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Domino's Pizza vergeht der Appetit auf Italien
Wirtschaft 2 Min. 09.08.2022
Alle Filialen geschlossen

Domino's Pizza vergeht der Appetit auf Italien

In Italien sind künftig keine Pizza-Lieferanten mehr mit Domino’s-Logo unterwegs.
Alle Filialen geschlossen

Domino's Pizza vergeht der Appetit auf Italien

In Italien sind künftig keine Pizza-Lieferanten mehr mit Domino’s-Logo unterwegs.
Foto: Reuters/Toby Melville
Wirtschaft 2 Min. 09.08.2022
Alle Filialen geschlossen

Domino's Pizza vergeht der Appetit auf Italien

Die amerikanische Fast-Food-Kette hatte im Heimatland der Pizza von Anfang an einen schweren Stand. Nach sieben Jahren zieht Domino’s jetzt einen Schlussstrich.

(Bloomberg/jt) - Das Abenteuer der Fast-Food-Kette Domino’s in der Heimat der Pizza erwies sich als kurzlebig. Offenbar stieß die amerikanische Version des Rundgebäcks bei den traditionsbewussten Italienern auf wenig Gegenliebe: Die letzten der 29 Domino’s-Filialen wurden jetzt geschlossen, nachdem das US-Unternehmen vor sieben Jahren in Italien den Betrieb aufgenommen hatte. 

Für die geplante Eröffnung von 880 Filialen nahm Domino’s Pizza einen hohen Kredit auf, sah sich aber während der Pandemie einem harten Wettbewerb durch lokale Restaurants ausgesetzt, die ihre Lieferdienste ausweiteten.

Die US-Kette war 2015 über eine Franchise-Vereinbarung mit ePizza SpA nach Italien gekommen und wollte sich durch einen strukturierten landesweiten Lieferservice und Pizzabeläge nach amerikanischem Vorbild, darunter Ananas, abheben.

Die ehrgeizige Expansion geriet ins Stocken, als die traditionellen Pizzahersteller ihre Lieferungen ausweiteten oder Verträge mit Drittanbietern wie Deliveroo, Just Eat Takeaway.com oder Glovo schlossen. Dadurch konnten sie ihre Produkte zu den Kunden nach Hause bringen, während Covid-Restriktionen das Essen im Restaurant verhinderten.

Starker Wettbewerb und „Revenge Spending“

„Wir führen das Problem auf den erheblich gestiegenen Wettbewerb im Markt für Essenslieferungen zurück, da sowohl organisierte Ketten als auch traditionelle Restaurants Essen ausliefern. Zudem sind der Service und die Restaurants nach der Pandemie wieder geöffnet und die Verbraucher betreiben ‚Revenge Spending' (höhere Konsumausgaben infolge der Corona-Flaute, Anm.)“, erklärte ePizza in einem Bericht an die Investoren, der die Ergebnisse des vierten Quartals 2021 begleitet.


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US-amerikanische und italienische Vertreter von ePizza und Domino’s waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Anrufe bei allen 13 verbleibenden Domino’s-Filialen in Italien blieben unbeantwortet. Das Unternehmen hatte den Betrieb in Italien bereits seit seinem Höchststand im Jahr 2020 reduziert und bot seit dem 29. Juli keine Lieferungen mehr über seine Website an.

Dennoch kamen die Schließungen für einige Kunden überraschend, die sich auf den italienischen Social-Media-Kanälen der Kette erkundigten, warum ihre Anrufe und Bestellungen nicht ankamen oder warum ihre lokale Filiale geschlossen wurde.

Im April hatte ein Gericht in Mailand dem Unternehmen laut einem ePizza-Bericht für 90 Tage gerichtlichen Schutz vor Gläubigern gewährt. Die Maßnahmen, die die Kreditgeber daran hinderten, die Rückzahlung der Schulden zu fordern oder die Vermögenswerte des Unternehmens zu beschlagnahmen, liefen am 1. Juli aus. Laut den elektronischen Gerichtsunterlagen und der italienischen Handelskammer gab es keine weiteren Aktualisierungen zum Gerichtsverfahren.

Laut den letzten geprüften Jahresberichten war das Unternehmen Ende 2020 mit 10,6 Millionen Euro verschuldet. 


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