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Dow-Jones-Index erstmals über 30.000 Punkten
Wirtschaft 3 Min. 24.11.2020

Dow-Jones-Index erstmals über 30.000 Punkten

In den USA macht sich nach der Wahl von Joe Biden Optimismus breit – dies macht sich auch an der Börse bemerkbar.

Dow-Jones-Index erstmals über 30.000 Punkten

In den USA macht sich nach der Wahl von Joe Biden Optimismus breit – dies macht sich auch an der Börse bemerkbar.
Foto: AFP/Angela Weiss
Wirtschaft 3 Min. 24.11.2020

Dow-Jones-Index erstmals über 30.000 Punkten

Die Corona-Krise schickt die Börsen auf eine Achterbahnfahrt. Immer wieder sind die Aktienkurse an wichtigen Handelsplätzen abgestürzt. Jetzt rappeln sie sich wieder in ganz neue Höhen auf - allen voran sind die Kurse an der New Yorker Wall Street.

(dpa) - Rekordlaune an der Wall Street: Dank der wachsenden Einsicht von Donald Trump in seine Wahlniederlage hat der Dow Jones Industrial am Dienstag erstmals die 30.000-Punkte-Marke übersprungen. Im Handelsverlauf stieg der bekannteste amerikanische Aktienindex sogar bis über 30.100 Punkte. Zur Schlussglocke stand noch ein Plus von 1,54 Prozent auf 30.046,24 Zähler zu Buche.

Der marktbreite S&P 500 gewann letztlich 1,62 Prozent auf 3.635,41 Punkte und näherte sich damit seiner bisherigen, erst knapp zwei Wochen alten Bestmarke von 3.645 Punkten. Der tags zuvor schwächelnde Technologiewerte-Index Nasdaq 100 schaffte einen Kurszuwachs von 1,46 Prozent auf 12.079,81 Punkte.

Trump gibt nach

Der Übergang zwischen der Regierung von Amtsinhaber Trump und dem gewählten US-Präsidenten Joe Biden beginnt. Er habe die Behörden und seine Mitarbeiter angewiesen, mit Biden zu kooperieren, teilte Trump auf Twitter mit. Kurz zuvor hatte die zuständige Behörde GSA Biden als offenkundigen Wahlsieger eingestuft. Damit zeichnet sich das Ende einer wochenlangen Hängepartie um die Führung der Vereinigten Staaten ab.


(FILES)(COMBO) This combination of file pictures created on October 22, 2020 shows US President Donald Trump (L) and Democratic Presidential candidate and former US Vice President Joe Biden during the final presidential debate at Belmont University in Nashville, Tennessee, on October 22, 2020. - US stocks rose for a second straight session on November 24, 2020, buoyed by hopes that the start of the presidential transition in Washington hearkens a peaceful transfer of power. Outgoing President Donald Trump still has not conceded his election defeat, but on Monday night, his administration authorized a transition, clearing the way for President-elect Joe Biden to have access to funds, office space and the ability to meet with federal officials. About 20 minutes into trading, the Dow Jones Industrial Average stood at 29,896.78, up 1.0 percent. (Photos by Morry GASH and JIM WATSON / AFP)
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Diese Entwicklung habe dem Markt „einen Schubs in die richtige Richtung gegeben“, schrieb Analyst Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. Allerdings habe sich Trumps langes Festklammern an das Präsidentenamt für die Märkte letztlich nicht als so belastend erwiesen wie zuvor befürchtet. Nun stelle sich die Frage, ob es nach der Entscheidung in dieser Sache und angesichts der hoffnungsvoll stimmenden Nachrichten zu Corona-Impfstoffen noch Kurstreiber für eine Rally zum Jahresende gebe „oder ob Investoren nun lieber die Portfolios bereinigen und Gewinne vom Tisch nehmen“, so der Marktexperte.

Derweil setzten die Aktien von Tesla ihre Rekordfahrt fort: Sie stiegen um fast sechseinhalb Prozent auf 555,38 US-Dollar. Damit ist der Hersteller von Elektrofahrzeugen nun an der Börse erstmals über 500 Milliarden Dollar wert. Darüber konnte sich vor allem Firmenchef und Großaktionär Elon Musk freuen: Er überholte im Milliardärs- Ranking „Bloomberg Billionaires Index“ den Microsoft-Mitgründer Bill Gates und gilt nun als zweitreichster Mensch der Welt. Spitzenreiter bleibt Amazon-Chef Jeff Bezos.

Anteilscheine von Fluggesellschaften profitierten weiterhin von der Hoffnung auf bald verfügbare Corona-Impfstoffe: American Airlines, Delta Air Lines und United Airlines gewannen bis zu knapp zehn Prozent.

EU schließt Vertrag mit Moderna

Dagegen war bei den Impfstoffentwicklern nach der jüngsten Kursrally trotz teils weiterer guter Nachrichten erst einmal die Luft raus. Die Papiere von Moderna verloren knapp zweieinhalb Prozent, obwohl das US-Unternehmen mit der EU einen Rahmenvertrag über die Lieferung bis zu 160 Millionen Dosen seines Impfstoffs ausgehandelt hat.

Die EU-Kommission hat nun Verträge mit den Herstellern aller Impfstoffe, denen die besten Chancen für eine rasche Zulassung in den kommenden Wochen gegeben werden. Neben Moderna sind das das Mainzer Unternehmen Biontech mit seinem US-Partner Pfizer sowie der britisch-schwedische Branchenkollege Astrazeneca, der mit der Universität von Oxford kooperiert. Für alle drei Impfstoffe waren in den vergangenen Tagen vielversprechende Testdaten bekannt geworden. Demnach sind alle drei Vakzine wirksam und verträglich. Die in New York gelisteten Aktien von Biontech verloren am Dienstag fast viereinhalb Prozent, während Pfizer moderat im Plus notierten.


Im September 2008 musste die US-Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz anmelden.
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Auch abseits des Themas Corona gab es kursbewegende Unternehmensnachrichten. Die Titel von Boeing gewannen über drei Prozent, nachdem bekannt geworden war, dass nach der Wiederzulassung des Unglücksfliegers 737 Max in den USA auch in Europa ein Ende des Startverbots bevorsteht. Geplant sei, den Flugzeugtyp in einigen Wochen wieder abheben zu lassen, teilte die europäische Luftfahrtaufsicht EASA mit.

Ölpreise steigen

Die weiter steigenden Ölpreise erreichten den höchsten Stand seit März, was auch den Aktien der Branchenunternehmen Auftrieb gab: Chevron gewannen an der Dow-Spitze rund fünf Prozent, während es für die nicht mehr im Leitindex gelisteten Exxon Mobil um über sechseinhalb Prozent bergauf ging.

Die Aktionäre von Best Buy mussten derweil nach dem zuletzt guten Lauf einen Kursverlust von fast sieben Prozent verkraften. Der Elektronikkonzern legte zwar einmal mehr überraschend starke Quartalszahlen vor, scheut aber weiter vor einer Jahresprognose zurück.

Beim Euro überwog nach einem erneut volatilen Handel letztlich die Käuferseite: Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1889 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1865 (Montag: 1,1901) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8428 (0,8403) Euro gekostet. US-Staatsanleihen blieben unter Druck: Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) sank um 0,06 Prozent auf 138,26 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe betrug 0,88 Prozent. 

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