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Die Luxemburger reisen am meisten mit dem Auto
Wirtschaft 3 Min. 02.07.2019

Die Luxemburger reisen am meisten mit dem Auto

Koffer, Hund und Sonnenhut an Bord: Fast die Hälfte aller Luxemburger Einwohner nimmt das Auto,
wenn es in den Urlaub geht.

Die Luxemburger reisen am meisten mit dem Auto

Koffer, Hund und Sonnenhut an Bord: Fast die Hälfte aller Luxemburger Einwohner nimmt das Auto,
wenn es in den Urlaub geht.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 3 Min. 02.07.2019

Die Luxemburger reisen am meisten mit dem Auto

Mara BILO
Mara BILO
Ein europaweiter Vergleich zeigt: Bevorzugtes Verkehrsmittel bleibt in Luxemburg wie auch in der gesamten Europäischen Union das Auto – besonders bei Reisen, die in andere europäische Länder führen.

Ob Spanien, Portugal oder gar die Karibik – jedes Jahr liegen die Ziele nicht eben vor der Haustür, wenn es um die Urlaubsorte geht. Und die Luxemburger sind besonders gerne jenseits der Grenze unterwegs: Angaben der Statistikbehörde Eurostat zufolge haben die Einwohner des Großherzogtums im Jahr 2017 mehr als 1,8 Millionen Reisen unternommen – Geschäfts- und Dienstreisen mitgerechnet. „Die Reiseintensität nimmt in Luxemburg stets zu“, stellt Lydia Heinisch von der „Union luxembourgeoise du tourisme“ (ULT) fest.


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Pauschalreisen im Umbruch
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Aktuelle Zahlen der europäischen Statistikbehörde zeigen, dass die meisten Reisen der EU-Bürger mit dem Auto unternommen werden. Das gilt auch für Luxemburg: Hierzulande ist das Auto – ob eigen oder gemietet – mit 48 Prozent das beliebteste Verkehrsmittel; es folgen das Flugzeug (42 Prozent), die Bahn (6,7 Prozent) und Bus oder Reisebus (2,9 Prozent). Ähnliches Verhalten spiegeln die EU-weiten Zahlen wider: 64 Prozent der Menschen sind mit dem Auto unterwegs, 17 Prozent mit dem Flugzeug, die Bahn nehmen elf Prozent, den Bus sechs Prozent. Reisen mit dem Schiff schlagen mit lediglich zwei Prozent zu Buche.

Unterschieden werden muss zwischen Inlands- und Auslandsreisen: Bei Auslandsreisen ist das Flugzeug mit 56 Prozent das wichtigste Verkehrsmittel, bei Inlandsreisen – also Urlaube, die im Wohnsitzland verbracht werden – sind die europäischen Bürger meist mit dem Auto (76 Prozent) oder der Bahn (13 Prozent) unterwegs. Insgesamt werden etwa drei Viertel der Urlaube der europäischen Bürger (73 Prozent) im Wohnsitzland verbracht, 27 Prozent im Ausland – davon führt mit 21 Prozent jede fünfte Reise in ein anderes EU-Land, sechs Prozent finden in Ländern außerhalb der Europäischen Union statt.

In Luxemburg ist die Situation aufgrund der vergleichsweise geringen Größe des Landes eine andere: Der Anteil der Auslandsreisen ist im EU-Vergleich hierzulande mit mehr als 98 Prozent am höchsten. Darüber hinaus beträgt die durchschnittliche Reisedauer für Luxemburger Bürger 7,1 Nächte. Damit sind Reisen der Luxemburger die zweitlängsten in der EU; nur die Griechen sind im Schnitt mit 9,9 Nächten und damit länger unterwegs. Die durchschnittliche Reisedauer in der gesamten EU liebt bei 5,1 Nächten.

Grafik: Luxemburger Wort

Spanien und Portugal beliebt


Die Luxemburger sind ein reiselustiges Volk.
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Die wichtigsten Reiseziele für die Luxemburger sind Angaben der „Union luxembourgeoise du tourisme“ zufolge nach wie vor Spanien, Italien, Portugal sowie das Baltikum. Das bestätigt der Reiseveranstalter LuxairTours: Im vergangenen Jahr waren Palma, Malaga, Djerba, Faro und Teneriffa die fünf meist gebuchten Reiseziele. So hat die seit Kurzem auf Mallorca neu erhobene Steuer – die sogenannte Ballermann-Steuer – bislang keinen Impakt gehabt, darauf weist LuxairTours-Sprecher Joe Schroeder hin. Bei Kreuzfahrten hingegen zieht es die Luxemburger besonders in den Norden – sprich an die Ostsee –, wie die Verkaufsdirektorin des Reiseunternehmens Cruisopolis Léa Sales erklärt.


Passagierjet beim Abflug am Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle.
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Bei Fernreisen liegt Indien im Trend, auch Thailand und Indonesien sind gefragt. Und: „Wir beobachten zunehmendes Interesse an Kenia“, beschreibt Lydia Heinisch den Trend. „Auch Reisen nach Ägypten, Tunesien oder in die Türkei werden nach den Problemen der vergangenen Jahre wieder gebucht“, sagt Joe Schroeder. „Diese Ziele machen 60 Prozent des Anstiegs an Passagierzahlen des vergangenen Jahres aus.“

Wie viel durchschnittlich pro Reise ausgegeben wird, ist schwer zu sagen, wie Lydia Heinisch erklärt. Doch: „Im Schnitt gibt ein Bürger hierzulande etwa 2 500 Euro für einen Aufenthalt von acht Nächten aus.“ Auch interessant beim Reiseverhalten der Luxemburger zu beobachten, sind die wandelnden Essgewohnheiten – sprich der Trend hin zu vegan, vegetarisch und Co. „Das gab es vor zwei Jahren noch nicht“, stellt Lydia Heinisch fest. „Aber unsere Reisepartner haben sich inzwischen angepasst.“


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