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Dieselskandal: VW verhandelt über Vergleich mit Dieselfahrern
Wirtschaft 2 Min. 02.01.2020

Dieselskandal: VW verhandelt über Vergleich mit Dieselfahrern

Zu Beginn eines Prüfverfahrens für ein mögliches zweites Musterverfahren zum VW-Dieselskandal vor dem Oberlandesgericht Stuttgart liegen Aktenordner in einem Gerichtssaal.

Dieselskandal: VW verhandelt über Vergleich mit Dieselfahrern

Zu Beginn eines Prüfverfahrens für ein mögliches zweites Musterverfahren zum VW-Dieselskandal vor dem Oberlandesgericht Stuttgart liegen Aktenordner in einem Gerichtssaal.
Foto: dpa
Wirtschaft 2 Min. 02.01.2020

Dieselskandal: VW verhandelt über Vergleich mit Dieselfahrern

Bekommen Dieselfahrer von VW nach dem Abgasskandal Schadenersatz wegen Wertverlusten ihrer Autos? Im Musterprozess zeichnete sich lange keine Annäherung ab. Doch jetzt kommt Bewegung in den Streit.

(dpa) - Im Musterprozess um mögliche Entschädigungen für Hunderttausende Dieselfahrer verhandeln Volkswagen und der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) über einen Vergleich. Das teilten VW und der vzbv am Donnerstag gemeinsam mit. Damit dürfen die teilnehmenden Kläger in dem bundesweit ersten Musterverfahren am Braunschweiger Oberlandesgericht auf Schadenersatz wegen des Wertverlustes ihrer Autos im Abgasskandal hoffen.

„Gemeinsames Ziel von vzbv und Volkswagen ist eine pragmatische Lösung im Sinne der Kunden“, hieß es in der kurzen Mitteilung. Die Gespräche seien in einem sehr frühen Stadium. „Ob es zu einem Vergleich kommt, ist offen.“

Ein Vergleich war „kaum vorstellbar“

Lange hatte VW einen möglichen Vergleich skeptisch gesehen. Am ersten Verhandlungstag der Musterfeststellungsklage Ende September nannte der Autobauer Vergleichsverhandlungen „einfach nicht praktikabel“, da unklar sei, wer sich mit welchen Ansprüchen gemeldet habe. Auch Mitte November noch bezeichnete VW einen Vergleich als „kaum vorstellbar“.


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Der Chef des vzbv, Klaus Müller, begrüßte daher jetzt die Gespräche. „Wir bewerten das Gesprächsangebot als positives Signal“, sagte Müller der „Rheinischen Post“ (Freitag). „Auch wenn keineswegs sicher ist, dass am Ende ein Vergleich erreicht wird, freuen wir uns, dass mehr als vier Jahre nach Beginn des Dieselskandals nun neue Bewegung in die Sache kommt.“

Der vzbv vertritt in dem gebündelten Verfahren die Interessen vieler Dieselfahrer, die sich nach dem Auffliegen der Abgasmanipulationen im Herbst 2015 von Volkswagen getäuscht sehen. In vielen Fällen fordern sie Schadenersatz wegen des gesunkenen Wiederverkaufswertes ihrer Fahrzeuge. Neben dem Musterverfahren in Braunschweig laufen an Gerichten bundesweit weitere separate Prozesse. Mancherorts sprachen Richter den Verbrauchern Entschädigungen oder den kompletten Ersatz des Kaufpreises des Autos zu - oft wurden Ansprüche jedoch abgelehnt. Die meisten Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

VW darf „keine Symbolpolitik betreiben“


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Der Automobilclub ADAC teilte mit, dass die Verhandlungen das Verfahren deutlich beschleunigen könnten. „Ein Prozess hätte sich über gut zwei Jahre hinziehen können, ein Vergleich kann aber noch in der ersten Jahreshälfte 2020 geschlossen werden“, sagte ADAC-Chefjurist Markus Schäpe. VW müsse aber „ein faires Angebot vorlegen und keine Symbolpolitik betreiben“.


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