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Die Box, die den Urlaub nach Hause bringt
Wirtschaft 3 Min. 04.06.2021

Die Box, die den Urlaub nach Hause bringt

Die Gründer: Jorge Barbosa, Leandro Rodrigues, Henrique Goncalves, Filipa Gracio, Joana Gomes, Mia Podevin und Nora Morais (v.l.n.r.).

Die Box, die den Urlaub nach Hause bringt

Die Gründer: Jorge Barbosa, Leandro Rodrigues, Henrique Goncalves, Filipa Gracio, Joana Gomes, Mia Podevin und Nora Morais (v.l.n.r.).
Foto: Anouk Antony
Wirtschaft 3 Min. 04.06.2021

Die Box, die den Urlaub nach Hause bringt

Marlene BREY
Marlene BREY
Die Gründer von „Staycation – Holiday in a box“ finden: Wenn wir nicht in den Urlaub können, dann muss der Urlaub eben zu uns kommen.

Noch immer fallen wegen der Corona-Krise viele Reisen ins Wasser. Auch die sieben Jugendlichen, die hinter der Geschäftsidee von „Staycation – Holiday in a Box“ stecken, waren genervt, weil sie die Ferien schon wieder Zuhause verbringen mussten. Also dachten sie sich: Wenn wir nicht in den Urlaub können, dann muss der Urlaub eben zu uns kommen. So entwickelten die Schüler des Lycée technique de Bonnevoie ihre Mini-Entreprise für den jährlichen Wettbewerb der Jonk Entrepreneuren. 

Urlaubspaket gehören Snacks, Getränke, Rezepte, ein Souvenir und ein Multimedia-Paket mit Musik und Filmen.
Urlaubspaket gehören Snacks, Getränke, Rezepte, ein Souvenir und ein Multimedia-Paket mit Musik und Filmen.
Foto: Anouk Antony

 „Anfangs haben wir überlegt, wohin man am liebsten reisen möchte. Dann haben wir eine Umfrage unter unseren Aktionären gemacht“, sagt Nora Morais. Die Schülerin leitet die kleine Firma. An der Börse ist diese zwar nicht, trotzdem konnten Unterstützer Unternehmensanteile kaufen, um das Startkapital zu erhöhen und „sie konnten darüber abstimmen, was die Traumziele sind“, erklärt Nora. 

Heraus kam die Top-4: Brasilien, USA, Japan, Marokko. Genau diese Orte bringen die Gründer nun nach Hause. „Japan ist von viele ein Traum, aber nur wenige fliegen wirklich irgendwann hin. Mit den Boxen bringen wir Japan jetzt zu ihnen“, sagt Nora. 

So soll ein richtiges Urlaubsgefühl entstehen, nur eben, dass man alles gemütlich von der Couch aus macht.

Nora Morais
Mit dem Urlaubspaket von Japan träumen.
Mit dem Urlaubspaket von Japan träumen.
Foto: Anouk Antony

In der Box befinden sich Snacks und Getränke, das Rezept für ein typisches Gericht inklusive der Zutaten und ein Souvenir. Dazu kommt ein kleines Multi-Media Paket: Scannt man den enthaltenen QR-Code, kommt man zum YouTube-Kanal von Staycation. Hier finden Kunden eine Playlist mit Musik und Filmen, die zu ihrer Reise passen. „So soll ein richtiges Urlaubsgefühl entstehen, nur eben, dass man alles gemütlich von der Couch aus macht“, meint Nora. 

Die Mini-Entreprise hat sich im September 2020 gegründet. Im März gingen die ersten Pakete raus. „Es lagen also schon ein paar Monate Arbeit zwischen der Idee und der Umsetzung. Aber jetzt bringen wir jeden Monat eine neue Box raus. Da sieht man: Inzwischen haben wir eine gewisse Routine“, sagt Nora. 

Pro Monat gibt es einen „Urlaub in der Box“. 90 Prozent des Inhaltes kaufen die Schüler bei lokalen Händlern. Die Gruppe hat das multikulturelle Viertel am Bahnhof mit Geschäften aus aller Welt für sich entdeckt. 

Reality-Check für die Selbstständigkeit

Das Projekt nähert sich jetzt dem Ende. Was war ein Highlight in ihrer jungen Unternehmensgeschichte? „Als die erste Box – die USA-Box – ausverkauft war“, da sind sich alle einig. Der zweite Monat kam und auch die Brasilien-Box war ausverkauft. Die Japan-Box ist ebenfalls schon fast vergriffen. Als vorerst letzte kommt die Marokko-Box. 25 Kisten gehen pro Land raus, eine kostet 40 Euro. Bestellen können Kunden bei Letzshop, per Mail und über die Social-Media-Kanäle der Mini-Entreprise.


 Luxembourg-Centre. 38, rue Philippe II : le pop-up store de la Ville de Luxembourg. Festival der Mini-Entreprises in einem Pop-Up Store. Photo: Steve Eastwood
Festival der „Mini-Entreprisen“ startet
Eine Woche lang stellen jeden Tag drei andere Jungunternehmen ihre Geschäftsidee vor.

Können sich die Gründer nach diesem Testlauf auch vorstellen, sich wirklich einmal selbstständig zu machen? Alle nicken. „Ja, das ist ein Lebenstraum“, sagt Jorge Barbosa. Aber das Projekt sei auch ein Reality-Check gewesen. Jeder hat für sich herausgefunden, welche Aufgaben und Positionen ihm liegen. Und: Wie viel Arbeit in einer Gründung steckt. 

„Selbstständige arbeiten hart. Mit acht Stunden am Tag kommt man nicht aus. Aber da muss man durchziehen und dann bekommt man auch, was man will“, sagt Jorge. 

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