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Die Frachtdrehscheibe wird ausgebaut
Wirtschaft 1 3 Min. 20.12.2016 Aus unserem online-Archiv
20 Jahre Cargocenter

Die Frachtdrehscheibe wird ausgebaut

Der Bau des Cargocenters begann 1994, zwei Jahre später im April folgte die offizielle Einweihung.
20 Jahre Cargocenter

Die Frachtdrehscheibe wird ausgebaut

Der Bau des Cargocenters begann 1994, zwei Jahre später im April folgte die offizielle Einweihung.
Archivfoto: Gerry Huberty
Wirtschaft 1 3 Min. 20.12.2016 Aus unserem online-Archiv
20 Jahre Cargocenter

Die Frachtdrehscheibe wird ausgebaut

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Wenn es um die Bedeutung Luxemburgs in der Luftfrachtbranche geht, ist oft von der Frachtdrehscheibe die Rede. Gemeint ist damit letztlich das Cargocenter der LuxairGroup. In den kommenden Jahren soll es an die wachsende Tonnage angepasst werden.

(aa) - Wenn es um die Bedeutung des Standortes Luxemburg in der Luftfrachtbranche geht, ist oft von der Frachtdrehscheibe die Rede. Gemeint ist damit letztlich das Cargocenter der LuxairGroup. Fast 13 Millionen Tonnen wurden seit 1996 hier durchgeschleust.

Für Dienstagmorgen hatte der Frachtabfertiger LuxairCargo zu einer Feierstunde ins Cargocenter geladen. LuxairGroup-CEO Adrien Ney konnte Gäste aus der Luftfahrtbranche, Behörden- und Gemeindevertreter sowie den Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, François Bausch, begrüßen.

Eine wegweisende Entscheidung


In den frühen neunziger Jahren fassten Geschäftsführung und Verwaltungsrat der Luxair den Entschluss, die Kapazität des abzufertigenden Luftfrachtaufkommens am Flughafen Findel deutlich zu erhöhen.

Vor allem wegen des Wachstums bei der heimischen Frachtfluggesellschaft Cargolux wurde 1994 mit Bau eines Cargocenters mit einem Umschlagsvermögen von rund 500.000 Tonnen jährlich begonnen.

1990 lag das Handlingvolumen des Frachtabfertigers LuxairCargo noch bei knapp 160.000 Tonnen pro Jahr. Als die Bauarbeiten begannen, waren es schon 252.000 Tonnen. Bei der Eröffnung des Cargocenters vor 20 Jahren dann 300.000 Tonnen.

Kapazitätsgrenze bald wieder erreicht

2000 wurde die Kapazitätsgrenze von 500.000 Tonnen erstmals überschritten. Nach Erweiterungsmaßnahmen liegt das Umschlagsvermögen heute bei 900.000 Tonnen, und bald dürfte die Grenze wieder erreicht sein, nachdem dies 2007 mit 896.000 schon einmal der Fall war.

Die geschätzte Jahrestonnage dürfte dieses Jahr bei 810.000 Tonnen liegen und damit auf dem Niveau des Vorkrisenjahres 2006. Im Interview mit dem "Luxemburger Wort" äußerte sich LuxairGroup-CEO Adrien Ney zu einer anstehenden Erweiterung des Luftfrachtzentrums.

Planungen für Erweiterung haben begonnen

"Also was die Kapazitätsgrenze des Cargocenters angeht, so ist diese nicht bei genau 900.000 Tonnen erreicht. Das können auch 950.000 Tonnen sein. Tatsache ist jedoch, dass erste Planungen zur Erweiterung des Cargocenters bereits begonnen haben. Im nächsten Jahr werden wir das dann angehen", so Ney.

Man werde mit Partnern wie Cargolux und anderen besprechen, welches Wachstum in den kommenden Jahren zu erwarten sei. Zwei bis drei Jahre könne man durchaus noch so weiterarbeiten.

"Man darf nicht vergessen, dass wir dieses Jahr ein außergewöhnliches Wachstum hatten. In den Monaten Oktober, November und Dezember war das sogar zweistellig", sagte der LuxairGroup-CEO.

Zahl der Parkplätze wird erhöht

Das Vorfeld des Cargocenters bietet heute acht Frachtflugzeugen des Typs Boeing 747 Platz. Vier dieser Maschinen können gleichzeitig be- bzw. entladen werden.

Das Vorfeld des Cargocenters bietet heute acht Frachtflugzeugen des Typs Boeing 747 Platz.
Das Vorfeld des Cargocenters bietet heute acht Frachtflugzeugen des Typs Boeing 747 Platz.
Foto: Guy Jallay

Als in diesem Jahr Qatar Cargo Flüge von Liège nach Luxemburg verlegte, begrenzte vor allem die Zahl der Parkplätze diese Bestrebungen, weil zu den von Qatar bevorzugten Zeiten nicht genügend Plätze zur Verfügung standen.

"Die acht Plätze reichen nicht mehr aus, und wir sind erfreut darüber, dass die Straßenbauverwaltung dieses Vorhaben in die Hände genommen hat. Die Ausschreibung ist erfolgt. Die Arbeiten werden 2017 beginnen. Ich gehe davon aus, dass wir Ende 2018 dann zwei, wenn nicht sogar vier neue Parkpositionen zur Verfügung haben", so Adrien Ney.

Qatar: besser in Luxemburg als in Liège

Und wie sieht der LuxairGroup-CEO die Aktivitäten der Qatar Cargo an sich? Einerseits verdient die LuxairGroup am Handling der Qatar, andererseits macht Qatar der Cargolux Konkurrenz, an der Luxair immerhin 35,1 Prozent hält.

"Wir haben eine Lizenz zur Frachtabfertigung. Neben der Qualitätssicherung ist es unsere Aufgabe, Kunden zu bedienen, solange die Kapazität ausreicht. Dem müssen wir neutral gegenüber stehen. Als Aktionär der Cargolux würde es mich natürlich freuen, wenn die zusätzliche Tonnage dort anfiele", sagte Ney.

Qatar könne der Cargolux auch von Liège oder Brüssel aus Konkurrenz machen. Dann sei es schon besser Qatar hier zu haben. Handling und Aktienbesitz müsse man jeweils für sich betrachten.




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