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Die Ukraine liefert derzeit mehr Weizen als vor dem Krieg
Wirtschaft 25.11.2022
Nahrungsmittel

Die Ukraine liefert derzeit mehr Weizen als vor dem Krieg

Ein Frachtschiff mit Getreide auf dem Weg nach Istanbul.
Nahrungsmittel

Die Ukraine liefert derzeit mehr Weizen als vor dem Krieg

Ein Frachtschiff mit Getreide auf dem Weg nach Istanbul.
Foto: AFP
Wirtschaft 25.11.2022
Nahrungsmittel

Die Ukraine liefert derzeit mehr Weizen als vor dem Krieg

Der Export in die EU läuft auf Hochtouren. Die Preise der Rohstoffe sind dadurch wieder spürbar gesunken.

(he) Die Ukraine hat Lieferausfälle bei Agrarrohstoffen aus den Monaten März und April mittlerweile aufgeholt. Das berichtet die „Lebensmittelzeitung“ (LZ). Demnach exportiert das Land, in dem seit einem Dreivierteljahr Krieg herrscht, seit Sommer sogar deutlich mehr Weizen, Raps und Sonnenblumensaat in die EU als im Vorjahreszeitraum. Was wiederum zu sinkenden Börsenpreisen für diese Rohstoffe beiträgt. Und auch für das kommende Jahr rechnet die Branche mit einer Entspannung bei der Liefersituation

Märkte weiterhin nervös

„Die Marktteilnehmer gehen von einer positiven Entwicklung aus, was sich in den Börsenpreisen für langfristige Kontrakte zeigt“, zitiert das Fachmagazin Jan Jänsch von der Baywa Agrarhandel GmbH. Der Agrarhandelsexperte warnt jedoch vor zu viel Optimismus: „Die Aussichten für die kommende Ernte in der Ukraine sind unklar.“ 

Zu den weiteren Kriegsrisiken komme die unsichere Versorgung mit Betriebsmitteln wie Dünger, Diesel und Pflanzenschutzmitteln. „Die Märkte sind im Moment sehr nervös und reagieren sofort“, so der Handelsexperte.

Preise noch weit über Vorkriegsniveau


(FILES) In this file photo taken on August 14, 2022, the first UN-chartered vessel MV Brave Commander loads more than 23,000 tonnes of grain to export to Ethiopia, in Yuzhne, east of Odessa on the Black Sea coast. - Russia's suspension of its participation in a landmark agreement that allowed vital grain exports from Ukraine amounts to "weaponizing food," the White House said in a statement on October 29, 2022. "Russia is again trying to use the war it started as a pretext for weaponizing food, directly impacting nations in need and global food prices, and exacerbating already dire humanitarian crises and food insecurity," National Security Council spokeswoman Adrienne Watson said in a statement. (Photo by OLEKSANDR GIMANOV / AFP)
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Auch die Industrie reagiert zunächst abwartend. „Dass nun auch nennenswerte Mengen Weizen vorhersehbar aus der Ukraine per Schiff exportiert werden, hat dazu geführt, dass sich der Weizenpreis von über 430 Euro im Mai auf aktuell etwa 330 Euro eingependelt hat“, teilt der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) auf LZ-Anfrage mit und weist gleichzeitig darauf hin, dass der Preis damit noch weit über Vorkriegsniveau liege.

Die Getreidepreise bleiben nach Einschätzung des Branchenverbands vergleichsweise hoch, da die weltweiten Weizenvorräte angesichts gleichzeitig steigender Nachfrage zurückgingen, heißt es weiter. 

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