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Digitalisierung soll weiter an Fahrt gewinnen: Xavier Bettel unterzeichnet Abkommen mit Cisco
Wirtschaft 3 Min. 23.01.2018 Aus unserem online-Archiv

Digitalisierung soll weiter an Fahrt gewinnen: Xavier Bettel unterzeichnet Abkommen mit Cisco

Wirtschaft 3 Min. 23.01.2018 Aus unserem online-Archiv

Digitalisierung soll weiter an Fahrt gewinnen: Xavier Bettel unterzeichnet Abkommen mit Cisco

In San Jose beschlossen, in Davos unterschrieben: Die Luxemburger Regierung ist ein Abkommen mit US-Netzwerkspezialist Cisco eingegangen. Die Mission der Partnerschaft: die Digitalisierung Luxemburgs beschleunigen.

(miz) - Am Dienstagnachmittag hat Luxemburgs Premier Xavier Bettel zusammen mit Chuck Robbins, dem CEO von Cisco, am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos ein Memorandum of Unterstanding (MoU) unterzeichnet.

Wie das Luxemburger Wort erfahren hat, wird Ziel dieser Abmachung sein, dass Cisco Luxemburg mit dem Country Digital Acceleration-Plan (CDA) bei der Digitalisierung unterstützt. Luxemburg hat als 17. Land das Abkommen mit dem Netzwerkspezialisten unterschrieben. Durch das MoU wird die Regierung Zugang zu rund 250 innovativen Projekten weltweit bekommen und kann mit Cisco auch selbst neue Initiativen starten, die auf das Großherzogtum zugeschnitten werden. Vor allem die Bereiche IT-Sicherheit, Internet of Things, Fintech und Bildung sind als Projektschwerpunkte vorgesehen.

Xavier Bettel reiste im September vergangenen Jahres an die Westküste der USA und kündigte damals ein MoU mit Cisco an.

Jedes Unternehmen steht in der Verantwortung

Die Luxemburger Zweigstelle von Cisco besteht seit 1997 und die Firma hat bereits bei der Digitalisierung von Luxemburger Infrastrukturen mitgeholfen. So beispielsweise bei der Entwicklung des Ampelsystems des Kreisverkehrs Serra in Kirchberg oder des kostenlosen Wlan-Netzes Hot City in Luxemburg-Stadt.

Innovativer soll künftig aber nicht nur der Bereich der Infrastrukturen, sondern auch die Arbeitswelt werden. Doch nicht nur große Unternehmen sollen Teil dieser digitalen Welt sein. Auch mittelständische und kleine Betriebe werden in Luxemburg durch das CDA-Programm unterstützt. „Heutzutage steht jede Gesellschaft in der Verantwortung über neue Technologien nachzudenken“, sagt Romain Siebenaler, Countrymanager von Cisco Luxembourg. Denn: Im Schnitt verliert ein Betrieb rund 10 Prozent seiner Arbeitskräfte, weil sie nicht entsprechend weitergebildet werden und mit neuen Entwicklungen umgehen können.

Eines der Hauptziele des CDA-Plans wird deshalb sein, die Menschen auf die Berufsfelder der Zukunft vorzubereiten. „Nur um ein Beispiel zu geben: Momentan fehlen 700 Informatiker im Land“, so Siebenaler. „Und wir brauchen Leute, die sich mit Cybersecurity auskennen.“ Gerade für Luxemburg als Finanz- und Bankenplatz wird Datensicherheit ein zunehmend wichtiger Bereich. Der CDA-Plan soll eine passende Ausbildung liefern, um diese bestehende „Skills Gap“ (Qualifikationslücke) zu schließen.

Deshalb sollen auch die Luxemburger Universität und einige Schulen in die Initiative  mit eingebunden werden. Welche Schulen mitmachen und um welche Projekte es sich konkret handelt, soll zunächst aber noch geheim bleiben.

Ein digitalisiertes Land ist ein attraktives Land

Digitalisierung nicht als Bedrohung, sondern als Chance sehen – das ist die Botschaft von Cisco. „Eine viel bessere Work-Life-Balance ist möglich, wenn man von überall aus arbeiten kann. Es kommt ja nicht darauf an, wie viele Stunden man am Schreibtisch sitzt, sondern dass man qualitativ hochwertige Arbeit leistet“, sagt Siebenaler. Und ein angenehmes Berufsumfeld lockt wiederum neue Arbeitnehmer an. Wird der CDA-Plan also gut umgesetzt, soll das Land für internationale Firmen noch attraktiver werden.

Zu weltweit anerkannten Firmen pflegt Cisco aber schon längst enge Kontakte. So beispielsweise zu Google. Der Internetgigant aus Mountain View hat sich 2017 mit Cisco zusammengetan und eine so genannte Hybrid-Cloud entwickelt. Kunden sollen damit ihre Ressourcen besser verwalten und auslasten können. „Diese Beziehung könnte auch dabei helfen Google nach Luxemburg zu bringen“, so Siebenaler.

Ganz uneigennützig ist das CDA-Abkommen demnach nicht. Weder für die Regierung, noch für Cisco. Die Regierung kann darauf vertrauen, dass der IT-Konzern die nötigen Utensilien für eine schnelle Digitalisierung mitbringt. Und Cisco kann seinen Bekanntheitsgrad durch die Zusammenarbeit mit dem Großherzogtum weiter ausbauen.

Der IT-Spezialist hat auch Interesse daran, dass Kunden und Partner ihr digitales Geschäft ausbauen – kämpfte Cisco zuletzt vor allem in den USA mit Stellenabbau und Umsatzeinbrüchen.

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