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Die Stunde von TV und Online
Wirtschaft 3 Min. 23.09.2020

Die Stunde von TV und Online

Die Tagespresse beahauptet sich gerade in der Corona-Zeit, trotz der Konkurrenz durch audiovisuellen Medien.

Die Stunde von TV und Online

Die Tagespresse beahauptet sich gerade in der Corona-Zeit, trotz der Konkurrenz durch audiovisuellen Medien.
Foto: Guy Wolff
Wirtschaft 3 Min. 23.09.2020

Die Stunde von TV und Online

Roland ARENS
Roland ARENS
Tageszeitungen werden auch in Krisenzeiten stark genutzt, trotz der Konkurrenz durch elektronische Medien, wie die TNS-Plurimedia-Zahlen zeigen.

Wenn die Nachrichtenlage fast stündlich wechselt und jede Stellungnahme aus Wissenschaft und Politik höchste Beachtung findet, wie während der ersten Monate der Corona-Pandemie, dann schlägt die Stunde von Internet und Fernsehen. Erwartungsgemäß  spiegelt sich deren stärkere Nutzung in den Reichweitenzahlen der Luxemburger Medien wieder, die die Marktforscher von TNS-Ilres im Anschluss an die zweite Phase der jährlichen Plurimedia-Studie veröffentlicht haben. Befragt wurden für Presse und audiovisuelle Medien jeweils 4000 Personen über 15 Jahre zwischen Februar und Juni 2020. 

Luxemburger Wort erreicht zusätzliche Leser

Trotz der Konkurrenz durch elektronische Medien hält die Tagespresse auch in der Krise ihre starke Position, was dem internationalen Trend für Qualitätsmedien entspricht. So gewinnt das Luxemburger Wort im Vergleich zur vorherigen Plurimedia-Studie erneut 5.600 Leser hinzu und erzielt nun eine Gesamtreichweite von 361.700 Lesern mit Tageszeitung, E-Paper, Webseite und mobilen Apps. 

Am stärksten profitierten von dem Corona-bedingt veränderten Nutzerverhalten die TV-Sender, die damit den rückläufigen Trend der letzten Studien stoppen konnten. RTL Télé Lëtzebuerg erhöht seinen Marktanteil von 17,2 auf 20,9 Prozent, was 109.700 Zuschauern entspricht. Auch die Nutzung des luxemburgischen TV-Programms über das Internet stieg von 5,7 auf 8,8 Prozent. Ausländische Fernsehprogramme legten im gleichen Zeitraum ebenfalls zu, allen voran die deutschen Sender ARD und ZDF. 

In der Sparte Radio setzt sich die insgesamt nachlassende Nutzung der letzten Jahre auch nach den neuen Plurimedia-Zahlen fort. Gegen den Trend stabilisiert sich RTL Radio Lëtzebuerg bei 28 Prozent Marktanteil, was durchschnittlich 147.200 Hörern entspricht, während Eldoradio ebenso Verluste verzeichnet (jetzt 15,1 Prozent, 79.300 Hörer) wie der öffentlich-rechtliche Sender Radio 100,7 (jetzt 3,3 Prozent, 17.600 Hörer).

Dass die Internet-Nutzung in Krisenzeiten zunimmt, ist wenig überraschend. Alle luxemburgischen Nachrichtenseiten steigern ihre Reichweite deutlich, wobei die Platzhirsche rtl.lu (35,7 Prozent Marktanteile, Corona-bereinigt 31,7 Prozent), lessentiel.lu (26,9/24,6 Prozent) und wort.lu (18,6/17,1 Prozent) mit Abstand die stärksten Zuwächse gegenüber der vorherigen Plurimedia-Studie verzeichnen. 

Tageszeitung als E-Paper immer beliebter

Bei der gedruckten Tagespresse bestätigt sich die Beliebtheit des E-Papers, also der über Internet erreichbaren Faksimile-Ausgaben der Zeitungen. Allein das Luxemburger Wort gewann in dieser Sparte fast ein Drittel neue Leser hinzu. Die Reichweite des Luxemburger Wort-E-Papers liegt jetzt bei 4,3% oder 22.400 Lesern. Insgesamt erreicht die führende Tageszeitung Luxemburgs 148.300 Leser, was einer Reichweite von 26 Prozent entspricht. Das „Wort“ liegt damit klar von dem Tageblatt (29.700 Leser, 5,7 Prozent), Le Quotidien (21.200, 4 Prozent) und Journal (7.200, 1,4 Prozent). Die Gratiszeitung L'Essentiel legte ebenfalls beim E-Paper zu, konnte ihre Gesamtreichweite jedoch nicht ganz behaupten (122.600 Leser, 23,3 Prozent).

Der Markt für Magazine und Wochenzeitschriften steht weiter unter Druck. Télécran bleibt Spitzenreiter mit knapp 70.000 Lesern vor Revue (49.000). Bei den Automagazinen liegt Auto Moto aus dem Verlag Saint-Paul Luxembourg fast gleichauf mit der Auto Revue, die deutliche Einbußen verzeichnet. Auch das Wirtschaftsmagazin Paperjam verlor Leser.  


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