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Die Wirtschaft erholt sich wieder
Wirtschaft 2 Min. 25.08.2020

Die Wirtschaft erholt sich wieder

Auch die Gastronomie erholt sich sehr langsam.

Die Wirtschaft erholt sich wieder

Auch die Gastronomie erholt sich sehr langsam.
Foto: Lex Kleren
Wirtschaft 2 Min. 25.08.2020

Die Wirtschaft erholt sich wieder

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Erstmals in der Corona-Krise kommen wieder positive Signale aus der luxemburgischen Wirtschaft.

Licht am Ende des Tunnels: Obwohl im zweiten Quartal mit einem starken Rückgang der Wirtschaftsleistung zu rechnen ist, gibt es laut Statec bereits Anzeichen für eine Erholung. So etwa erreichte die Industrieproduktion im April einen Tiefpunkt und hat sich seitdem erholt. Das Statistikamt spricht von einem Plus von 5,7 Prozent im Mai in Luxemburg, 12 Prozent in der Eurozone. 

Ähnliche Tendenzen sind in der Bauleistung, im Einzelhandel, bei den Kfz-Zulassungen, beim Umsatz im Hotel- und Gaststättengewerbe und bei einigen Unternehmensdienstleistungen, wie etwa im Reinigungssektor, zu beobachten. Dennoch mahnt der Statec: Diese Erholung erfolgt aus einem sehr niedrigen Aktivitätsniveau heraus. Im Jahresvergleich liegen die Ergebnisse im roten Bereich: Das Volumen des Einzelhandelsumsatzes in Luxemburg beispielsweise weist im Mai 2020 einen Rückgang von 12 Prozent gegenüber Mai 2019 auf. 


Lokales, Baustellen offen nach Krise, Corona, Covis-19, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort
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Die Konjunkturumfragen zeigen auch eine Verbesserung des Geschäftsklimas ab Mai, die sich bis in den Juli hinein fortsetzt, so der Statec in seinem „Conjoncture Flash“ der gestern veröffentlicht wurde. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, wie die Ergebnisse von Umfragen zeigen, die in anderen europäischen Ländern für den Monat August durchgeführt wurden: Der Einkaufsmanagerindex (PMI) in der Eurozone hat sich deutlich erholt und zeigt das stärkste Aktivitätswachstum der letzten zwei Jahre. Und: Die vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobenen Indikatoren senden weiterhin sehr positive Signale.

Wirtschaft schrumpft europaweit massiv

Der Statec erinnert daran, dass die Entwicklung des BIP in Luxemburg für das zweite Quartal derzeit noch nicht bekannt ist – die Daten werden voraussichtlich am 18. September veröffentlicht. Es sei jedoch ein sehr starker Rückgang zu erwarten, so wie es bereits in anderen europäischen Ländern der Fall ist. Italien trifft es besonders hart. In Europas drittgrößter Volkswirtschaft sank das BIP um 12,4 Prozent. Noch heftiger traf es aber die Volkswirtschaften in Portugal und Spanien mit jeweils einen Rückgang des BIP um 14,1 beziehungsweise 18,5 Prozent. Hier war insbesondere der Tourismus eingebrochen. 


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Auch Frankreich zählt zu den Ländern in Europa, die besonders stark von der Pandemie getroffen wurden. Das Land verzeichnete im zweiten Quartal einen Rückgang von 13,5 Prozent. Deutschland erwies sich als widerstandsfähiger, mit einem Rückgang von „lediglich“ zehn Prozent. Die britische Wirtschaft ist im Frühjahr um mehr als 20 Prozent eingebrochen. 

In seinem „Conjoncture Flash“ weist der Statec darauf hin, dass die Pkw-Zulassungen in Luxemburg in den ersten sieben Monaten des Jahres im Vergleich zu 2019 um mehr als 25 Prozent zurückgegangen sind – in der Eurozone liegt der Rückgang bei 35 Prozent im gleichen Zeitraum. 

Der Statec stellt dabei auch eine Fortsetzung der Elektrifizierung von Fahrzeugen fest. 100-Prozent-Elektroautos haben in den letzten Monaten etwa vier Prozent der Verkäufe ausgemacht, verglichen mit knapp zwei Prozent im Jahr 2019 und weniger als ein Prozent im Jahr 2018. 

Lage am Arbeitsmarkt verbessert sich 

Die gute Nachricht ist, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Juli im Vergleich zu den Vormonaten verbessert hat. Die ersten verfügbaren Daten zeigen ein Beschäftigungswachstum von etwa zwei Prozent im Jahresvergleich, nach durchschnittlich 1,4 Prozent von März bis Juni. Im Vergleich zum Euroraum – Minus 2,9 Prozent im zweiten Quartal im Jahresvergleich – bleibt das Beschäftigungswachstum in Luxemburg demnach dynamisch, schlussfolgert das Statistikamt.

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