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Die Landwirtschaft wird digitaler
Wirtschaft 6 3 Min. 13.11.2019

Die Landwirtschaft wird digitaler

Innovation auf der Landtechnik-Messe Agritechnica: durch digitale Maschinen wird Landwirtschaft effizienter.

Die Landwirtschaft wird digitaler

Innovation auf der Landtechnik-Messe Agritechnica: durch digitale Maschinen wird Landwirtschaft effizienter.
Foto: dpa
Wirtschaft 6 3 Min. 13.11.2019

Die Landwirtschaft wird digitaler

Auf der Weltleitmesse für Landwirtschaftstechnik "Agritechnica" setzt man auf Automatisierung und künstliche Intelligenz.

(dpa/MeM) - Überdüngung, Klimaschutz, Nachhaltigkeit, das sind derzeit drei große Themen, die die Landwirtschaft beschäftigen. Digitalisierung und Robotisierung könnten Teil der Lösung sein. Zu sehen auf der derzeit in Hannover stattfindenden „Agritechnica“. 

Die Agritechnica 2019 zeigt Lösungen für die strategischen Fragestellungen von Branche und Gesellschaft“, teilen die Veranstalter der weltgrößten Leitmesse für landwirtschaftliche Geräte mit. 

„Landtechnische Innovationen können helfen, dass Ziele wie Klimaschutz, Biodiversität, Nachhaltigkeit und Ernährungssicherung erreichbar sind.“ 

Mit dem diesjährigen Leitthema der Agritechnica „Global Farming – Local Responsibility“ sollen dazu im fachlichen Rahmenprogramm Akzente gesetzt werden, um auf die Verzahnung der weltweit verknüpften Anbausysteme, der globalen Stoffkreisläufe und die landtechnischen Lösungen vor Ort hinzuweisen. 


Aus der Luft verspritzt die Drohne die Lösung mit dem Fungizid - besonders praktisch bei aufgeweichtem Boden.
Drohnen im Weinberg: Helfer im Science-Fiction-Stil
Den Drohnen wird in der Landwirtschaft eine große Zukunft vorausgesagt. Am Institut viti-vinicole (IVV) in Remich geht demnächst ein Versuch zu Ende, Weinberge mit High-Tech-Einsatz zu spritzen.

Während Melkroboter in den Ställen bereits Realität sind, gibt es insbesondere bei autonom fahrenden Feldrobotern aber noch Probleme bei der Datenvernetzung. 

Hightech-Landwirtschaft 

Landwirte rüsten technologisch auf: Roboter zum Düngen oder Jäten sollen künftig den Bauern die Arbeit leichter machen – und die Umwelt schonen. Denn wenn Roboter gezielt nicht stärker düngen als nötig, sinkt die Gefahr der Überdüngung. Roboter, die Unkraut jäten, machen den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln unnötig. 

Automatisierung, künstliche Intelligenz und Roboter, aus der Autobranche bekannte Megatrends, stehen daher auch auf der Landtechnikmesse Agritechnica im Mittelpunkt. 

Mehr als 450.000 Besucher werden bis zum Samstag (16. November) auf der Messe in Hannover erwartet, die am Sonntag begann. Knapp 2.800 Aussteller aus mehr als 50 Ländern, auch aus Luxemburg, zeigen ihre Neuheiten. 

Die meisten Aussteller kommen aus Italien, China, den Niederlanden, der Türkei und Frankreich. Digitalisierung ist auch in der Agrarbranche ein zentraler Faktor: Beim sogenannten „Precision Farming“ („Präzisionslandwirtschaft“) geht es um teils zentimetergenaue Steuerung des Aussäens, Düngens, Jätens oder Ausbringens von Pflanzenschutzmitteln auf dem Acker sowie um die Analyse der Böden. 

Neben der Navigation via Satellit werden auch Roboter, Sensoren und Radartechnologien eingesetzt. 

Das hat sich auch der Luxemburger Geograf Gilles Rock zunutze gemacht, nachdem er an der Universität Trier seine Doktorarbeit zum Thema Fernerkundung geschrieben hatte. Er gründete zu eben diesem Zweck die Unternehmen Geocoptix und Luxsense geodata.

Mithilfe von Drohnen wird „Precision Farming“ ermöglicht, indem unterschiedliche Kamerasysteme auf unbemannten Flugplattformen Rückschluss auf den Zustand von Vegetationsbeständen zulassen. 

Daraus resultiere auch eine erhöhte Ertragssicherheit und -qualität sowie ein umweltschonender und präziserer Einsatz von Düngemittel- und Pestiziden, wie das Unternehmen mitteilt. 

Mehr Effizienz durch Digitalisierung 

Als Aussteller „aus Luxemburg“ sind auf der Agrar-Leitmesse die Luxemburger Holding des US-Konzerns Gates Industrial vertreten, die Ersatzteile für verschiedene Maschinen und Geräte wie Traktoren und Erntemaschinen handelt, sowie die Karriere- und Weiterbildungsplattform AgroBrain und die Rottmann Group. 

Zu den Ausstellern zählen große Konzerne wie Fendt, John Deere oder Continental ebenso wie Start-ups. So zeigen 40 kleine Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen rund um „Big Data“, Künstliche Intelligenz (KI), 3D-Druck, „Cloud Computing“ oder den Einsatz von Agrar-Drohnen. 

Auf dem internationalen Branchentreffen der Landwirte werden auch neue Ansätze diskutiert, um mehr Verständnis für die Arbeit von Bauern zu schaffen. Ein übergreifendes Thema des internationalen Technik-Branchentreffens ist auch die weltweite Verflechtung von Produktionsprozessen

Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau ist 2019 weltweit mit einem Nullwachstum der landtechnischen Industrie bei einem Gesamtvolumen von 107 Milliarden Euro zu rechnen. Belastend wirke sich die Schwäche Chinas aus. Im Jahr 2018 betrug laut Brüssel der gesamte Produktionswert der Landwirtschaft in der Europäischen Union (EU) rund 435,9 Milliarden Euro

Zur Gesamtwirtschaftsleistung (BIP) der EU trägt die Landwirtschaft 1,4 Prozent bei. In Frankreich, dem wertmäßig größten Landtechnikmarkt Europas, sind es 1,6 Prozent, in Deutschland 0,7 Prozent, und in Luxemburg 0,25 Prozent

Hier gibt es jüngsten Zahlen zufolge rund 1 906 landwirtschaftliche Betriebe mit 3 722 Familienarbeitskräfte und 1 048 Angestellten. 

Sie bepflanzen im Land eine Fläche von 131 000 Hektar und halten mehr als 200 000 Rinder und fast 100 000 Schweine. Luxemburgs Landwirte erwirtschafteten 2018 damit 148 Millionen Euro.


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