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Diesel-Abgasskandal: Ermittlungen gegen Audi ausgeweitet
Wirtschaft 02.06.2017 Aus unserem online-Archiv

Diesel-Abgasskandal: Ermittlungen gegen Audi ausgeweitet

Der deutsche Verkehrminister Alexander Dobrindt hatte bekannt gegeben, dass Audi eine „unzulässige Abgas-Software“ in den Oberklasse-Modellen Audi A8 und A7 mit V6- und V8-Dieselmotoren verwendet habe.

Diesel-Abgasskandal: Ermittlungen gegen Audi ausgeweitet

Der deutsche Verkehrminister Alexander Dobrindt hatte bekannt gegeben, dass Audi eine „unzulässige Abgas-Software“ in den Oberklasse-Modellen Audi A8 und A7 mit V6- und V8-Dieselmotoren verwendet habe.
Archivfoto: Serge Waldbillig
Wirtschaft 02.06.2017 Aus unserem online-Archiv

Diesel-Abgasskandal: Ermittlungen gegen Audi ausgeweitet

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Wie das luxemburgische Nachhaltigkeits- und Infrastrukturministerium mitteilte, erfolgte die Abgashomologation der fraglichen Audi-Modelle durch die Société Nationale de Certification et d'Homologation (SNCH).

(dpa/aa) - Die Münchner Staatsanwaltschaft weitet ihre Betrugs-Ermittlungen gegen Audi in der Diesel-Affäre nach neuen Vorwürfen aus. Dabei geht es nun auch um Fahrzeugverkäufe in Europa, nicht nur wie bisher in den USA. „Wir haben das jetzt erweitert“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II am Freitag.

Mitte März hatte die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung bei der Ingolstädter VW-Tochter eingeleitet. Dabei ging es zunächst nur um Abgas-Manipulationen in den USA.

Das Verfahren läuft weiter gegen Unbekannt, wie der Ermittler weiter sagte. Konkrete Beschuldigte im aktiven oder ehemaligen Audi-Management gibt es nicht. Ein Ende der Ermittlungen sei bisher nicht absehbar.

Der deutsche Verkehrminister Alexander Dobrindt hatte am Vortag bekannt gegeben, dass Audi eine „unzulässige Abgas-Software“ in den Oberklasse-Modellen Audi A8 und A7 mit V6- und V8-Dieselmotoren verwendet habe. Dabei geht es um eine sogenannte Lenkwinkelerkennung.

Diese Lenkwinkelerkennung sorgt dafür, dass die Autos im normalen Fahrbetrieb auf der Straße deutlich mehr Stickoxide (NOx) ) ausstoßen als auf dem Prüfstand und die Grenzwerte überschreiten. Stickoxide gelten als gesundheitsschädlich.

Wie das luxemburgische Nachhaltigkeits- und Infrastrukturministerium am Freitagnachmittag mitteilte, erfolgte die Abgashomologation der fraglichen Audi-Modelle durch die Société Nationale de Certification et d'Homologation (SNCH) in Luxemburg, die vollständige Homologation hingegen durch das deutsche Kraftfahrtbundesamt (KBA).

Das KBA habe nun bei der SNCH angefragt, die Anpassungen im Zuge einer Rückrufaktion für die betreffenden Fahrzeuge zu genehmigen, so das Ministerium.


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