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Die neue Joghurtfabrik lässt noch auf sich warten
15 Hektar Land sollen für den Bau der Joghurtfabrik genutzt werden.

Die neue Joghurtfabrik lässt noch auf sich warten

FOTO: GUY WOLFF
15 Hektar Land sollen für den Bau der Joghurtfabrik genutzt werden.
Wirtschaft 2 Min. 08.02.2018

Die neue Joghurtfabrik lässt noch auf sich warten

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
„Ende 2018 wird die neue Joghurtfabrik ihre Aktivitäten starten“ – das waren die Worte von Wirtschaftsminister Etienne Schneider im Juli 2016. Nun sieht es aber ganz danach aus, als würde das Projekt auf Eis liegen. Auf dem Feld im Industriegebiet Wolser, zwischen Bettemburg und Düdelingen, tut sich auf jeden Fall noch nichts.

Wann wird denn nun gebaut, welche Auswirkungen hat das Projekt auf den Verkehr, die Landwirtschaft und die Umwelt? Fragen, auf die Laurent Zeimet, Bürgermeister der Gemeinde Bettemburg noch keine Antwort erhalten hat. Bettemburg stimmte im Gegensatz zur Gemeinde Düdelingen dem Einzelbebauungsplan (PAP) noch nicht zu.

Im Industriegebiet Wolser zwischen Bettemburg und Düdelingen befinden sich bereits Unternehmen wie Lamesch und Arbed. Das Gebiet liegt in der 
Nähe des Bettemburger Autobahnkreuzes und bietet somit gute Verkehrsverbindungen für den In- und Export von Produkten.
Im Industriegebiet Wolser zwischen Bettemburg und Düdelingen befinden sich bereits Unternehmen wie Lamesch und Arbed. Das Gebiet liegt in der 
Nähe des Bettemburger Autobahnkreuzes und bietet somit gute Verkehrsverbindungen für den In- und Export von Produkten.
Foto: Guy Wolff

„Dieses Thema war schon auf unserer Tagesordnung. Bei der geplanten Abstimmung im Gemeinderat merkten wir jedoch, dass in manchen Punkten noch Aufklärungsbedarf besteht. Das Votum wurde somit von der Tagesordnung gestrichen. Unsere Fragen haben wir schriftlich an das zuständige Ministerium geschickt.

Hauptsächlich suchen wir Antworten auf die Verkehrsproblematik, die sich durch solch ein großes Projekt sicher noch weiter verschlechtern wird. Bis jetzt bekamen wir jedoch noch keine Antwort von der Regierung“, erklärt der Bürgermeister aus Bettemburg und fügt hinzu: „Wir fragen uns, ob unsere Gemeinde, die derzeit auch noch einige Baustellen und mehrere Bauprojekte bewältigen muss, tatsächlich so einen großflächigen Betrieb braucht.“

Auch die Abgeordneten David Wagner und Marc Baum von „déi Lénk“ haben ihre Zweifel, was den Standort der Joghurtfabrik dem Land bringen soll. In einer öffentlichen Anfrage am vergangenen Freitag baten sie die zuständigen Kommissionen – Wirtschaft, Nachhaltige Entwicklung und Umwelt – und die zuständigen Minister Etienne Schneider, François Bausch und Carole Dieschbourg, sich zusammenzusetzen und über das Projekt zu reden. Jedoch gibt es von Seiten der Regierung noch keine Antwort, wann und ob diese Debatte stattfinden wird.

Méco ist alarmiert

Blanche Weber, Präsidentin des Mouvement écologique (Méco), griff ebenfalls am vergangenen Montag das Thema der Joghurtfabrik auf. Betriebe wie FAGE seien höchst problematisch was den Land-, Energie- und Wasserverbrauch angeht. Es sei nachvollziehbar, dass dieses Projekt von Seiten der betroffenen Gemeinden, aber auch der Landwirtschaft in Frage gestellt worden ist.

„Wir denken, dass die Firma höchstwahrscheinlich Milch zu billigen Weltmarktpreisen im Ausland kaufen wird, was keinen Mehrwert für die regionale Landwirtschaft bringt. Aber auch die umliegenden Gemeinden sehen die Zunahme des Verkehrs, Ressourcenknappheit, sowie Umweltverschmutzung als mögliche Nachteile dieser Gigantenfirma“, betont Blanche Weber.

Méco glaubt nicht, dass die Regierungspartner tatsächlich ihre Unstimmigkeiten der vergangenen Wochen über Betriebsansiedlungen beigelegt haben. Die Frage über den gesellschaftlichen Mehrwert von wirtschaftlichen Aktivitäten müsse ihrer Meinung nach in einer Debatte geführt werden.

„Die Regierung kann nicht einfach behaupten, dass für solche großen Firmen Platz erschaffen werden muss, denn es handelt sich dabei meistens um staatliche Terrains, und somit hat der Staat die Entscheidung selbst zu treffen“, stellt Blanche Weber klar.

Auf eine Anfrage zur aktuellen Situation des „Luxemburger Wort“ wollte die Geschäftsleitung von FAGE keine Stellung nehmen.



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