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Dieselgate: Opel zahlt Prämie, Ford wird geprüft
Wirtschaft 10.08.2017

Dieselgate: Opel zahlt Prämie, Ford wird geprüft

Im Ford Mondeo soll eine illegale Abgastechnik integriert sein.

Dieselgate: Opel zahlt Prämie, Ford wird geprüft

Im Ford Mondeo soll eine illegale Abgastechnik integriert sein.
Foto: Anouk Antony
Wirtschaft 10.08.2017

Dieselgate: Opel zahlt Prämie, Ford wird geprüft

Ein Autobauer nach dem anderen hat Umtauschprämien für alte Diesel bekanntgegeben - jetzt ist auch Opel dabei. Wie wirksam diese sind, bleibt umstritten. Bei den Abgaswerten eines Ford-Modells schauen Behörden nun außerdem genauer hin.

(dpa) - Nach VW, Daimler, BMW und weiteren Autobauern hat jetzt auch Opel eine Abwrackprämie für ältere Diesel im Programm. Die deutsche Tochter des französischen PSA-Konzerns bietet den Besitzern von Wagen der Abgasnorm Euro 4 und niedriger verschiedene Beträge an, wenn sie einen Opel-Neuwagen kaufen.

Dieser „Umweltbonus“ liegt zwischen 1.750 Euro beim Kleinstwagen Karl und 7.000 Euro beim Spitzenmodell Insignia, wie das Unternehmen am Donnerstag in Rüsselsheim mitteilte. Der Käufer muss den Alt-Diesel verschrotten lassen.

Andere Hersteller haben ähnliche Angebote - auch Ford. Der deutsche Ableger des US-Autokonzerns muss allerdings ein Dieselmodell der Mondeo-Reihe vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wegen des Verdachts illegaler Abgastechnik untersuchen lassen.

Die Kaufanreize für neue Diesel bei Verschrottung eines alten sind Teil der Beschlüsse des Dieselgipfels mit der Bundesregierung. Dort hatten sich die deutschen Hersteller verpflichtet, Maßnahmen zu finden, um ältere Wagen von der Straße zu holen.

Ford-Chef wiederspricht den Anschuldigungen

Jüngere Diesel der Euro-Abgasnormen 5 und 6 sollen hingegen mit einem Software-Update nachgerüstet werden, um ihre Schadstoffemissionen zu reduzieren.

Laut einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ hat das Verkehrsministerium in Berlin veranlasst, dass das KBA die Abgaswerte des Ford Mondeo 2.0 TCDi genauer unter die Lupe nimmt. Dies habe das Ministerium bestätigt. Es gebe Hinweise auf illegale Abschalteinrichtungen.

Ford-Deutschland-Chef Gunnar Herrmann widersprach dieser Darstellung. „Bei der Abgasnachbehandlung unserer Dieselmodelle wurden keine illegalen Abschaltvorrichtungen verwendet“, sagte er dem Magazin. Ein Sprecher ergänzte auf Nachfrage, alle Fahrzeuge und Motoren - einschließlich der modernen Dieselantriebe - erfüllten die vorgeschriebenen Richtlinien. Das Bundesverkehrsministerium war für eine Stellungnahme am Nachmittag nicht zu erreichen.

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