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Digitalisierung: Luxemburg unerwartet auf Spitzenposition
Wirtschaft 2 Min. 15.01.2020

Digitalisierung: Luxemburg unerwartet auf Spitzenposition

Digitalisierung: Luxemburg unerwartet auf Spitzenposition

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Wirtschaft 2 Min. 15.01.2020

Digitalisierung: Luxemburg unerwartet auf Spitzenposition

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Laut "Digital Readiness Index" von Cisco gehört Luxemburg zur Spitzengruppe, wenn es um die Voraussetzungen für den digitalen Wandel geht.

Viele Luxemburger sehen den Fortschritt in Sachen Digitalisierung hierzulande kritisch. Eine Studie bescheinigt Luxemburg dagegen eine Spitzenposition. Das Großherzogtum erreicht im internationalen "Digital Readiness Index" des Netzwerkanbieters Cisco unter 141 Ländern Platz zwei - nur Singapur erzielt höhere Werte. Auf Luxemburg folgen die USA, Dänemark, die Schweiz, die Niederlande, Schweden und Südkorea. 

Entscheidend ist hier die Frage, was man genau unter Digitalisierung versteht. Cisco bewertet dabei die sogenannte "Digital Readiness". Damit soll abgebildet werden, wie gut ein Land auf die digitale Zukunft vorbereitet ist und inwiefern es wirtschaftlich von der Digitalisierung profitieren kann

Sieben Kategorien für die "Digital Readiness"

Insgesamt gibt es sieben Kategorien, aus denen ein Wert zwischen 5,9 (Digital Readiness besonders niedrig) und 20,1 (Digital Readiness besonders hoch) ermittelt wird:

  1. Technologische Infrastruktur 
  2. Technologische Adaption: Nachfrage nach digitalen Produkten und Dienstleistungen
  3. Humankapital: Aufbau und Verfügbarkeit geschulter Fachkräfte, die die Digitalisierung voranbringen
  4. Menschliche Grundbedürfnisse 
  5. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Welche Infrastruktur ist vorhanden, um Wirtschaftsbetriebe zu fördern?
  6. Investitionen der Wirtschaft und der Regierung in die Digitalisierung
  7. Start-Up-Umgebung: Wie gut fördert ein Land die Entstehung von Start-Ups im Digitalbereich?

Besonders gut schneidet Luxemburg nach Angaben von Cisco bei den Investitionen von Politik in die Digitalisierung und bei der einfachen Übernahme von Technologien innerhalb des Landes ab. Zudem bietet Luxemburg die besten Rahmenbedingungen für Start-ups - Luxemburg erreicht hier sogar den ersten Platz weltweit. 

Romain Siebenaler, Country Manager von Cisco Luxemburg, hebt hervor, dass die Agilität und die Flexibilität bei der Anpassung an neue Marktbedingungen in Luxemburg hervorragend sind. Positive Punkte sind aber auch die Unterstützung der Regierung bei den Neugründungen, der Venture-Capital Markt und die Investitionsfähigkeit des Landes. Auch im Bereich des geistigen Eigentums hat Luxemburg zahlreiche Vorteile zu bieten.

Verbesserungspotenzial hat Luxemburg insbesondere im Bereich "Easy of doing Business". "Auch wenn Luxemburg unter den Top 20 ist, ist das ein Punkt, der noch verbessert werden könnte", sagt Romain Siebenaler. Auch beim Humankapital muss es noch bergauf gehen.


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Laut Romain Siebenaler bestätigen die Ergebnisse in gewisser Weise die Strategie "Digital Lëtzebuerg". Mit dieser Initiative unter der direkten Aufsicht von Premier Xavier Bettel hatte die Regierung 2013 eine föderative Bewegung geschaffen, um den digitalen Wandel anzukurbeln und zu begleiten. Der IT-Experte begründet den Erfolg damit, dass das Land wie ein Unternehmen geführt wird: Luxemburg wartet nicht auf die endgültige Genehmigung von multinationalen Konzernen, die Investitionsprojekten durchführen wollen oder auf konkrete Geschäftsideen  von Entwicklungsprojekten - wie etwa das europäische Hochleistungsrechnerprojekt. "Wir setzen alles daran, um die Ankunft von multinationalen Unternehmen und die Umsetzung von wichtigen Projekten zu erleichtern. Digital Lëtzebuerg ist genau der richtige Rahmen, um diese Projekte zu beschleunigen". 

Die dritte große Phase

Luxemburgs Premier Xavier Bettel hatte im Januar 2018 zusammen mit Chuck Robbins, dem CEO von Cisco, am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos ein Memorandum of Unterstanding (MoU) unterzeichnet. Die Mission der Partnerschaft: die Digitalisierung Luxemburgs beschleunigen. 

Durch das MoU hat die Regierung Zugang zu rund 250 innovativen Projekten weltweit bekommen und konnte mit Cisco auch selbst neue Initiativen starten, die auf das Großherzogtum zugeschnitten sind. Cisco ist nun offiziell in die dritte Phase des Projektes gestartet. "Im vergangenen Jahr haben wir in Luxemburg intensiv investiert", sagt Romain Siebenaler. Die Bereiche Cybersicherheit, Fintech und Bildung bilden die Schwerpunkte in diesem Projekt.


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