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Digitalisierung: Der Staat sucht frische Ideen
Wirtschaft 2 Min. 26.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Digitalisierung: Der Staat sucht frische Ideen

Digitalisierung: Der Staat sucht frische Ideen

Foto: Getty Images
Wirtschaft 2 Min. 26.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Digitalisierung: Der Staat sucht frische Ideen

Die Online-Plattform "GovTech Lab" sammelt innovative Ideen bei Unternehmern und Bürgern. So soll das E-Government verbessert werden.

(mab) - Marc Hansen, beigeordneter Minister für Digitalisierung (DP), hat am Donnerstag die Online-Plattform „GovTech Lab“ gelauncht. Als Ideen- und Technologielabor soll diese helfen, die Digitalisierung des öffentlichen Sektors voranzutreiben. Auch der erste Wettbewerb des Labors startet mit dem Titel „Bye bye Robots!“. Unternehmen, Start-ups, Forscher und Studenten sollen innovative Ideen einreichen. 

Behörden kommunizieren immer häufiger online – mit den Bürgern, mit Unternehmen und mit anderen Behörden. Die sogenannte E-Administration ist Teil des E-Governments. Seit der Corona-Krise ist das umso mehr Alltag geworden. „Was wir quasi über Nacht während der Corona-Krise digital geschaffen haben, ist enorm“, sagt Marc Hansen. „Da haben wir einen richtigen Sprung gemacht.“ Der Staat habe eine Art Start-up-Mentalität bewiesen

Challenge accepted

Doch der digitale Alltag hat nach wie vor seine Tücken. Denn die Prozesse sind noch nicht ausgereift. Das ist die Herausforderung, die das Ministerium für Digitalisierung und das Centre des technologies de l'information de l'État (CTIE) mit dem „GovTech Lab“ in Angriff nehmen wollen. 

Das „GovTech Lab“ soll zum einen identifizieren, wo die technologischen Herausforderungen liegen, denen sich die öffentlichen Verwaltungen oder Ministerien gegenübersehen. Marc Hansen macht klar, dass es dort um ganz reelle Probleme geht: Wie gehen Behörden mit digitalen Unterschriften (digital signature) um, wie mit Sicherheitslücken? So sammelt das „GovTech Lab“ Erfahrungswerte von den Stellen. 

Ist der Bedarf ermittelt, geht es in die zweite Phase. Das Ministerium wird regelmäßig Challenges auf der Website ausrufen. Start-ups, Studenten, Freiberufler oder interessierte Bürger sollen in Wettbewerben innovative Lösungen entwickeln. Gemeinsam mit den externen Akteuren soll so das „eGovernment“ verbessert werden. 

Erste Challenge 

Der erste Wettbewerb ist bereits online und trägt den Titel „Bye bye Robots!“. Das Problem, das es zu lösen gilt: Bei Online-Verfahren muss erfasst werden, ob tatsächlich ein Mensch eine Internetseite aufruft oder ob ein Bot die Verbindung aufbaut. Die meisten Internetnutzer kennen das, sie sollen etwa anklicken, auf welchen Fotos sie eine Ampel erkennen oder eine einfache Rechenaufgabe lösen. 


WI.Wat studéieren. ITV Viviane Gantrel.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
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Jetzt sucht das „GovTech Lab“ eine innovative Lösung, die das derzeitige CTIE-System ersetzen kann. Die neue Lösung muss für den Benutzer einfach und ansprechend sein und die erforderlichen Sicherheitsstandards gewährleisten. 

Wer sich mit dem Schutz von Informations- und Kommunikationssystemen vor automatischem Zugriff auskennt, kann bis zum 4. Januar 2021 eine Bewerbung einreichen. 

Die beste Idee kauft der Staat

In einem zweiten Schritt wird mit den besten fünf Kandidaten ein Prototyp entwickelt. Anschließend kommt für die beste Einreichung die sogenannte POC-Phase. Im Projektmanagement ist ein „Proof of Concept“ ein Meilenstein, nach dem die prinzipielle Durchführbarkeit eines Vorhabens belegt ist. Nach der POC-Phase kann die entwickelte Lösung vom CTIE erworben und eingesetzt werden. 

Das zeigt, wie das „GovTech Lab“ arbeiten soll: Das Labor wird als Vermittler des Austauschs zwischen öffentlichen Verwaltungen, Unternehmen und Entwicklern gesehen. Durch öffentliche Wettbewerbe greift das „GovTech Lab“ auf Wissen außerhalb des Staates zurück. So soll eine offene Innovationskultur in den Verwaltungen entwickelt werden. Marc Hansen macht klar: „Das geht nicht von einem Jahr auf das andere. Das wird ein langer Prozess.“ 

Alle Details zur Ausschreibung „Bye bye Robots“ sind ab diesem Freitag um 11 Uhr auf dem Portal verfügbar: www.govtechlab.lu

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