Piloten zum Einsatz bereitstehen, jährlich von 186 auf 200 erhöht werden. Bei Cargolux Italia stehen Piloten der Gesellschaft bereits 236 Tage im Jahr zur Verfügung. Für den LCGB kommt diese Arbeitszeitverlängerung jedoch nicht in Frage.

“Wenn man von Produktivität spricht, rechnet man die effektive Flugzeit der Piloten, die Block Stunden also. Wir haben bereits vorgeschlagen diese um 20 Prozent auf 600 Stunden im Jahr zu erhöhen. Das reicht Cargolux nicht”, erklärt Aloyse Kapweiler vom LCGB. Auch eine vorgeschlagene Reduzierung der Urlaubstage sei keine Lösung. Der OGBL war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.


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